Maler engagieren – Das gilt es zu beachten

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Einen Maler zu engagieren lohnt sich immer dann, wenn der Untergrund Arbeit macht, die Höhe gefährlich wird oder die Zeit fehlt. Für eine glatte Wand in einem leeren Zimmer brauchen Sie ihn meist nicht. Entscheidend ist, dass Sie vergleichbare Angebote einholen und vorher klar festlegen, was genau gemacht werden soll – die meisten Streitigkeiten entstehen aus unklaren Absprachen, nicht aus schlechter Arbeit.
Selbst streichen oder Profi holen
Ein Zimmer mit tragfähiger Raufaser oder Glattvlies in einer hellen Farbe zu streichen, schaffen die meisten Heimwerker an einem Wochenende. Die Farbe ist das kleinste Problem, der Aufwand steckt im Ausräumen, Abdecken und Abkleben. Schwierig wird es, sobald der Untergrund nicht mitspielt: abblätternde Altanstriche, Risse, Nikotinflecken, Wasserränder, Schimmel oder ein Mix aus Tapetenresten und Putz. Hier entscheidet die Vorarbeit über das Ergebnis, und genau die unterschätzen Laien regelmäßig.
Auch kräftige Farbtöne, Lacke auf Türen und Heizkörpern sowie Spachteltechniken verzeihen wenig. Ansätze, Rollenspuren und ungleichmäßige Deckkraft sieht man bei dunklen Wänden im Streiflicht sofort. Ein Profi arbeitet nass in nass und in einem Zug, und er hat die Übung, die sich nicht in einem Wochenende nachholen lässt.
Wann der Maler Pflicht ist
Fassaden, Treppenhäuser mit großer Höhe und alles, wofür ein Gerüst nötig ist, gehören in Fachhand. Arbeiten auf einer Leiter in mehreren Metern Höhe sind für Ungeübte eines der größten Unfallrisiken im Haushalt. Beim Gerüst kommt hinzu, dass es ordnungsgemäß aufgestellt und bei öffentlichem Grund oft genehmigt werden muss. Auch bei alten Anstrichen mit Verdacht auf Schadstoffe – etwa bleihaltige Lacke in sehr alten Häusern – sollte ein Fachbetrieb ran, bevor irgendjemand schleift.

Was ein Malerbetrieb alles übernimmt
Das Leistungsspektrum geht weit über das Streichen hinaus. Die meisten Betriebe bieten an:
- Untergrundvorbereitung: Tapeten entfernen, Risse und Löcher spachteln, Flächen schleifen, grundieren.
- Tapezieren mit Raufaser, Vlies, Glasfaser oder Mustertapeten.
- Lackierarbeiten an Türen, Zargen, Fenstern, Heizkörpern und Geländern.
- Dekorative Techniken wie Spachtelputz, Lasuren oder Kalkputze.
- Fassadenanstrich einschließlich Reinigung und Gerüst.
- Bodenbeschichtungen in Keller und Garage.
- Schimmelsanierung an der Oberfläche – die Ursache muss allerdings trotzdem gefunden werden.
Was Malerarbeiten kosten
Die Preise schwanken stark nach Region, Auftragslage und Untergrund. Als grobe Orientierung:
| Leistung | Grobe Spanne |
| Stundenlohn Geselle | ca. 45–70 Euro netto |
| Wände und Decke streichen, glatter Untergrund | ca. 8–15 Euro je m² |
| Tapezieren mit Raufaser inkl. Anstrich | ca. 15–30 Euro je m² |
| Tür mit Zarge lackieren | ca. 100–250 Euro |
| Fassade streichen, ohne Gerüst | ca. 20–40 Euro je m² |
Maßgeblich ist bei Innenräumen meist die Wandfläche, nicht die Grundfläche. Ein 20-m²-Zimmer mit 2,50 m Raumhöhe hat rund 45 m² Wand plus 20 m² Decke. Fenster und Türen werden je nach Betrieb abgezogen oder übermessen – fragen Sie nach, wie gerechnet wird. Material, Anfahrt, Abdeckarbeiten und Entsorgung sind je nach Angebot eingerechnet oder extra aufgeführt.
