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Heimwerker-Berater

Wohnung kühlen im Sommer mit Ventilator & Co.

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Wohnung kühlen im Sommer mit Ventilator & Co.
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was ein Ventilator wirklich leistet
  2. Die Bauformen im Vergleich
  3. Leise und trotzdem kräftig
  4. Ventilator mit Wasserkühlung
  5. Wärme gar nicht erst hereinlassen
  6. Richtig lüften
  7. Wärmequellen in der Wohnung
  8. Was nicht hilft
  9. Wann sich ein Klimagerät lohnt
  10. Häufige Fragen

Ein Ventilator kühlt keinen Raum, sondern Menschen. Er bewegt die Luft über die Haut und beschleunigt so die Verdunstung von Schweiß – das fühlt sich um einige Grad kühler an, obwohl das Thermometer gleich bleibt. Wer die Wohnung selbst kühler haben will, muss die Wärme draußen halten und nachts hinauslassen.

Was ein Ventilator wirklich leistet

Luft, die mit 1 bis 2 Metern je Sekunde über die Haut streicht, fühlt sich um etwa 2 bis 4 Grad kühler an als stehende Luft gleicher Temperatur. Das reicht, um einen Arbeitsplatz oder das Bett erträglich zu machen. Den Raum kühlt er dagegen nicht, im Gegenteil: Der Motor gibt seine Leistung als Wärme ab, bei einem Standventilator 30 bis 60 Watt. Das ist wenig, aber es ist Heizen, nicht Kühlen.

Die Konsequenz: Ein Ventilator in einem leeren Zimmer ist verschwendeter Strom. Schalten Sie ihn aus, wenn Sie den Raum verlassen.

Die Bauformen im Vergleich

BauformStärkeSchwäche
Tischventilatorbillig, gezielt am Schreibtischkleiner Wirkbereich
Standventilatorkräftig, höhenverstellbar, schwenkbarbraucht Stellfläche, oft lauter
Turmventilatorschmal, gleichmäßiger Luftstromweniger Druck auf Distanz
Deckenventilatorleise, bewegt den ganzen RaumMontage an der Decke, Mindesthöhe nötig
Verdunstungskühleretwas kühlere Luft in trockener Hitzeerhöht die Luftfeuchte
VASNER Ventury S Standventilatoren Schwarz Weiß | Foto: VASNER

Leise und trotzdem kräftig

Lautstärke hängt vor allem am Durchmesser und an der Drehzahl. Ein großer Rotor, der langsam dreht, bewegt dieselbe Luftmenge wie ein kleiner, der schnell dreht, und ist dabei deutlich leiser. Gute Standventilatoren liegen auf kleiner Stufe bei 35 bis 45 dB(A), auf voller Stufe oft über 55. Für das Schlafzimmer lohnt es sich, auf einen Nachtmodus und einen Motor mit Gleichstromtechnik zu achten. Solche Motoren regeln fein herunter und brauchen weniger Strom.

Kaufen Sie lieber eine Nummer größer und lassen Sie das Gerät auf mittlerer Stufe laufen. Auf höchster Stufe brummen fast alle.

Ventilator mit Wasserkühlung

Geräte mit Wassertank oder Sprühnebel arbeiten mit Verdunstungskälte: Das Wasser nimmt beim Verdunsten Wärme aus der Luft auf. In trockener Hitze senkt das die Temperatur des Luftstroms spürbar. In einer geschlossenen Wohnung bei ohnehin schwüler Luft steigt dagegen vor allem die Feuchte – und feuchte Wärme empfinden wir als drückender. Ein Verdunstungskühler ist kein Klimagerät, er funktioniert nur mit offenem Fenster oder in trockenem Klima gut.

Den Tank sollten Sie täglich leeren und regelmäßig reinigen, sonst vermehren sich darin Keime, die dann fein verteilt in die Raumluft gelangen.

VASNER Cooly Stand-Ventilator mit Wasser Kühlung | Foto: VASNER

Wärme gar nicht erst hereinlassen

Der größte Hebel liegt vor dem Fenster. Außenliegender Sonnenschutz hält bis zu drei Viertel der Sonnenwärme ab, innenliegende Vorhänge nur etwa ein Viertel. Der Grund: Ein innerer Vorhang heizt sich auf, nachdem die Strahlung schon durch das Glas ist, und gibt die Wärme an den Raum ab. Rollläden, Außenjalousien oder eine Vertikalmarkise fangen sie vorher ab.

Wer innen verschatten muss, nimmt helle, reflektierende Stoffe oder Folien, die das Licht zurückwerfen. Dunkle Vorhänge sind die schlechteste Lösung. Die Rollläden sollten Sie herunterlassen, bevor die Sonne auf das Fenster fällt, nicht erst, wenn es warm ist.

Richtig lüften

Lüften Sie nachts und frühmorgens, wenn die Außenluft kühler ist als die Raumluft. Am besten quer durch die Wohnung, mit Fenstern auf gegenüberliegenden Seiten. Tagsüber bleiben die Fenster zu, sobald es draußen wärmer ist als drinnen.

Ein Ventilator im offenen Fenster hilft dabei: nach innen gerichtet saugt er kühle Nachtluft herein, auf der anderen Seite der Wohnung nach außen gerichtet schiebt er warme Luft hinaus.

Wärmequellen in der Wohnung

  • Elektrogeräte ausschalten statt im Standby lassen, besonders Computer, Konsolen und Fernseher.
  • Glühlampen und Halogenstrahler durch LED ersetzen. Sie wandeln den größten Teil ihres Stroms in Wärme um.
  • Kochen und Backen in die kühlen Stunden verlegen oder draußen grillen.
  • Wäsche draußen trocknen, nicht im Wohnraum.

Was nicht hilft

Nasse Laken ins Fenster zu hängen, erhöht vor allem die Luftfeuchte. Eisbehälter vor dem Ventilator kühlen für eine halbe Stunde einen Luftstrom von ein paar Zentimetern. Und ein Kühlschrank mit offener Tür heizt die Küche, weil er die Wärme hinten wieder abgibt.

Wann sich ein Klimagerät lohnt

Wird es in einer Dachgeschosswohnung dauerhaft über 28 Grad, reichen Ventilatoren nicht mehr. Mobile Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch kosten ab etwa 300 Euro, sind aber laut und ziehen durch den Fensterspalt warme Luft nach. Deutlich effizienter ist ein fest installiertes Split-Gerät, das der Fachbetrieb einbaut. In Mietwohnungen braucht es dafür die Zustimmung des Vermieters.

Häufige Fragen

Wie viel Strom braucht ein Ventilator?

Ein Standventilator mit 40 Watt, acht Stunden täglich, verbraucht rund 0,3 kWh am Tag. Über einen Sommer mit 60 heißen Tagen sind das etwa 20 kWh – ein Bruchteil dessen, was ein mobiles Klimagerät braucht.

Darf der Ventilator nachts auf mich gerichtet sein?

Besser nicht direkt. Dauerzug trocknet Schleimhäute aus und kann zu Verspannungen führen. Stellen Sie ihn schwenkend oder gegen die Wand gerichtet auf, dann kommt der Luftzug indirekt an.

Hilft eine Wärmepumpe im Sommer?

Manche Luft-Wasser-Wärmepumpen können über Fußbodenheizung leicht kühlen. Der Effekt beträgt wenige Grad, ist aber leise und sparsam. Ob Ihr Gerät das kann, steht in den Unterlagen des Herstellers.

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