Balkonbelag

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Ein neuer Balkonbelag macht aus grauem Beton eine Fläche, die man barfuß betritt. Die Auswahl reicht von Klickfliesen für ein paar Euro bis zum verlegten Feinsteinzeug. Bevor es ums Aussehen geht, gilt eine Regel: Die Abdichtung darunter darf nicht beschädigt werden, und das Wasser muss weiter abfließen können.
Was der Belag leisten muss
Ein Balkon ist ein Außenbauteil ohne Dach über jeder Fläche. Der Belag muss Frost, UV-Strahlung, stehende Nässe und Temperaturunterschiede von 60 Grad zwischen Winter und Sommer aushalten. Er soll rutschhemmend sein, auch nass, und darf die Entwässerung nicht blockieren. Ein Balkon hat meist ein leichtes Gefälle von 1,5 bis 2 % zur Rinne oder zum Ablauf. Ein Belag, der dieses Gefälle aufhebt oder den Ablauf zudeckt, schafft Pfützen und Frostschäden.
Die Materialien im Überblick
| Material | Verlegung | Stärken | Schwächen |
| Fliesen, Feinsteinzeug | geklebt oder auf Stelzlagern | langlebig, pflegeleicht | Aufwand, Gewicht |
| Naturstein | Mörtelbett oder Stelzlager | edel, robust | schwer, teuer |
| Steinteppich | mit Harz gebunden | fugenlos, gut begehbar | Verarbeitung heikel |
| Holzfliesen | lose, Klicksystem | warm, schnell verlegt | Pflege, Vergrauung |
| WPC-Fliesen | lose, Klicksystem | pflegeleicht, splitterfrei | heizt sich auf |
| Kunststoff, Gummi, Kunstrasen | lose | günstig, leicht | wirkt schnell billig |
Fliesen und Feinsteinzeug
Feinsteinzeug ist frostfest, nimmt kaum Wasser auf und lässt sich leicht reinigen. Für den Außenbereich braucht es eine rutschhemmende Oberfläche, üblich ist mindestens R10, besser R11. Verlegt wird entweder im Dünnbett auf einer Verbundabdichtung – das ist Fachbetriebsarbeit – oder als 2 cm starke Terrassenplatte lose auf Stelzlagern. Die zweite Variante lässt das Wasser unter den Platten ablaufen und schont die vorhandene Abdichtung. Siehe auch Terrassenfliesen.

Naturstein und Steinteppich
Naturstein wirkt hochwertig, ist aber schwer und verlangt eine sorgfältige Verlegung. Frostfeste Hartgesteine wie Granit sind unkritisch; weiche Kalksteine vertragen Frost und sauren Regen schlechter.
Der Steinteppich ist eine Alternative: kleine Kiesel oder Marmorkörnchen, mit Epoxid- oder Polyurethanharz gebunden und fugenlos aufgezogen. Er ist offenporig, sodass Wasser durchsickert, fühlt sich angenehm an und passt sich jeder Form an. Die Verarbeitung ist allerdings anspruchsvoll: Der Untergrund muss trocken, sauber und tragfähig sein, die Temperatur stimmen, und das Harz verlangt Handschuhe und gute Lüftung. Belastbar ist er meist nach ein bis zwei Tagen.
Holz- und WPC-Fliesen
Die Klickfliese ist der Klassiker für Mietwohnungen: quadratische Elemente, meist 30 × 30 cm, mit Kunststoffunterbau, die ineinandergesteckt werden. Rund elf Stück ergeben einen Quadratmeter. Sie liegen lose, lassen sich um Ecken zuschneiden und beim Auszug wieder einpacken.

Holz wie Akazie wird ohne Pflege silbergrau und kann rau werden; ein Öl einmal im Jahr hält die Farbe. WPC, ein Verbund aus Holzfasern und Kunststoff, braucht kaum Pflege und splittert nicht, heizt sich in praller Sonne aber stark auf. Für größere Flächen gibt es auch Dielen auf einer Unterkonstruktion; siehe Holzterrasse: Unterkonstruktion.
Kunststoff, Gummi, Kunstrasen
Kunststoffroste und Platten aus Gummigranulat sind günstig, leicht und rutschfest. Gummi dämpft Schritte und ist bei Kindern beliebt. Kunstrasen bringt Grün auf den Balkon, sammelt aber Schmutz und trocknet langsam. Alle drei sind eher praktische als schöne Lösungen und bleichen in der Sonne mit der Zeit aus.
Das Gewicht nicht unterschätzen
Balkone werden üblicherweise für eine Nutzlast von rund 400 kg je Quadratmeter bemessen. Das klingt viel, aber Belag, Möbel, Pflanzkübel mit nasser Erde und Menschen addieren sich. Eine Terrassenplatte aus Feinsteinzeug wiegt je Quadratmeter um die 45 kg, Naturstein im Mörtelbett deutlich mehr. Holz- und WPC-Fliesen liegen weit darunter. Bei älteren oder sichtbar geschädigten Balkonen vor einem schweren Belag den Statiker fragen.
Mietwohnung: was erlaubt ist
Lose verlegte Klickfliesen, Outdoor-Teppiche oder Kunstrasen sind im Mietverhältnis meist unproblematisch, weil sie rückstandsfrei wieder entfernt werden können. Kleben, Bohren oder das Entfernen des alten Belags braucht die Zustimmung des Vermieters. Wer ohne Rücksprache verklebt und dabei die Abdichtung beschädigt, haftet für den Wasserschaden in der Wohnung darunter.
So verlegen Sie Klickfliesen
- Fläche reinigen und Laub, Moos und Sand entfernen.
- Ablauf freihalten. Über Rinne oder Ablauf eine Fliese als Revisionsklappe lose einlegen.
- An der Tür beginnen und in Reihen nach außen arbeiten, damit der sichtbare Rand gerade ist.
- Randstücke zuschneiden, bei Holz mit der Stichsäge, beim Kunststoffunterbau mit dem Cuttermesser.
- Abstand zur Wand lassen, etwa 1 cm, damit das Material arbeiten kann.
Häufige Fragen
Was kostet ein neuer Balkonbelag?
Klickfliesen aus Kunststoff gibt es ab etwa 15 Euro je Quadratmeter, Holz und WPC meist 25 bis 60 Euro. Verlegte Fliesen oder Naturstein inklusive Abdichtung durch einen Fachbetrieb kosten ein Vielfaches.
Wie reinige ich den Belag?
Fliesen und WPC mit Wasser und Bürste, bei Bedarf mit einem Terrassenreiniger. Holzfliesen nur mit wenig Druck, damit die Oberfläche nicht aufraut.
Muss ich den Boden vor dem Steinteppich abdichten?
Der Steinteppich selbst ist nicht dicht, sondern lässt Wasser durch. Die Abdichtung darunter muss intakt sein, bei Bedarf wird sie vorher erneuert.



