Marder vertreiben: unsere marderfreundliche Tipps und Tricks!

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Steinmarder leben gern in der Nähe von Menschen: im Dachboden, in der Scheune, unter der Motorhaube. Sie poltern nachts, hinterlassen Kot und Beutereste und beißen Kabel und Schläuche durch. Vertreiben funktioniert nur dauerhaft, wenn man danach den Einstieg verschließt – alles andere ist ein Wettlauf mit einem sehr geduldigen Tier.
Mit wem Sie es zu tun haben
In Siedlungen ist fast immer der Steinmarder gemeint. Er ist etwa katzengroß, aber schlanker, und kommt durch Öffnungen, die kaum größer sind als ein Hühnerei. Er ist nachtaktiv, klettert hervorragend und hat meist mehrere Unterschlüpfe im Revier, zwischen denen er wechselt. Dass es mal ruhig ist, heißt deshalb nicht, dass er ausgezogen ist.
Marder unterliegen dem Jagdrecht. Fangen und Töten ist dem Jagdausübungsberechtigten vorbehalten, Vergrämen dagegen ist erlaubt – mit einer wichtigen Einschränkung.
Woran Sie einen Marder erkennen
Marder sind nachtaktiv und selten zu sehen. Verräterisch ist das Poltern: Es beginnt in der Dämmerung, flaut in der Nacht ab und wird gegen Morgen wieder lauter, wenn das Tier zurückkommt. Im Dach finden sich Kotstellen, oft an einem festen Platz, mit sichtbaren Haaren, Kernen und Federresten. Dazu kommen Beutereste wie Eierschalen oder tote Vögel und ein strenger, süßlich-muffiger Geruch.
Am Auto sind es angenagte Schläuche, herausgerissene Dämmmatten, Pfotenabdrücke auf der Motorhaube und zerbissene Zündkabel. Ein Marderbiss am Auto zeigt sich oft erst als Folgeschaden, etwa wenn Kühlwasser verloren geht und der Motor überhitzt.
Wann Sie nicht vertreiben sollten
Zwischen etwa März und Juli ziehen Marderweibchen ihre Jungen groß. Wer in dieser Zeit den Eingang verschließt, sperrt die Jungtiere ein oder trennt sie von der Mutter. Das Ergebnis sind verhungerte Tiere im Dachboden, Verwesungsgeruch und im Zweifel ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Auch die Schonzeiten des jeweiligen Landesjagdrechts sind zu beachten.
Hören Sie im Frühjahr ein Fiepen oder Quieken, warten Sie ab, bis die Jungen selbstständig sind. Ab Spätsommer ist die richtige Zeit zum Vertreiben und Abdichten.
Welche Mittel es gibt
| Mittel | Einsatzort | Einschätzung |
| Ultraschallgerät | Dachboden, Garage, Auto | wirkt in freien Räumen, Frequenzwechsel wichtig |
| Hochspannungsplättchen | Motorraum | sehr wirksam am Auto, Einbau in die Werkstatt |
| Mardermatte, Gitter | unter dem geparkten Auto | einfach, Marder mögen den Untergrund nicht |
| Duftstoffe, Sprays | Motorraum, Dachboden | nur kurzfristig, regelmäßig erneuern |
| Licht und Lärm | Dachboden | stört, Gewöhnung nach einigen Tagen |
Hausmittel wie Hundehaare, WC-Steine oder Essiglappen haben denselben Haken wie gekaufte Duftsprays: Sie wirken, solange sie neu sind. Nach ein bis zwei Wochen hat sich der Marder daran gewöhnt.

Marder im Auto
Im Motorraum ist der Marder meist nur zu Besuch: Er nutzt den warmen, geschützten Platz als Zwischenstopp und markiert ihn mit Duft. Zum Problem wird das, wenn das Auto nachts an wechselnden Orten steht. Riecht der Marder den Duft eines Rivalen, beißt er aus Revierverhalten zu – Zündkabel, Kühlwasserschläuche, Dämmmatten.
Deshalb gilt nach einem Marderbesuch: Motorraum waschen lassen, um die Duftmarken zu entfernen, dann schützen. Am wirksamsten sind Hochspannungsplättchen, die dem Tier einen harmlosen, aber unangenehmen Schlag geben. Einfacher ist ein Gitter oder eine Mardermatte unter dem Motor, wenn das Auto in der eigenen Einfahrt steht.
