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Heimwerker-Berater

Geberit Spülkasten Ersatzteile

Haushaltvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Geberit Spülkasten Ersatzteile
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welcher Fehler zu welchem Teil gehört
  2. Die Baureihe erkennen
  3. Die wichtigsten Ersatzteile
  4. Füllventil tauschen
  5. Ablaufdichtung tauschen
  6. Spülmenge einstellen
  7. Typische Fehler
  8. Wann der Installateur sinnvoll ist
  9. Häufige Fragen

Geberit baut Unterputzspülkästen seit den 1960er-Jahren, und für die meisten Baureihen gibt es bis heute Ersatzteile. Ein laufendes oder nicht mehr spülendes WC ist deshalb fast nie ein Grund, die Wand aufzustemmen. Meist sind es zwei Bauteile, die verschleißen: das Füllventil und die Dichtung am Ablauf. Beide lassen sich durch die Revisionsöffnung hinter der Drückerplatte tauschen.

Welcher Fehler zu welchem Teil gehört

SymptomWahrscheinliche UrsacheErsatzteil
WC läuft dauernd nach, Wasser rinnt in die SchüsselAblaufdichtung verkalkt oder verschlissenDichtung für Ablaufventil oder Heberglocke
Spülkasten füllt sich nicht mehrFüllventil verstopft, Absperrhahn zuFüllventil oder Siebfilter
Füllventil schließt nicht, Wasser läuft über den ÜberlaufMembran oder Dichtung im FüllventilFüllventil komplett
Spülung löst nicht ausBetätigungsbügel oder Stößel verschobenBetätigungsmechanik, Stößel
Spülung zu kurz oder zu langSpülmenge falsch eingestelltmeist kein Teil, nur einstellen

Die Baureihe erkennen

Ohne Typbezeichnung kaufen Sie leicht das falsche Teil. Geberit hat über die Jahrzehnte mehrere Generationen gebaut, und nicht alle Teile passen untereinander.

  1. Drückerplatte abnehmen. Sie ist meist nur eingeklipst oder oben eingehängt und lässt sich mit sanftem Druck nach oben oder mit einem Schraubendreher lösen.
  2. Typschild suchen. Im Rahmen der Revisionsöffnung oder auf einem Aufkleber im Spülkasten steht bei neueren Geräten die Bezeichnung, etwa UP100, UP200, UP300 oder UP320.
  3. Bauart ansehen. Ältere Spülkästen arbeiten mit einer Heberglocke, die beim Betätigen angehoben wird und über den Heber-Effekt spült. Neuere haben ein Ablaufventil mit Zwei-Mengen-Spülung.
  4. Fotografieren. Ein Foto vom Innenleben und von der Drückerplatte hilft im Sanitärhandel mehr als jede Beschreibung.

Geberit stellt auf seiner Website eine Produktidentifikation bereit, mit der sich die Baureihe anhand von Fotos und Merkmalen bestimmen lässt.

Die wichtigsten Ersatzteile

Füllventil. Es lässt Wasser nach dem Spülen nachlaufen und schließt über einen Schwimmer. Für viele Baureihen gibt es ein Universal-Füllventil, bei Geberit etwa den Typ 380, mit seitlichem Anschluss links oder rechts und einstellbarer Füllhöhe.

Heberglocke und Glockendichtung. Bei älteren Spülkästen trägt die Glocke unten eine Dichtung, die mit den Jahren hart wird. Dann rinnt dauerhaft Wasser nach.

Ablaufventil und Dichtung. Bei neueren Spülkästen sitzt unten am Ablaufventil ein Dichtring. Er ist das häufigste Ersatzteil überhaupt und kostet wenige Euro.

Verbindungsschlauch. Er verbindet Absperrhahn und Füllventil und kann spröde werden.

Betätigung. Drückerplatten sind an die Baureihe gebunden. Eine neue Platte passt nur, wenn Rahmen und Mechanik zur Serie gehören.

Füllventil tauschen

  1. Wasser absperren. Der Absperrhahn sitzt im Spülkasten, meist links oben neben dem Füllventil. Mit einem Schraubendreher quer stellen.
  2. Spülen, damit der Kasten leer ist.
  3. Schlauch lösen und das Füllventil aus seiner Halterung ziehen. Bei vielen Modellen ist es nur eingerastet.
  4. Neues Ventil einsetzen, auf dieselbe Füllhöhe einstellen wie das alte.
  5. Wasser langsam aufdrehen und kontrollieren, ob das Ventil bei der Markierung schließt.

Ablaufdichtung tauschen

Bei neueren Spülkästen lässt sich das Ablaufventil nach dem Absperren und Entleeren nach oben herausziehen. Die Dichtung sitzt unten und wird abgezogen. Vor dem Einsetzen der neuen Dichtung den Ventilsitz mit einem weichen Tuch von Kalk befreien – eine neue Dichtung auf verkalktem Sitz ist nach wenigen Wochen wieder undicht. Wie Sie dabei gründlich vorgehen, steht im Beitrag Spülkasten entkalken.

Spülmenge einstellen

Viele Beschwerden über eine „schwache Spülung“ sind gar kein Defekt. Bei Spülkästen mit Zwei-Mengen-Technik lässt sich die große Spülmenge meist auf 6 oder 9 Liter und die kleine auf etwa 3 bis 4 Liter einstellen. Die Einstellung sitzt am Ablaufventil, oft als Schieber oder Stecker, und ist ohne Werkzeug zu erreichen.

Wichtig ist, dass Spülmenge und Keramik zusammenpassen. Ältere WC-Schüsseln sind für 9 Liter gebaut; stellt man sie auf 6 Liter um, bleibt Papier im Rohr liegen. Moderne spülrandlose Schüsseln kommen dagegen meist mit 4,5 bis 6 Litern aus. Mehr zur Keramik im Beitrag WC ohne Spülrand.

Typische Fehler

  • Teil nach Aussehen gekauft. Ähnliche Teile unterscheiden sich um Millimeter. Typschild oder Foto mitnehmen.
  • Wasser nicht abgesperrt. Beim Herausziehen des Füllventils läuft sonst der Spülkasten voll.
  • Scharfe Entkalker auf Dichtungen. Aggressive Mittel greifen Gummi an. Entkalken ja, aber nach Anleitung des Reinigers und gut spülen.
  • Mechanik verbogen. Beim Aus- und Einbauen der Drückerplatte nicht an den Stößeln ziehen.

Wann der Installateur sinnvoll ist

Wenn Wasser außerhalb des Spülkastens in der Wand austritt, wenn der Absperrhahn selbst undicht ist oder sich nicht mehr schließen lässt, ist das ein Fall für den Fachbetrieb. Auch wenn sich die Baureihe nicht bestimmen lässt, spart ein Anruf beim Sanitärhandel mit Foto oft den Fehlkauf.

Häufige Fragen

Gibt es für sehr alte Spülkästen noch Teile?

Für viele Baureihen ab den 1960er-Jahren ja, zumindest Füllventil, Glocke und Dichtungen. Geberit wirbt mit langer Ersatzteilverfügbarkeit.

Was kosten die Teile?

Dichtungen kosten wenige Euro, ein Füllventil etwa 15 bis 35 Euro, ein komplettes Ablaufventil 20 bis 50 Euro.

Lohnt sich ein neues WC stattdessen?

Selten. Der Spülkasten steckt in der Wand, sein Tausch bedeutet Fliesenarbeiten. Wer ohnehin renoviert, findet Anregungen im Toiletten-Ratgeber.

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