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Heimwerker-Berater

Balkonverkleidung-Kunststoffplatten

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Balkonverkleidung-Kunststoffplatten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wofür Kunststoffplatten eingesetzt werden
  2. Die Materialien
  3. HPL: der Standard in Wohnanlagen
  4. Transparente Platten
  5. Vorsicht bei alten Platten: Asbest
  6. Die Absturzsicherung bleibt das Geländer
  7. Zuschnitt und Montage
  8. Wind und Wetter
  9. Genehmigung und Farbe
  10. Häufige Fragen

Kunststoffplatten verwandeln ein offenes Balkongeländer in eine geschlossene Brüstung – als Sichtschutz, Windschutz oder schlicht als Ersatz für eine verwitterte alte Verkleidung. Sie sind leicht, witterungsbeständig und lassen sich zuschneiden. Bevor die alte Verkleidung abgeschraubt wird, sollte aber klar sein, woraus sie besteht: Viele Balkonplatten vor 1993 enthalten Asbest.

Wofür Kunststoffplatten eingesetzt werden

Die häufigsten Anlässe sind der Austausch alter, verblichener oder gebrochener Füllungen in Wohnanlagen, der Sichtschutz auf dem eigenen Balkon und der Windschutz in exponierten Lagen. Platten werden in die vorhandenen Geländerfelder eingesetzt oder außen vor das Geländer geschraubt. Anders als Matten oder Stoffe sind sie dauerhaft, formstabil und wirken wie ein Teil der Architektur. Die günstigen, schnell montierten Alternativen stehen unter Balkongeländer-Verkleidung.

Die Materialien

MaterialEigenschaftenPreis je m² (Richtwert)
HPL (Schichtpressstoff)sehr robust, farbstabil, kratzfest, nicht durchsichtigab etwa 50 Euro, auf Maß
Polycarbonattransparent oder getönt, nahezu bruchfestmittleres Preisniveau
Acrylglas (PMMA)glasklar, UV-stabil, aber sprödermittleres Preisniveau
ABSschlagfest, einfarbigetwa 11 bis 40 Euro
PE und PPchemikalienfest, leichtstark schwankend
Polystyrolgünstig, wenig witterungsfestetwa 8 bis 22 Euro

Für den Balkon kommen vor allem HPL, Polycarbonat und Acrylglas infrage. Billiges Polystyrol vergilbt und wird im Außenbereich schnell spröde.

HPL: der Standard in Wohnanlagen

HPL steht für High Pressure Laminate: Papierlagen, die mit Harz getränkt und unter hohem Druck verpresst werden. Das Ergebnis ist eine dichte, schwere Platte mit dekorativer Oberfläche, die Farbe, Hagel und Schmutz über Jahrzehnte verträgt. Fassadentaugliche HPL-Platten sind für den Außeneinsatz ausdrücklich ausgewiesen; Möbel-HPL für die Küche ist es nicht. Übliche Stärken für Balkonfüllungen liegen im Bereich von 6 bis 10 mm.

Transparente Platten

Wer Licht behalten will, nimmt Polycarbonat oder Acrylglas, klar, satiniert oder getönt. Satinierte Platten lassen Licht durch, verwischen aber den Blick – ein guter Kompromiss zwischen hellem Balkon und Privatsphäre.

Schöne, transparente Balkonverkleidung-Kunststoffplatten
Schöne, transparente Balkonverkleidung-Kunststoffplatten. | Foto: kokal / Depositphotos.com

Polycarbonat ist nahezu unzerbrechlich, zerkratzt aber leichter und kann ohne UV-Schutzschicht vergilben. Acrylglas bleibt klar und ist UV-stabil, bricht aber bei harten Schlägen eher. Beide dürfen nur mit weichem Tuch und Wasser gereinigt werden; Scheuermittel und Lösemittel hinterlassen Schlieren oder Spannungsrisse.