Marder im Dach: Schritt für Schritt
- Einstieg finden. Typische Stellen: Traufe, lose Dachziegel, Lücken am Ortgang, Fallrohre und Rankgerüste als Kletterhilfe, Äste über dem Dach.
- Prüfen, ob er noch drin ist. Mehl oder Sand vor den Einstieg streuen und am Morgen nach Spuren sehen. Frische Spuren nach außen zeigen: Er ist unterwegs.
- Vergrämen. Ein Ultraschallgerät, Licht oder ein Radio für einige Nächte machen den Unterschlupf unattraktiv.
- Nachts verschließen, wenn er draußen ist. Stabiles Drahtgitter, verzinkt, Maschenweite höchstens 3 cm, fest verschraubt. Kunststoff und Folie beißt er durch.
- Kletterhilfen entschärfen. Blechmanschetten an Fallrohren, Äste zurückschneiden, Rankgitter mit glattem Abschluss.
- Dämmung prüfen. Zerwühlte Dämmung dämmt nicht mehr und sollte ersetzt werden. Kot und Urin gründlich entfernen, sonst lockt der Geruch den nächsten Marder an.
Wer sich auf dem Dach nicht sicher bewegt, überlässt das Abdichten einem Dachdecker. Ein Sturz ist teurer als jeder Marderschaden. Weiteres zum Vorgehen im Haus unter Marder im Haus bekämpfen.
Das Grundstück unattraktiv machen
Ein Marder zieht dort ein, wo er Deckung, Wärme und Futter findet. Wer ihm das nimmt, muss seltener vertreiben. Futterquellen im Garten sind offener Kompost mit Speiseresten, Katzen- und Hundefutter auf der Terrasse, Hühner- und Kaninchenställe sowie Vogelfutterstellen, die Mäuse anlocken. Ställe brauchen stabiles Drahtgitter statt Kaninchendraht, denn ein Marder zerreißt dünnen Draht mühelos.
Kletterhilfen sind der zweite Hebel. Äste, die das Dach berühren, Rankgerüste bis unter die Traufe, Holzstapel an der Hauswand und Regenfallrohre ohne Abweiser führen den Marder direkt nach oben. Ein Rückschnitt auf etwa einen Meter Abstand zum Dach und glatte Blechmanschetten an Fallrohren nehmen ihm diese Wege. Das kostet wenig und wirkt dauerhaft, anders als jedes Duftspray.
Typische Fehler
- Einstieg zu früh verschlossen. Ist der Marder noch drin, sucht er einen neuen Weg nach draußen – oft durch die Dämmung ins Haus.
- Nur ein Loch abgedichtet. Marder kennen meist mehrere Wege. Das ganze Dach absuchen.
- Auf Duftstoffe allein gesetzt. Nach wenigen Wochen ist der Marder zurück.
- Falle aufgestellt. Fangen ist ohne jagdrechtliche Erlaubnis nicht zulässig; mehr dazu bei der Marderfalle.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, dass es ein Marder ist?
Poltern und Kratzen in der Nacht, vor allem in der Dämmerung und gegen Morgen, dazu Kotstellen mit Haaren und Kernen, Beutereste wie Federn und Eierschalen und ein strenger Geruch. Mäuse klingen leiser und trippelnder.
Hilft ein Ultraschallgerät im Dach?
In einem offenen, wenig verbauten Dachboden oft ja, zumindest als Unterstützung beim Vertreiben. In verwinkelten Dächern mit Dämmung kommt der Schall nicht überall hin. Das Prinzip erklärt der Artikel zum Mäusevertreiber.
Zahlt die Versicherung Marderschäden?
Am Auto übernehmen viele Teilkaskoverträge Marderbiss, oft auch Folgeschäden bis zu einer Höchstsumme. Im Haus ist Marderschaden an der Dämmung meist nicht über die Wohngebäudeversicherung gedeckt. Die Bedingungen im eigenen Vertrag nachlesen.
Wann sollte ich Hilfe holen?
Wenn der Marder trotz Abdichtung immer wieder hineinkommt oder Jungtiere im Dach sind. Ansprechpartner sind der örtliche Jagdpächter, ein Schädlingsbekämpfer mit Erfahrung bei Wildtieren oder ein Dachdecker für die Abdichtung.



