Hausmittel gegen Wespen, die wirklich helfen

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Hausmittel gegen Wespen gibt es viele, wirksam sind wenige. Am meisten bringt es, den Wespen keinen Grund zum Kommen zu geben: Essen abdecken, Süßes nicht offen stehen lassen, Nistplätze früh im Jahr verschließen. Duftende Zitronen und Kaffeerauch helfen bestenfalls ein wenig. Und das Nest selbst ist gesetzlich geschützt.
Warum im Spätsommer alles schlimmer wird
Von den heimischen Wespenarten interessieren sich nur zwei ernsthaft für Kuchen und Limonade: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Im Frühsommer füttern sie ihre Larven mit Insekten und bekommen im Gegenzug zuckerhaltigen Saft. Ab August wachsen keine Larven mehr nach, die Arbeiterinnen suchen sich den Zucker woanders – auf Ihrem Teller.
Ab Oktober stirbt das Volk. Nur die jungen Königinnen überwintern, und zwar nicht im alten Nest. Ein Nest wird kein zweites Mal bezogen.
Was rechtlich gilt
Wespen dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne vernünftigen Grund getötet und ihre Nester nicht ohne vernünftigen Grund zerstört werden. Hornissen sind zusätzlich besonders geschützt; ihre Nester darf nur entfernen oder umsiedeln lassen, wer eine Genehmigung der Naturschutzbehörde hat.
Ein vernünftiger Grund kann ein Nest am Kinderzimmerfenster oder bei einem Allergiker im Haushalt sein. Das Entfernen gehört dann in die Hände eines Fachbetriebs. Die Bußgelder sind Ländersache und reichen bei geschützten Arten bis in den fünfstelligen Bereich. Mehr dazu im Beitrag Wespennest entfernen.
Die bekannten Hausmittel im Check
| Hausmittel | Einschätzung |
| Zitrone mit Gewürznelken | schwache Wirkung auf kurze Distanz, schadet nicht |
| Ätherische Öle (Nelke, Zitronengras, Minze) | können abschrecken, verfliegen aber rasch |
| Glimmendes Kaffeepulver | Rauch vertreibt kurzzeitig, Brandgefahr auf Holztisch |
| Basilikum, Tomatenpflanzen | kaum messbare Wirkung |
| Wasser zerstäuben | vertreibt einzelne Tiere, stört aber auch am Tisch |
| Ablenkfütterung | hilft teilweise, lockt aber zusätzliche Wespen an |
| Ultraschallgeräte | keine belegte Wirkung |
Die ehrliche Bilanz: Kein Hausmittel ersetzt einen abgedeckten Teller. Duftmittel wirken, wenn überhaupt, nur in unmittelbarer Nähe und nur so lange, wie der Duft stark ist.
Am Tisch
- Alles abdecken. Gläser mit Deckel oder Bierdeckel, Kuchen unter die Haube, Marmelade zu. Das allein löst den größten Teil des Problems.
- Mit dem Strohhalm trinken. Wespen in der Dose oder im Glas sind der häufigste Weg zu einem Stich im Mund.
- Reste sofort wegräumen. Obstschalen, Grillsoße, Saftflecken – ein paar Minuten reichen, damit die Kundschafterin ihre Kolleginnen holt.
- Nicht schlagen. Eine zerquetschte Wespe setzt Alarmstoffe frei, die andere Wespen aggressiver machen.
- Ruhig bleiben. Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Wer ruhig sitzt, wird meist nur beschnuppert.
Auf dem Balkon
Auf dem Balkon lohnt sich Vorbeugung ab dem Frühjahr. Im April und Mai suchen die Königinnen Nistplätze – in Blumenkästen, unter Verkleidungen, in Hohlräumen von Möbeln. Wer in dieser Zeit regelmäßig nachsieht, findet ein Nest, solange es walnussgroß ist und noch unbewohnt oder nur von der Königin besetzt. Fallobst von Balkonpflanzen und offene Futterschalen für Vögel sollten im Spätsommer verschwinden.
Ein Insektenschutz für die Balkontür hält die Tiere aus der Wohnung, wenn draußen doch welche unterwegs sind.

Im Rollladenkasten und unter dem Dach
Rollladenkästen sind beliebte Nistplätze, weil sie geschützt, dunkel und warm sind. Ein bewohntes Nest dort ist heikel: Jede Bewegung des Rollladens stört das Volk. Lassen Sie den Rollladen in diesem Fall bis zum Herbst in einer Stellung, wenn das möglich ist, und dichten Sie den Kasten zum Innenraum ab.
Unter dem Dach sind Nester oft ohne jede Beeinträchtigung. Wenn niemand in der Nähe ist, lässt man sie bis zum Herbst in Ruhe. Im Winter kann das verlassene Nest entfernt und der Zugang verschlossen werden, etwa mit Fliegengitter oder Dichtband.
Was Sie besser lassen
- Zuckerwasserfallen. Sie töten vor allem Bienen, Schwebfliegen und andere Nützlinge und locken zusätzliche Wespen an. Mehr dazu unter Wespenfalle.
- Nester selbst ausräuchern oder mit Wasser fluten. Das provoziert Massenangriffe und ist in den meisten Fällen unzulässig.
- Insektensprays auf Verdacht. Sprays sind für einzelne Tiere gedacht, nicht für Nester, und nicht zur Vorbeugung. Siehe Wespenspray.
Wenn es doch sticht
Einen Stich kühlen Sie mit Eis oder kaltem Wasser. Wärme durch einen speziellen Stichheiler kann den Juckreiz lindern. Bei einem Stich im Mund, bei Schwellungen im Hals, Atemnot, Schwindel oder Hautausschlag am ganzen Körper rufen Sie sofort den Notruf 112. Das sind Zeichen einer allergischen Reaktion oder einer gefährlichen Schwellung.
Häufige Fragen
Welcher Duft vertreibt Wespen am besten?
Am häufigsten genannt werden Nelke, Zitronengras, Minze und Lavendel. Belegt ist eine kurze Wirkung auf geringe Entfernung – als Hauptmaßnahme reicht das nicht.
Hilft eine Wespenattrappe?
Die papierne Nestattrappe soll Wespen vorgaukeln, das Revier sei belegt. Die Wirkung ist umstritten; schaden kann sie nicht.
Wer entfernt ein Wespennest?
Schädlingsbekämpfer, spezialisierte Umsiedler und teils Imker. Die Feuerwehr kommt nur bei akuter Gefahr. Weitere Methoden unter Wespenabwehr.