Angebote richtig vergleichen
Holen Sie mindestens drei schriftliche Angebote ein, am besten nach einer Besichtigung vor Ort. Ein seriöser Betrieb will die Wände sehen, bevor er einen Preis nennt. Vergleichen Sie nicht nur die Endsumme, sondern die Positionen: Sind Grundierung und Spachtelarbeiten enthalten? Wie viele Anstriche? Welches Produkt in welcher Qualität? Ein Angebot ohne Vorarbeiten ist billiger auf dem Papier und teurer am Ende.
Achten Sie auf die Unterscheidung zwischen Festpreis und Kostenvoranschlag. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung; wird er wesentlich überschritten, muss der Betrieb Sie aber vorher darauf hinweisen (§ 649 BGB). Bei einem Pauschalpreis trägt der Betrieb das Mengenrisiko.
So finden Sie einen guten Betrieb
Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis sind nach wie vor die zuverlässigste Quelle, gefolgt von Bewertungen mit nachvollziehbarem Text statt nur Sternen. Maler und Lackierer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk: Der Betrieb sollte in der Handwerksrolle eingetragen sein, die Handwerkskammer gibt darüber Auskunft. Fragen Sie nach Referenzobjekten und nach der Betriebshaftpflicht.
Günstige Termine gibt es eher im Winter. Im Frühjahr und Sommer sind viele Betriebe mit Fassaden ausgelastet; Innenarbeiten zwischen November und Februar lassen sich oft schneller und manchmal günstiger unterbringen.
Geld sparen durch Eigenleistung
Sie können den Preis senken, indem Sie die zeitraubenden Nebenarbeiten selbst erledigen: Möbel ausräumen, alte Tapeten ablösen, Nägel und Dübel entfernen, Steckdosenabdeckungen abschrauben. Sprechen Sie das vorher ab und lassen Sie es im Angebot vermerken. Was Sie nicht selbst machen sollten, ist das Spachteln, wenn der Maler anschließend darüber streicht – er haftet ungern für einen Untergrund, den er nicht selbst hergestellt hat. Anleitungen zum Ablösen finden Sie unter Tapeten ablösen.
Steuer: 20 Prozent zurück
Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt gibt es nach § 35a EStG eine Steuerermäßigung von 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Das gilt auch für Mieter. Voraussetzungen: eine Rechnung, in der Arbeits- und Materialkosten getrennt ausgewiesen sind, und Zahlung per Überweisung. Bar bezahlte Rechnungen erkennt das Finanzamt nicht an. Wer Fördermittel für dieselbe Maßnahme bekommt, kann die Ermäßigung nicht zusätzlich nutzen.
Typische Fehler bei der Beauftragung
- Kein schriftlicher Auftrag. Farbtöne, Glanzgrad, Anzahl der Anstriche und Termine gehören auf Papier.
- Farbton nur am Bildschirm ausgesucht. Lassen Sie eine Musterfläche von mindestens einem halben Quadratmeter an der Wand anlegen.
- Abnahme ohne Licht. Prüfen Sie die Flächen bei Tageslicht und mit Streiflicht einer Lampe, bevor Sie abnehmen.
- Volle Vorkasse. Abschlagszahlungen nach Baufortschritt sind üblich, die gesamte Summe vorab nicht.
Häufige Fragen
Wie lange braucht ein Maler für ein Zimmer?
Ein leer geräumtes Zimmer mit gutem Untergrund streicht ein Maler an einem Tag, inklusive Abdecken. Mit Spachtelarbeiten, Trocknungszeiten und zweitem Anstrich werden es schnell zwei bis drei Tage.
Muss ich die Möbel selbst ausräumen?
Nicht zwingend, aber es spart Geld. Große Möbel werden sonst in die Raummitte gerückt und abgedeckt, das kostet Arbeitszeit, die berechnet wird.
Wer haftet für Schäden?
Der Betrieb haftet für Schäden, die er bei der Arbeit verursacht, über seine Betriebshaftpflicht. Mängel an der Leistung selbst fallen unter die Gewährleistung, bei Werkverträgen in der Regel zwei Jahre, bei Arbeiten an Bauwerken fünf Jahre.



