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Heimwerker-Berater

Umzug... selber machen oder mit Fachfirma?

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Umzug... selber machen oder mit Fachfirma?
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Planung beginnt Wochen vorher
  2. Ausmisten vor dem Packen
  3. Der Selbstumzug
  4. Der Umzug mit der Fachfirma
  5. Was ein Umzug kostet
  6. Halteverbotszone
  7. Umzugskosten von der Steuer absetzen
  8. Nach dem Umzug
  9. Häufige Fragen

Ob Sie selbst umziehen oder eine Firma beauftragen, ist vor allem eine Rechnung aus Geld, Zeit, Muskeln und Nerven. Der Selbstumzug ist nur dann billiger, wenn genug zuverlässige Helfer da sind und nichts kaputtgeht. Eine Fachfirma kostet mehr, nimmt aber Arbeit und Haftung ab – und ein Teil der Kosten lässt sich von der Steuer absetzen.

Die Planung beginnt Wochen vorher

Egal, wie Sie umziehen: Ohne Plan wird es teuer. Die wichtigsten Punkte:

  1. Termin festlegen und mit der Übergabe der alten Wohnung abstimmen.
  2. Kündigungsfristen für Wohnung, Strom, Internet, Zeitungen und Verträge prüfen.
  3. Inventar aufnehmen: Was kommt mit, was wird verkauft, gespendet oder entsorgt?
  4. Angebote einholen oder Transporter und Helfer organisieren.
  5. Halteverbotszone beantragen, rechtzeitig vor dem Termin.
  6. Nachsendeauftrag bei der Post einrichten.
  7. Umzugskartons besorgen, besser zu viele als zu wenige.

Weitere Tipps stehen im Beitrag 15 Tipps, damit der Umzug gelingt.

Ausmisten vor dem Packen

Jeder Karton, der nicht mitkommt, spart Tragen, Platz im Wagen und bei der Firma bares Geld. Die Umzugsfirma rechnet nach Volumen und Aufwand. Gehen Sie Raum für Raum durch: Was seit zwei Jahren nicht benutzt wurde, braucht selten einen Platz in der neuen Wohnung. Sperrmüll, Wertstoffhof und Verschenkportale helfen. Mehr dazu unter Aufräumen und Entrümpeln.

Der Selbstumzug

Was Sie brauchen: einen Transporter, genug Helfer, Kartons, Decken, Spanngurte, eine Sackkarre und Werkzeug für den Möbelabbau.

Umzug in “Eigenregie” mit einem Transporter | Foto: belchonock / Depositphotos.com
Umzug in 'Eigenregie' mit dem eigenen PKW... schwierig! In der Regel braucht man einen Transporter. | Foto: belchonock / Depositphotos.com

Ein Transporter kostet je nach Größe und Anbieter etwa 50 bis 150 Euro am Tag, dazu Kilometer und Sprit. Mit einem Führerschein der Klasse B dürfen Sie Fahrzeuge bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse fahren – das reicht für die üblichen Umzugstransporter, aber nicht für jeden Lkw.

Vorteile: günstig, flexibel, Sie behalten die Kontrolle. Nachteile: körperlich hart, abhängig von Helfern, und bei Schäden haften Sie selbst. Freunde, die aus Gefälligkeit helfen, haften für Schäden meist nur bei grober Fahrlässigkeit. Eine private Haftpflichtversicherung deckt Gefälligkeitsschäden nur, wenn der Vertrag das vorsieht.

Der Umzug mit der Fachfirma

Eine Umzugsfirma schickt nach einer Besichtigung oder nach Ihrer Umzugsgutliste ein Angebot. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, am besten mit Besichtigung – Pauschalangebote ohne Besichtigung enthalten oft Nachforderungen.

Leistungen lassen sich einzeln buchen: nur Transport, Transport mit Möbelab- und -aufbau, Einpackservice, Küchenmontage, Entsorgung. Je mehr Sie selbst machen, desto günstiger. Viele packen selbst und lassen nur die schweren Möbel von Profis tragen.

Die Firma haftet nach dem Handelsgesetzbuch für Schäden, allerdings begrenzt auf einen Betrag je Kubikmeter Umzugsgut. Für wertvolle Stücke lohnt eine Transportversicherung.

Was ein Umzug kostet

PostenSelbstumzugFachfirma
Transporter/Transport50–150 Euro am Tagim Angebot enthalten
HelferVerpflegung, Dankeschönim Angebot enthalten
Zweizimmerwohnung, gleicher Ortoft unter 500 Eurohäufig 800–2000 Euro
Haus, größere Entfernungschnell mehrere Tage Arbeitmehrere tausend Euro

Die Spannen sind grob. Entscheidend sind Volumen, Stockwerk, Aufzug, Trageweg und Entfernung.

Halteverbotszone

Ein langer Trageweg kostet Zeit und Nerven. Eine Halteverbotszone vor der alten und der neuen Wohnung wird bei der Straßenverkehrsbehörde der Gemeinde beantragt, meist mindestens zwei Wochen vorher. Die Kosten liegen je nach Stadt und Aufwand grob zwischen 50 und 150 Euro; viele Umzugsfirmen kümmern sich darum.

Umzugskosten von der Steuer absetzen

Beruflich bedingter Umzug: Die Kosten sind als Werbungskosten absetzbar – etwa bei einem neuen Arbeitsplatz oder wenn sich der Arbeitsweg deutlich verkürzt. Dazu gehören Transport, Fahrten, doppelte Miete in bestimmten Grenzen und eine Pauschale für sonstige Auslagen.

Privater Umzug: Die Arbeitskosten der Umzugsfirma zählen als haushaltsnahe Dienstleistung. Davon können Sie 20 % direkt von der Steuerschuld abziehen, höchstens 4000 Euro im Jahr. Voraussetzung: Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitsanteil und Zahlung per Überweisung, nicht bar.

Die genauen Regeln ändern sich gelegentlich. Im Zweifel fragen Sie eine Steuerberatung oder das Finanzamt.

Nach dem Umzug

Die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ist innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug Pflicht. Der Vermieter muss Ihnen dafür eine Wohnungsgeberbestätigung ausstellen. Denken Sie an die Ummeldung des Autos, an Banken, Versicherungen und die Krankenkasse.

Häufige Fragen

Wann lohnt sich die Firma?

Bei großen Wohnungen, weiten Strecken, schweren Möbeln wie Klavier oder Schrankwand, wenig Helfern und wenig Zeit – oder wenn Sie beruflich umziehen und die Kosten absetzen können.

Wie viele Kartons brauche ich?

Als grobe Faustregel etwa 20 bis 30 Kartons je Person, bei vielen Büchern mehr. Bücher in kleine Kartons, Leichtes in große.

Wer haftet, wenn ein Helfer etwas kaputt macht?

Bei Gefälligkeitshilfe unter Freunden meist niemand, außer bei grober Fahrlässigkeit oder wenn die Haftpflicht Gefälligkeitsschäden einschließt.

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