Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Toiletten Ratgeber: Welches WC passt am besten?

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Toiletten Ratgeber: Welches WC passt am besten?
Inhalt9 Abschnitte
  1. Tiefspüler oder Flachspüler
  2. Stand-WC oder Wand-WC
  3. Kompakt, erhöht, extra groß
  4. Der Abgang: waagerecht oder senkrecht
  5. Spülrandlos und sparsam
  6. Komfort-Extras
  7. Materialien und Pflege
  8. Was es kostet
  9. Häufige Fragen

Welches WC in Ihr Bad passt, entscheiden weniger Design und Farbe als drei nüchterne Fragen: Wie wird gespült, wie wird montiert, und wohin geht das Abwasser? Die dritte Frage klären Sie zuerst – sie legt fest, was überhaupt möglich ist, ohne dass Fliesen fallen.

Tiefspüler oder Flachspüler

Beim Tiefspüler fällt alles direkt ins Wasser des Geruchsverschlusses. Das hält Gerüche gering und spritzt kaum. Er ist in deutschen Haushalten inzwischen der Standard.

Beim Flachspüler landet alles zuerst auf einer flachen Stufe und wird erst beim Spülen weggeschwemmt. Das riecht mehr und braucht öfter die Bürste. Seine Stärke ist die Kontrolle: Stuhlproben lassen sich leicht entnehmen, weshalb er in Arztpraxen und Kliniken noch vorkommt. Im Privathaushalt spricht wenig dafür.

Eine Sonderform ist der Absaugklosett in Schiffen und Wohnmobilen – für ein normales Bad ohne Bedeutung.

Stand-WC oder Wand-WC

Stand-WC
  • günstig, einfach zu montieren
  • passt in fast jeden Altbau
  • Spülkasten sichtbar und gut zugänglich
  • Boden um den Fuß schwer zu putzen
Wand-WC
  • Boden darunter frei, leicht zu reinigen
  • Sitzhöhe frei wählbar
  • braucht Vorwandelement mit Unterputzspülkasten
  • teurer, Einbau aufwendiger

Das Vorwandelement ist ein Stahlrahmen, der vor der Wand montiert und mit Gipskarton verkleidet wird. Es trägt die Schüssel und nimmt Spülkasten und Leitungen auf. Die Vorwand kostet etwa 15 bis 20 cm Raumtiefe – in einem schmalen Bad nicht vernachlässigbar.

Kompakt, erhöht, extra groß

  • Kompakt-WCs sind nur etwa 48 cm tief statt der üblichen 53 bis 56 cm und retten kleine Gästebäder.
  • Erhöhte WCs mit etwa 46 bis 48 cm Sitzhöhe erleichtern Aufstehen und Hinsetzen. Beim Wand-WC stellen Sie die Höhe einfach über die Montage ein; normal sind rund 40 bis 42 cm.
  • XL-WCs haben eine längere Schüssel und sind für große oder schwere Menschen bequemer; manche Modelle sind für höhere Lasten freigegeben.

Denken Sie an die Bewegungsfläche: Vor dem WC sollten mindestens etwa 55 bis 60 cm frei bleiben, seitlich jeweils rund 20 cm bis zur Wand.

Schicke Toilette in einem modernen Badezimmer | Foto: bitpics / Depositphotos.com

Der Abgang: waagerecht oder senkrecht

Das WC muss zum Abwasseranschluss passen – nicht umgekehrt.

Waagerechter Abgang: Das Rohr kommt aus der Wand. Heute Standard und bei jedem Wand-WC Pflicht. Die Rohrmitte liegt beim Stand-WC meist etwa 18 bis 19 cm über dem Fertigfußboden.

Senkrechter Abgang: Das Rohr kommt aus dem Boden. Typisch für Altbauten. Stand-WCs mit senkrechtem Abgang gibt es noch, die Auswahl ist aber kleiner.

Wer ein altes WC tauschen will, misst deshalb zuerst den Abgang. Mit einem Umrüst-Bogen lässt sich manches anpassen, aber nicht alles. Für ein Wand-WC im Altbau mit Bodenabgang muss die Leitung meist umgelegt werden.

Spülrandlos und sparsam

Beim klassischen WC läuft das Spülwasser aus einem umlaufenden Rand. Darunter sammeln sich Kalk und Keime, die man mit der Bürste kaum erreicht. Spülrandlose WCs leiten das Wasser über eine gezielte Führung in die Schüssel und sind deutlich leichter sauber zu halten. Einzelheiten stehen beim WC ohne Spülrand.

Achten Sie auf eine Zweimengenspülung: Die große Taste gibt heute üblicherweise 6 Liter oder weniger frei, die kleine 3 bis 4 Liter. Alte Spülkästen mit 9 Litern verschwenden bei einer Familie mehrere tausend Liter im Jahr. Wenn der Kasten ständig nachläuft, hilft oft schon Entkalken – siehe Spülkasten entkalken.

Komfort-Extras

Dusch-WCs reinigen mit einem Wasserstrahl und ersetzen ein separates Bidet. Sie brauchen einen Stromanschluss in der Nähe und einen Wasseranschluss – bei der Planung einer Vorwand leicht mitzudenken, nachträglich aufwendig. Der Stromanschluss ist Sache einer Elektrofachkraft, im Bad gelten die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701.

Weitere Extras: Absenkautomatik am Sitz, beheizte Brille, Geruchsabsaugung. Alles nett, alles mit Aufpreis und mehr Technik, die ausfallen kann.

Materialien und Pflege

Fast alle WCs sind aus Sanitärporzellan (Keramik). Eine werkseitige Glasur-Veredelung lässt Wasser und Schmutz besser abperlen. Scheuermittel und Stahlwolle zerkratzen sie; normaler Sanitärreiniger oder Zitronensäure gegen Kalk genügen. Die Keramik verträgt das problemlos.

Was es kostet

Einfache Stand-WCs gibt es ab etwa 80 Euro, Wand-WCs spülrandlos ab rund 120 Euro. Ein Vorwandelement mit Spülkasten liegt bei 150 bis 300 Euro, dazu Betätigungsplatte und Verkleidung. Dusch-WCs beginnen im niedrigen vierstelligen Bereich. Wer das ganze Bad erneuert, findet einen Überblick bei den Kosten der Badsanierung.

Häufige Fragen

Kann ich ein Wand-WC selbst montieren?

Mit einem vorhandenen Vorwandelement ja: Schüssel aufschieben, Schallschutz einlegen, verschrauben. Den Einbau des Elements selbst schaffen geübte Heimwerker, er ist aber deutlich aufwendiger.

Welche Sitzhöhe ist richtig?

Für die meisten Erwachsenen 40 bis 46 cm. Wer in die Knie geht, freut sich über 46 bis 48 cm.

Wie laut ist ein Unterputzspülkasten?

Leiser als ein Aufputzkasten, sofern die Schallschutzeinlagen verbaut sind. Hörbar bleibt das Nachlaufen des Wassers.

Das könnte Sie auch interessieren