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Heimwerker-Berater

Schamottemörtel

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Schamottemörtel
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was drin ist
  2. Die zwei Arten des Abbindens
  3. Wofür man ihn braucht
  4. Wie dünn die Fuge sein muss
  5. Schritt für Schritt verarbeiten
  6. Trocknen und Anheizen
  7. Reparaturen am Kaminofen
  8. Kosten und Mengen
  9. Häufige Fragen

Schamottemörtel ist feuerfester Mörtel aus gebranntem Ton und einem Bindemittel. Er verbindet Schamottesteine in Öfen, Kaminen, Pizza- und Backöfen und hält Temperaturen aus, bei denen normaler Zementmörtel zerbröselt. Entscheidend ist nicht nur die Temperaturfestigkeit, sondern wie er abbindet – und dass die Fugen dünn bleiben.

Was drin ist

Schamotte ist gebrannter und zerkleinerter feuerfester Ton. Weil er schon gebrannt ist, schrumpft er bei erneuter Hitze kaum noch. Im Mörtel bildet er das Gerüst. Dazu kommt ein Bindemittel, das den Mörtel vor dem ersten Feuer zusammenhält. Je nach Produkt ist das Rohton, Tonerdezement oder ein chemischer Binder. Fertigmörtel gibt es als Pulver zum Anrühren oder gebrauchsfertig im Eimer.

Die zwei Arten des Abbindens

Hydraulisch abbindendEnthält Tonerdezement. Wird mit Wasser angemacht und härtet wie Zementmörtel schon bei Raumtemperatur. Sofort nach dem Trocknen fest, gut für Bauteile, die vor dem ersten Feuer bewegt oder belastet werden.
Keramisch abbindendWird erst durch Hitze richtig fest; dabei sintert das Bindemittel. Braucht dafür hohe Temperaturen im Bereich mehrerer Hundert Grad. Kalt bleibt er relativ weich und ist wasserlöslich.
Chemisch oder luftabbindendVor allem Fertigmörtel im Eimer. Härtet an der Luft, erreicht die Endfestigkeit bei Hitze. Praktisch für Reparaturen.

Keramisch abbindender Mörtel eignet sich nur für Bereiche, die wirklich heiß werden, also die Innenseite des Feuerraums. An kühleren Stellen bleibt er dauerhaft mürbe. Für Außenschalen, die nie mehrere Hundert Grad erreichen, ist hydraulischer Mörtel die bessere Wahl.

Wofür man ihn braucht

  • Pizza- und Backöfen aus Schamottesteinen, gemauert im Garten. Anregungen bei Holzbackofen-Bausatz und Gartenofen.
  • Kaminöfen und Kachelöfen: Reparatur loser oder gerissener Schamotteauskleidung im Feuerraum.
  • Grillkamine und Feuerstellen im Garten.
  • Räucheröfen mit Feuerraum aus Stein, siehe Räucherofen selber bauen.

Wie dünn die Fuge sein muss

Hier liegt der häufigste Fehler. Die Fuge ist die schwächste Stelle des Feuerraums. Schamottesteine selbst halten die Hitze gut aus, der Mörtel dazwischen weniger. Feuerfeste Mauerwerke werden deshalb mit Fugen von nur wenigen Millimetern gesetzt, oft 2 bis 3 mm. Wer Schamottesteine wie Ziegel mit einem Zentimeter Mörtel mauert, bekommt Risse, und die Fugen bröseln mit jedem Brand weiter aus.

Für diese dünnen Fugen wird der Mörtel eher flüssig angemacht, und die Steine werden eingetaucht oder eingeschlämmt statt mit der Kelle bestrichen.

Schritt für Schritt verarbeiten

  1. Steine vornässen. Trockene Schamottesteine saugen dem Mörtel sofort das Wasser aus. Kurz eintauchen, dann abtropfen lassen.
  2. Mörtel nach Herstellerangabe anmischen. Pulver ins Wasser, nicht umgekehrt, und mit dem Rührquirl klumpenfrei rühren. Die Wassermenge steht auf dem Gebinde – zu viel Wasser schwächt jeden Mörtel.
  3. Steine dünn beschichten. Die Kontaktfläche in den Mörtel tauchen oder dünn bestreichen und den Stein mit leichtem Klopfen an seinen Platz setzen. Überschüssiger Mörtel quillt heraus und wird abgestreift.
  4. Fugen nicht nachträglich verfugen. Die Fuge entsteht beim Setzen. Auffüllen mit der Fugenkelle ergibt dicke, schwache Stellen.
  5. Verarbeitungszeit beachten. Hydraulischer Mörtel zieht je nach Produkt nach etwa einer halben bis einer Stunde an. Nur so viel anmischen, wie in dieser Zeit verbraucht wird.

Trocknen und Anheizen

Ein frisch gemauerter Ofen enthält viel Wasser. Wird er sofort voll angefeuert, verdampft es explosionsartig in den Fugen und in den Steinen, es gibt Risse oder Abplatzungen.

  1. Mehrere Tage an der Luft trocknen lassen, bei hydraulischem Mörtel laut Herstellerangabe, oft etwa eine Woche.
  2. Mit kleinem Feuer beginnen, etwa einer Handvoll Anzündholz, und über mehrere Tage die Brenndauer und Menge steigern.
  3. Erst dann auf volle Betriebstemperatur gehen.

Bei keramisch abbindendem Mörtel ist das langsame Hochfahren zugleich der Brennvorgang, der die Festigkeit bringt.

Reparaturen am Kaminofen

Kleine Risse in der Schamotteauskleidung eines Kaminofens sind normal und meist unbedenklich, solange die Steine nicht ausbrechen. Lose Fugen lassen sich mit Fertigmörtel aus dem Eimer ausbessern. Gebrochene Platten tauscht man besser aus – passende Ersatzsteine gibt es für die meisten Öfen beim Hersteller. Ist der Feuerraum selbst undicht oder hat der Ofen Risse im Stahl oder Guss, gehört das Gerät in die Hand des Fachbetriebs; der Schornsteinfeger sollte davon wissen.

Kosten und Mengen

Kleine Eimer mit 1 bis 4 kg für Reparaturen kosten je Kilogramm deutlich mehr als Sackware. Im Sack mit 10 bis 25 kg liegt der Kilopreis meist zwischen etwa 3 und 7 Euro. Weil die Fugen dünn sind, braucht man für einen kleinen Pizzaofen weniger Mörtel, als man denkt; der Hersteller nennt einen Verbrauch je Stein oder Quadratmeter.

Häufige Fragen

Kann ich normalen Zementmörtel nehmen?

Nicht im Feuerraum. Zementstein zersetzt sich ab einigen Hundert Grad, der Mörtel verliert seine Festigkeit. An der Außenschale eines Gartenofens, die nur handwarm wird, ist normaler Mörtel dagegen in Ordnung.

Ist Schamottemörtel wasserfest?

Hydraulisch abbindender Mörtel ja, keramischer erst nach dem Brennen. Ein Gartenofen braucht trotzdem ein Dach oder eine wetterfeste Außenschicht, damit sich Steine und Fugen nicht mit Regen vollsaugen.

Was ist der Unterschied zu Feuerbeton?

Feuerbeton enthält gröbere Körnung und wird gegossen oder gestampft, etwa für Ofenböden oder Formteile. Schamottemörtel ist feinkörnig und verbindet Steine.

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