Arbeitskleidung für Handwerker - was trägt man drunter?

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Über Arbeitshosen, Jacken und Sicherheitsschuhe wird viel geredet. Was darunter liegt, entscheidet aber, ob man sich nach acht Stunden auf der Baustelle klamm, verschwitzt oder durchgefroren fühlt. Die Unterwäsche ist die Schicht, die Feuchtigkeit von der Haut wegbringen muss – und darin ist das bequeme Baumwoll-T-Shirt die schlechteste Wahl.
Warum Baumwolle nicht reicht
Baumwolle saugt Schweiß auf wie ein Schwamm und gibt ihn nur langsam wieder ab. Das nasse Shirt liegt auf der Haut und kühlt aus, sobald Sie eine Pause machen oder in den Wind kommen. Im Winter ist das unangenehm, beim Wechsel zwischen schwerer Arbeit und Stillstand sogar ein Grund für Erkältungen.
Funktionswäsche aus Polyester, Polypropylen oder Merinowolle leitet die Feuchtigkeit dagegen nach außen weiter. Die Haut bleibt trockener, und die Wäsche trocknet schnell.
Die Materialien
| Material | Stärken | Schwächen |
| Baumwolle | angenehm, hautfreundlich, schmilzt nicht | bleibt nass, kühlt aus |
| Polyester, Polypropylen | leitet Feuchtigkeit, trocknet schnell, robust | riecht schnell, schmilzt bei Hitze |
| Merinowolle | wärmt auch feucht, riecht kaum | teurer, empfindlicher beim Waschen |
| Mischgewebe | Kompromiss aus Komfort und Funktion | je nach Anteil |
Im Winter: das Zwiebelprinzip
Statt einer dicken Schicht tragen Sie mehrere dünne übereinander:
- Basisschicht direkt auf der Haut: lange Funktionsunterwäsche oder Merino, eng anliegend, damit sie Feuchtigkeit aufnehmen kann.
- Wärmeschicht: Fleece oder ein dünner Pullover, der Luft einschließt.
- Außenschicht: die Arbeitsjacke oder Winterjacke, wind- und wasserabweisend.
Der Vorteil: Wird es bei schwerer Arbeit warm, ziehen Sie eine Schicht aus, statt durchzuschwitzen. In der Pause kommt sie wieder dazu.
Lange Unterhosen unter der Arbeitshose sind im Winter kein Luxus, sondern der Unterschied zwischen konzentriertem Arbeiten und kalten Knien auf dem Estrich. Ergänzt werden sie durch Knieschoner – kalter Boden zieht die Wärme durch jeden Stoff.
Im Sommer: kühl und geschützt
Bei Hitze soll die Wäsche Schweiß schnell verdunsten lassen. Dünne, helle Funktionsshirts sind besser als nackte Haut. Zwar wirkt Oberkörper frei luftig, aber die Sonne auf der Haut ist auf Dauer gefährlich.
UV-Strahlung ist für Arbeiter im Freien ein Berufsrisiko. Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung ist in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt. Schützen Sie Nacken, Arme und Schultern mit Kleidung, tragen Sie eine Kopfbedeckung oder einen Nackenschutz am Helm und cremen Sie freie Stellen ein.

Beim Schweißen und an offener Flamme: keine Kunstfaser
Hier kehrt sich die Regel um. Polyester und Polypropylen schmelzen bei Hitze und kleben dann auf der Haut. Unter Schweißerschutzkleidung oder flammhemmender Kleidung gehört deshalb Unterwäsche aus Baumwolle, Wolle oder aus speziell flammhemmenden Fasern. Dasselbe gilt für Arbeiten mit Lötbrenner, Trennschleifer mit Funkenflug und an heißen Anlagen.
Wer regelmäßig schweißt, sollte die Unterwäsche genauso bewusst auswählen wie die Schutzjacke darüber.
Nässe und Regenkleidung
Unter Regenjacke und Regenhose staut sich Feuchtigkeit von innen, sobald man sich anstrengt. Wer darunter Baumwolle trägt, ist nach einer Stunde von innen so nass wie ohne Regenschutz von außen. Mit Funktionswäsche als Basisschicht bleibt es erträglich, weil die Feuchtigkeit sich verteilt und der Körper warm bleibt.
Planen Sie bei nassem Wetter eine Garnitur zum Wechseln ein. Ein trockenes Shirt in der Mittagspause ist bei Kälte mehr wert als jede dickere Jacke.
Socken nicht vergessen
Füße schwitzen in Sicherheitsschuhen besonders stark. Funktionssocken mit Polsterung an Ferse und Zehen und einem hohen Anteil an Wolle oder Kunstfaser halten sie trockener als reine Baumwollsocken und verhindern Blasen. Im Winter zwei dünne Paar statt eines dicken, damit der Schuh nicht zu eng wird. Welche Schuhe dazu passen, steht unter Sicherheitsschuhe.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Passform: eng, aber nicht einschnürend. Nur anliegende Wäsche transportiert Feuchtigkeit.
- Flache Nähte, damit unter Hosenträgern und Gurten nichts scheuert.
- Geruchshemmung bei Kunstfasern, etwa durch Silberionen oder Merinoanteil.
- Waschbarkeit: Funktionswäsche verträgt meist 40 °C, Merino oft nur Wollwaschgang. Kein Weichspüler, er verstopft die Fasern.
Pflege
Funktionswäsche verliert ihre Wirkung, wenn Weichspüler die Fasern verklebt. Waschen Sie sie mit normalem Waschmittel, nicht zu heiß, und trocknen Sie sie an der Luft. Merino braucht seltener eine Wäsche – oft reicht Auslüften über Nacht.
Häufige Fragen
Welche Unterwäsche ist im Winter am wärmsten?
Merinowolle, weil sie auch feucht noch wärmt. Funktionswäsche aus Kunstfaser ist robuster und günstiger, wärmt aber weniger, sobald sie nass ist.
Ist Funktionswäsche für jede Arbeit geeignet?
Für die meisten ja. Ausnahme sind Arbeiten mit Flammen, Funkenflug oder Hitze – dort ist Baumwolle oder flammhemmende Wäsche vorgeschrieben oder zumindest dringend empfohlen.
Wie viele Garnituren brauche ich?
Mindestens drei, damit immer eine trocken und sauber bereit liegt. Mehr zur Kleidung darüber unter Die richtige Arbeitskleidung auch für den Heimwerker.



