Umzug... selber machen oder mit Fachfirma?

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Ob Sie selbst umziehen oder eine Firma beauftragen, ist vor allem eine Rechnung aus Geld, Zeit, Muskeln und Nerven. Der Selbstumzug ist nur dann billiger, wenn genug zuverlässige Helfer da sind und nichts kaputtgeht. Eine Fachfirma kostet mehr, nimmt aber Arbeit und Haftung ab – und ein Teil der Kosten lässt sich von der Steuer absetzen.
Die Planung beginnt Wochen vorher
Egal, wie Sie umziehen: Ohne Plan wird es teuer. Die wichtigsten Punkte:
- Termin festlegen und mit der Übergabe der alten Wohnung abstimmen.
- Kündigungsfristen für Wohnung, Strom, Internet, Zeitungen und Verträge prüfen.
- Inventar aufnehmen: Was kommt mit, was wird verkauft, gespendet oder entsorgt?
- Angebote einholen oder Transporter und Helfer organisieren.
- Halteverbotszone beantragen, rechtzeitig vor dem Termin.
- Nachsendeauftrag bei der Post einrichten.
- Umzugskartons besorgen, besser zu viele als zu wenige.
Weitere Tipps stehen im Beitrag 15 Tipps, damit der Umzug gelingt.
Ausmisten vor dem Packen
Jeder Karton, der nicht mitkommt, spart Tragen, Platz im Wagen und bei der Firma bares Geld. Die Umzugsfirma rechnet nach Volumen und Aufwand. Gehen Sie Raum für Raum durch: Was seit zwei Jahren nicht benutzt wurde, braucht selten einen Platz in der neuen Wohnung. Sperrmüll, Wertstoffhof und Verschenkportale helfen. Mehr dazu unter Aufräumen und Entrümpeln.
Der Selbstumzug
Was Sie brauchen: einen Transporter, genug Helfer, Kartons, Decken, Spanngurte, eine Sackkarre und Werkzeug für den Möbelabbau.

Ein Transporter kostet je nach Größe und Anbieter etwa 50 bis 150 Euro am Tag, dazu Kilometer und Sprit. Mit einem Führerschein der Klasse B dürfen Sie Fahrzeuge bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse fahren – das reicht für die üblichen Umzugstransporter, aber nicht für jeden Lkw.
Vorteile: günstig, flexibel, Sie behalten die Kontrolle. Nachteile: körperlich hart, abhängig von Helfern, und bei Schäden haften Sie selbst. Freunde, die aus Gefälligkeit helfen, haften für Schäden meist nur bei grober Fahrlässigkeit. Eine private Haftpflichtversicherung deckt Gefälligkeitsschäden nur, wenn der Vertrag das vorsieht.
Der Umzug mit der Fachfirma
Eine Umzugsfirma schickt nach einer Besichtigung oder nach Ihrer Umzugsgutliste ein Angebot. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, am besten mit Besichtigung – Pauschalangebote ohne Besichtigung enthalten oft Nachforderungen.
Leistungen lassen sich einzeln buchen: nur Transport, Transport mit Möbelab- und -aufbau, Einpackservice, Küchenmontage, Entsorgung. Je mehr Sie selbst machen, desto günstiger. Viele packen selbst und lassen nur die schweren Möbel von Profis tragen.
Die Firma haftet nach dem Handelsgesetzbuch für Schäden, allerdings begrenzt auf einen Betrag je Kubikmeter Umzugsgut. Für wertvolle Stücke lohnt eine Transportversicherung.
Was ein Umzug kostet
| Posten | Selbstumzug | Fachfirma |
| Transporter/Transport | 50–150 Euro am Tag | im Angebot enthalten |
| Helfer | Verpflegung, Dankeschön | im Angebot enthalten |
| Zweizimmerwohnung, gleicher Ort | oft unter 500 Euro | häufig 800–2000 Euro |
| Haus, größere Entfernung | schnell mehrere Tage Arbeit | mehrere tausend Euro |
Die Spannen sind grob. Entscheidend sind Volumen, Stockwerk, Aufzug, Trageweg und Entfernung.
Halteverbotszone
Ein langer Trageweg kostet Zeit und Nerven. Eine Halteverbotszone vor der alten und der neuen Wohnung wird bei der Straßenverkehrsbehörde der Gemeinde beantragt, meist mindestens zwei Wochen vorher. Die Kosten liegen je nach Stadt und Aufwand grob zwischen 50 und 150 Euro; viele Umzugsfirmen kümmern sich darum.
Umzugskosten von der Steuer absetzen
Beruflich bedingter Umzug: Die Kosten sind als Werbungskosten absetzbar – etwa bei einem neuen Arbeitsplatz oder wenn sich der Arbeitsweg deutlich verkürzt. Dazu gehören Transport, Fahrten, doppelte Miete in bestimmten Grenzen und eine Pauschale für sonstige Auslagen.
Privater Umzug: Die Arbeitskosten der Umzugsfirma zählen als haushaltsnahe Dienstleistung. Davon können Sie 20 % direkt von der Steuerschuld abziehen, höchstens 4000 Euro im Jahr. Voraussetzung: Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitsanteil und Zahlung per Überweisung, nicht bar.
Die genauen Regeln ändern sich gelegentlich. Im Zweifel fragen Sie eine Steuerberatung oder das Finanzamt.
Nach dem Umzug
Die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ist innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug Pflicht. Der Vermieter muss Ihnen dafür eine Wohnungsgeberbestätigung ausstellen. Denken Sie an die Ummeldung des Autos, an Banken, Versicherungen und die Krankenkasse.
Häufige Fragen
Wann lohnt sich die Firma?
Bei großen Wohnungen, weiten Strecken, schweren Möbeln wie Klavier oder Schrankwand, wenig Helfern und wenig Zeit – oder wenn Sie beruflich umziehen und die Kosten absetzen können.
Wie viele Kartons brauche ich?
Als grobe Faustregel etwa 20 bis 30 Kartons je Person, bei vielen Büchern mehr. Bücher in kleine Kartons, Leichtes in große.
Wer haftet, wenn ein Helfer etwas kaputt macht?
Bei Gefälligkeitshilfe unter Freunden meist niemand, außer bei grober Fahrlässigkeit oder wenn die Haftpflicht Gefälligkeitsschäden einschließt.