Vorsicht bei alten Platten: Asbest

Graue, faserzementartige Balkonplatten aus den 1960er- bis 1980er-Jahren sind häufig Asbestzement. Solange sie intakt sind, geben sie kaum Fasern ab. Beim Brechen, Bohren, Schleifen oder Sägen werden aber Asbestfasern frei, die Lungenkrebs verursachen können. Nie selbst zertrümmern oder mit der Flex bearbeiten. Der Ausbau gehört in die Hände eines Fachbetriebs mit Sachkunde nach TRGS 519, die Entsorgung erfolgt über spezielle Annahmestellen. Im Zweifel lässt sich eine Probe in einem Labor untersuchen.

Die Absturzsicherung bleibt das Geländer

Eine Verkleidung ist Füllung, keine Absturzsicherung. Das tragende Geländer muss nach den Landesbauordnungen meist mindestens 90 cm hoch sein, bei großer Absturzhöhe mehr, und es muss für sich allein halten. Wer Füllungen tauscht, sollte keine Pfosten schwächen oder Querstäbe entfernen. Wo transparente Platten selbst als Absturzsicherung dienen sollen, braucht es geprüfte Systeme – das ist nichts für Baumarktplatten.

Zuschnitt und Montage

  1. Maß nehmen. Feldbreite und -höhe messen und für die Wärmedehnung einige Millimeter abziehen.
  2. Zuschneiden. HPL mit Kreissäge und Hartmetallblatt, Polycarbonat und Acrylglas mit feinzahnigem Blatt bei niedrigem Vorschub. Schutzfolie bis zum Schluss draufbleiben lassen.
  3. Bohrlöcher mit Übermaß. Kunststoffe dehnen sich bei Wärme stark aus. Die Löcher werden größer gebohrt als die Schraube, damit die Platte sich bewegen kann; sonst reißt sie im Sommer an der Bohrung.
  4. Klemmhalter oder Plattenhalter setzen. Aus Edelstahl oder Aluminium, mit Gummieinlage. Sie halten die Platte am Geländer, ohne sie zu verspannen.
  5. Schrauben nicht knallhart anziehen. Handfest genügt.

Wind und Wetter

Eine geschlossene Platte fängt Wind wie ein Segel. Die Befestigungspunkte müssen deshalb eng genug sitzen, bei hohen Lagen enger als im Erdgeschoss. Ein kleiner Luftspalt unten lässt Regenwasser vom Balkonboden ablaufen und verhindert Schmutzansammlungen hinter der Platte. Klappernde Platten sind fast immer ein Zeichen für fehlende Gummieinlagen oder lockere Halter.

Genehmigung und Farbe

Die Balkonbrüstung prägt die Fassade. In Mietwohnungen ist ein Austausch oder eine neue Verkleidung deshalb zustimmungspflichtig, in Eigentümergemeinschaften entscheidet meist die Versammlung über eine einheitliche Farbe. Auch Bebauungspläne oder Gestaltungssatzungen können Vorgaben machen. Fragen Sie vor dem Kauf nach – das spart eine teure Rückrüstung. Wer nur zur Seite abschirmen möchte, kommt oft mit einem Sichtschutz für den Balkon seitlich aus.

Häufige Fragen

Was kostet eine Balkonverkleidung aus Kunststoff?

Das Material liegt je nach Platte zwischen etwa 10 und über 50 Euro je Quadratmeter, HPL auf Maß eher im oberen Bereich. Dazu kommen Halter, Zuschnitt und gegebenenfalls Montage.

Wie lange halten die Platten?

Fassaden-HPL hält mehrere Jahrzehnte, Polycarbonat und Acrylglas mit UV-Schutz viele Jahre. Billiges Polystyrol wird oft schon nach wenigen Sommern spröde.

Kann ich die Platten streichen?

HPL und die glatten Kunststoffe nehmen Farbe schlecht an. Besser gleich in der gewünschten Farbe kaufen.

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