Durchlauferhitzer

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Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser in dem Moment, in dem es durch ihn fließt. Es gibt keinen Speicher, der warm gehalten werden muss, und kein Wasser, das stundenlang herumsteht. Dafür braucht er in diesem Moment sehr viel Leistung – und diese Leistung bestimmt, wie viel warmes Wasser er liefern kann.
So funktioniert er
Kaltes Wasser strömt durch einen Wärmetauscher oder an Heizelementen vorbei und wird dabei aufgeheizt. Sobald jemand den Warmwasserhahn öffnet, erkennt das Gerät den Durchfluss und schaltet die Heizung zu; wird der Hahn geschlossen, schaltet es ab.
Anders als beim Boiler oder Warmwasserspeicher gibt es keine Bereitschaftsverluste. Dafür ist die Menge warmen Wassers pro Minute begrenzt. Ein Speicher liefert kurzfristig viel und ist dann leer, ein Durchlauferhitzer liefert unbegrenzt lange, aber nur eine bestimmte Menge pro Minute.
Die Leistung und was sie bedeutet
Die entscheidende Rechnung ist einfach: Um einen Liter Wasser pro Minute um ein Grad zu erwärmen, braucht es rund 70 Watt. Wird Leitungswasser von 10 °C auf 38 °C Duschtemperatur gebracht, sind das 28 Grad Temperaturhub.
| Leistung | Warmwasser bei 38 °C | Reicht für |
| 3,5–6,5 kW | etwa 2–3 l/min | Handwaschbecken |
| 11–13 kW | etwa 5–6 l/min | Küchenspüle, sparsame Dusche |
| 18 kW | etwa 9 l/min | Dusche |
| 21 kW | etwa 10–11 l/min | Dusche oder Wanne |
| 24–27 kW | etwa 12–14 l/min | Dusche mit großem Kopf, mehrere Zapfstellen |
Im Winter ist das Leitungswasser kälter, dann sinkt die Menge. Eine Regendusche mit großem Kopf braucht oft mehr, als ein 18-kW-Gerät liefern kann. Wer gerne ausgiebig duscht, rechnet mit 21 kW oder mehr.
Elektronisch oder hydraulisch
Hydraulische Durchlauferhitzer schalten stufenweise, meist in zwei Stufen, abhängig vom Durchfluss. Die Temperatur schwankt, wenn sich der Durchfluss ändert oder jemand anderswo einen Hahn aufdreht. Sie sind günstig, aber unkomfortabel.
Elektronische Durchlauferhitzer regeln die Leistung stufenlos auf eine eingestellte Temperatur. Man stellt 38 °C ein und bekommt 38 °C, auch wenn der Druck schwankt. Das ist angenehmer und spart Energie und Wasser, weil nicht erst heißes Wasser mit kaltem gemischt wird. Für Duschen ist ein elektronisches Gerät die bessere Wahl.

Mini-Durchlauferhitzer
Kleine Geräte mit 3,5 bis etwa 6,5 kW werden unter oder über einem einzelnen Waschbecken montiert. Sie liefern nur ein Rinnsal warmen Wassers, reichen aber zum Händewaschen, etwa im Gäste-WC oder in einer Werkstatt. Manche laufen an 230 V und einem normalen Stromkreis, stärkere Modelle brauchen Drehstrom.
Für die Küchenspüle sind sie meist zu schwach. Wer dort warmes Wasser in Menge braucht, ist mit einem Kleinspeicher oder einem größeren Durchlauferhitzer besser bedient.
Gas-Durchlauferhitzer
Neben den elektrischen gibt es Gasgeräte, die das Wasser mit einer Flamme erwärmen, früher als Gastherme in vielen Altbauwohnungen üblich. Sie brauchen einen Gasanschluss und eine Abgasführung, werden vom Schornsteinfeger geprüft und dürfen nur vom Fachbetrieb installiert werden. Neu eingebaut werden sie heute selten.
Der Anschluss ist Fachsache
Große elektrische Durchlauferhitzer laufen an 400 V Drehstrom mit eigenem Stromkreis und entsprechend abgesicherter Leitung. Der Querschnitt hängt von Leistung und Leitungslänge ab. Der Anschluss ist Arbeit am Netz und gehört zur Elektrofachkraft, und Geräte dieser Größe müssen in der Regel beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das übernimmt der Elektrobetrieb.
Den Wasseranschluss können geübte Heimwerker selbst erledigen, wenn Anschlüsse vorhanden sind. Aber auch hier gilt: Kalt- und Warmwasser nicht vertauschen, Sicherheitsventile nicht überbrücken, bei druckfesten Geräten die Armatur passend wählen.
Kalk und Pflege
Hartes Wasser setzt dem Heizsystem zu. Blankdraht-Heizsysteme, die in vielen elektronischen Geräten stecken, sind relativ kalkunempfindlich. Trotzdem sollten Sie Siebe am Wassereingang regelmäßig reinigen, und Duschköpfe verkalken bei Durchlauferhitzern genauso wie überall sonst. In Gegenden mit sehr hartem Wasser lohnt ein Blick auf Kalkschutzanlagen.
Stromverbrauch und Kosten
Ein Durchlauferhitzer arbeitet mit hohem Wirkungsgrad, weil fast die gesamte Energie im Wasser landet. Teuer ist er, weil Strom teurer ist als Gas oder Wärme aus der Heizung. Die Kosten hängen deshalb weniger vom Gerät als vom Duschverhalten ab: Eine Minute weniger unter der Dusche spart mehr als jedes Effizienzversprechen.
Zur Anschaffung: Mini-Durchlauferhitzer kosten etwa 70 bis 150 Euro, elektronische Geräte für die Dusche meist 250 bis 600 Euro. Die Installation durch den Fachbetrieb schlägt je nach Aufwand zusätzlich zu Buche, besonders wenn eine neue Drehstromleitung gelegt werden muss.
Häufige Fragen
Warum wird das Wasser nicht richtig warm?
Meist ist der Durchfluss für die Leistung zu hoch. Hahn etwas zurückdrehen, und die Temperatur steigt. Bei hydraulischen Geräten kann auch der Wasserdruck zu niedrig sein, um die zweite Stufe zu schalten.
Kann ich mehrere Zapfstellen versorgen?
Ja, mit einem entsprechend großen Gerät. Laufen aber Dusche und Küchenhahn gleichzeitig, teilen sie sich die Leistung.
Gibt es Probleme mit Legionellen?
Kaum. Da kein Wasser gespeichert wird, bleibt den Bakterien wenig Gelegenheit. Das ist ein echter Vorteil gegenüber großen, lauwarm betriebenen Speichern.

