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Heimwerker-Berater

Schalsteine

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Schalsteine
Inhalt10 Abschnitte
  1. So funktioniert ein Schalstein
  2. Größen und Arten
  3. Anwendungsbereiche
  4. Das Fundament
  5. Schritt für Schritt
  6. Wie viel Beton
  7. Vorteile und Grenzen
  8. Typische Fehler
  9. Abdichtung bei Kellern
  10. Häufige Fragen

Schalsteine sind hohle Betonsteine, die trocken aufeinandergesetzt und dann mit Beton ausgegossen werden. Sie ersetzen die Holzschalung und bleiben als Teil der Wand stehen. Das Ergebnis ist eine massive Betonwand, die ein Heimwerker ohne Schalungsbau herstellen kann – für Kellerwände, Stützmauern, Garagen und Gartenmauern.

So funktioniert ein Schalstein

Ein Schalstein hat zwei Außenwände, die über Stege verbunden sind. Die Stege sind ausgespart oder niedriger, damit der Beton in alle Richtungen fließt und sich waagerecht wie senkrecht zu einer durchgehenden Wand verbindet. Die Steine sind die verlorene Schalung, tragend ist der Betonkern. Deshalb werden sie auch nicht vermörtelt, sondern trocken versetzt – bis auf die erste Reihe.

Größen und Arten

Der Standard ist ein Stein von 50 cm Länge und 25 cm Höhe, also acht Steine je Quadratmeter Wand. Die Breite bestimmt die Wanddicke:

BreiteTypischer Einsatz
11,5–17,5 cmGartenmauern, Einfassungen, nichttragende Wände
20–24 cmGaragen, Stützmauern bis mittlere Höhe, Kellerinnenwände
30–36,5 cmKelleraußenwände, hohe Stützmauern

Neben Normalbeton gibt es Schalsteine aus Leichtbeton, die leichter zu tragen sind, und Dämmschalsteine aus Polystyrol, bei denen die Schalung zugleich die Dämmung bildet. Für Ecken, Enden und Pfeiler gibt es Sondersteine sowie halbe Steine.

Anwendungsbereiche

  • Kellerwände, besonders im Selbstbau, weil keine Schaltafeln gestellt werden müssen.
  • Stützmauern an Hängen, mit Bewehrung und Drainage.
  • Garagen und Nebengebäude.
  • Gartenmauern und Hochbeete, die verputzt oder verkleidet werden.
  • Sockel und Fundamente für Zäune und Mauern.
Anwendung von Schalsteinen im Kellerbereich
Gerade im Kellerbereich sind Schalsteine sehr beliebt. | Foto: GrinPhoto / Depositphotos.com

Das Fundament

Schalsteine stehen auf einem Streifenfundament oder einer Bodenplatte aus bewehrtem Beton. Das Fundament muss frostfrei gegründet sein, in Deutschland meist 80 cm tief, und sollte etwas breiter als die Wand sein. Für tragende und hohe Wände gehört eine Statik dazu. Bei Stützmauern ab etwa einem Meter Höhe ist das ohnehin angeraten, weil Erddruck unterschätzt wird.

Wer die Wand senkrecht bewehren will, setzt Anschlusseisen gleich beim Betonieren des Fundaments ein, die später in die Hohlräume der Steine ragen.

Schritt für Schritt

  1. Erste Reihe ins Mörtelbett. Die unterste Reihe wird in ein Mörtelbett gesetzt und exakt ausgerichtet, waagerecht und in der Flucht. Jeder Fehler hier setzt sich bis oben fort.
  2. Trocken weitermauern im Verband. Die folgenden Reihen werden ohne Mörtel aufgesetzt, jeweils um eine halbe Steinlänge versetzt.
  3. Bewehrung einlegen. Waagerechte Stäbe kommen in die Aussparungen der Stege, senkrechte Stäbe in die Kammern, je nach Statik.
  4. Nach einigen Reihen verfüllen. Füllen Sie in Lagen, meist nach drei bis vier Reihen oder höchstens rund einem Meter. Höher auf einmal kann der Frischbetondruck die Steine auseinanderdrücken.
  5. Verdichten. Mit einer Stange stochern oder einem Innenrüttler kurz verdichten, damit keine Hohlräume bleiben. Nicht zu lange rütteln.
  6. Arbeitsfuge offen lassen. Die letzte Lage nur bis etwa zur halben Steinhöhe füllen, damit die nächste Lage verzahnt anschließt.
  7. Oberste Reihe bündig abziehen und die Mauerkrone gegen Wasser schützen.

Wie viel Beton

Je breiter der Stein, desto mehr Beton. Bei einem 24-cm-Stein liegt der Verbrauch in der Größenordnung von 150 bis 170 Litern je Quadratmeter Wand; die genaue Angabe steht im Datenblatt des Herstellers. Verwendet wird ein weicher bis fließfähiger Beton mit kleinem Größtkorn, damit er in alle Ecken läuft. Für größere Wände lohnt Transportbeton; wie man Beton selbst mischt, steht unter Zement, Mörtel, Putz oder Beton.

Vorteile und Grenzen

Dafür
  • keine Schalung nötig
  • massive, tragfähige Betonwand
  • für Selbstbauer gut beherrschbar
  • Steine günstig, meist 1,30 bis 3 Euro
Dagegen
  • Beton schleppen oder pumpen
  • unebene Oberfläche, muss verputzt werden
  • Fehler in der ersten Reihe kaum korrigierbar
  • schlecht dämmend ohne Zusatzdämmung

Typische Fehler

  • Zu hoch auf einmal verfüllt. Der Frischbeton drückt die unteren Reihen auseinander, die Wand steht danach bauchig oder bricht beim Betonieren auf.
  • Zu steifer Beton. Er bleibt an den Stegen hängen und hinterlässt Hohlräume, die man von außen nicht sieht.
  • Erste Reihe nicht exakt ausgerichtet. Oben klaffen dann Fugen, und Ecken passen nicht mehr zusammen.
  • Ohne Bewehrung an Ecken und Öffnungen. Gerade dort reißen Wände zuerst.
  • Staub und Mörtelreste in den Kammern. Sie trennen die Betonlagen; vor jedem Verfüllen kurz ausfegen oder ausblasen.

Abdichtung bei Kellern

Eine Schalsteinwand ist nicht wasserdicht. Erdberührte Wände brauchen eine Abdichtung nach DIN 18533, etwa mit kunststoffmodifizierter Bitumendickbeschichtung, dazu eine Perimeterdämmung und je nach Boden eine Drainage. Bei Stützmauern ist die Drainage auf der Erdseite entscheidend: Staut sich Wasser hinter der Mauer, verdoppelt sich der Druck.

Häufige Fragen

Muss man Schalsteine vermörteln?

Nein, nur die erste Reihe liegt im Mörtelbett. Alle weiteren werden trocken versetzt, den Verbund übernimmt der Beton.

Wie hoch darf eine Stützmauer ohne Statik sein?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Niedrige Einfassungen sind unkritisch; ab etwa einem Meter Geländesprung, an Grundstücksgrenzen oder bei Verkehrslast oberhalb gehört eine Berechnung dazu. Im Zweifel fragen Sie das Bauamt.

Was kostet eine Wand aus Schalsteinen?

Für Steine rechnen Sie meist 10 bis 25 Euro je Quadratmeter, dazu Beton, Bewehrung und Fundament. Die Hauptkosten stecken im Beton und im Fundament, nicht in den Steinen.

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