Bastelbeton

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Bastelbeton ist feinkörniger Gießbeton für Windlichter, Schalen, Figuren und Pflanztöpfe. Er wird nur mit Wasser angerührt, in eine Form gegossen und nach dem Aushärten herausgelöst. Der häufigste Fehler ist Ungeduld: Nach einer halben Stunde ist er angesteift, aber noch lange nicht fest genug zum Entformen.
Was Bastelbeton ist
Bastelbeton, auch Kreativbeton genannt, ist eine fertige Trockenmischung aus Zement und sehr feinem Zuschlag. Anders als Baubeton enthält er keinen groben Kies, sondern Sand oder Gesteinsmehl von wenigen Zehntelmillimetern. Dadurch fließt er auch in feine Konturen und ergibt glatte Oberflächen. Manche Produkte enthalten Zusätze, die ihn staubärmer, fließfähiger oder schneller härtend machen.
Einige Kreativmassen basieren auf Gips oder Kunstharz. Sie sehen ähnlich aus, verhalten sich aber anders: Gips ist nicht frostfest und nicht für draußen geeignet. Auf der Packung steht, worum es sich handelt.
Wofür er sich eignet
- Deko für innen: Kerzenhalter, Schalen, Buchstützen, Untersetzer.
- Pflanzgefäße für Sukkulenten und Kräuter, mit Abflussloch.
- Gartenfiguren und Trittsteine in kleinem Format, wenn das Produkt frostfest ist.
- Geschenke, die schwerer aussehen, als sie waren.
Für alles, was tragen muss – Fundamente, Stufen, Pfosten –, ist Bastelbeton weder gedacht noch wirtschaftlich. Dafür gibt es Baustoffe aus dem Sack; einen Überblick bietet Zement, Mörtel, Putz oder Beton.
Richtig anrühren
Das Mischungsverhältnis gibt der Hersteller vor, meist als Gewichtsverhältnis Pulver zu Wasser. Halten Sie es genau ein. Zu viel Wasser macht die Masse zwar schön flüssig, aber das fertige Stück bleibt weich, staubt und bekommt Risse. Zu wenig Wasser ergibt Lunker und eine löchrige Oberfläche.
- Wasser zuerst in einen Plastikbecher oder Eimer geben, dann das Pulver einrieseln lassen.
- Gründlich rühren, bis keine Klümpchen mehr da sind, etwa zwei bis drei Minuten.
- Kurz ruhen lassen, damit Luftblasen aufsteigen.
- Nur so viel anmischen, wie in 15 bis 30 Minuten verarbeitet wird. Angesteifte Masse lässt sich nicht mit Wasser retten.
Welche Formen sich eignen
Fast alles, was glatt ist und sich später vom Beton trennen lässt:
- Silikonformen sind am einfachsten, weil sie sich abziehen lassen.
- Kunststoffbecher, Joghurtbecher, Schalen für Töpfe und Windlichter, bei Bedarf mit einem kleineren Becher als Einsatz.
- Getränkekartons für eckige Blöcke; sie werden zum Entformen einfach aufgeschnitten.
- Sandformen aus dem Kinderspielzeug für kleine Figuren.
Harte Formen vorher mit Speiseöl, Vaseline oder Trennmittel einstreichen. Ohne Trennmittel klebt der Beton fest, und die Form ist verloren.
Schritt für Schritt zum fertigen Stück
- Arbeitsplatz abdecken und Handschuhe anziehen.
- Form vorbereiten und einfetten; Einsätze mit Gewicht beschweren, sonst schwimmen sie auf.
- Masse einfüllen, langsam und von einer Seite, damit wenig Luft eingeschlossen wird.
- Rütteln oder klopfen. Leichtes Klopfen an der Form lässt Luftblasen aufsteigen und sorgt für eine glatte Oberfläche.
- Abdecken und ruhen lassen, am besten mit Folie, damit der Beton nicht zu schnell austrocknet.
- Entformen frühestens nach 24 Stunden, bei dickeren Stücken später.
- Nachtrocknen lassen, meist zwei bis drei Tage, bevor bemalt oder versiegelt wird.
Färben und veredeln
Bastelbeton gibt es in Grau, Weiß und Anthrazit. Färben lässt er sich mit Pigmenten für Zement, die vor dem Anrühren ins Pulver gemischt werden; Acrylfarbe im Nachhinein deckt nur die Oberfläche. Metallic-Effekte gelingen mit Blattmetall oder Metallicfarbe auf Teilflächen. Nach dem Trocknen lassen sich Kanten mit feinem Schleifpapier brechen. Farben speziell für Beton stehen unter Betonfarbe.
Staub und Hautkontakt
Bastelbeton enthält Zement. Angerührt ist er stark alkalisch und kann Haut und Augen reizen oder verätzen. Handschuhe tragen und Spritzer im Auge sofort mit viel Wasser ausspülen. Beim Einfüllen des Pulvers entsteht feiner Staub, den man nicht einatmen sollte; staubarme Produkte und ein ruhiger Einfüllvorgang helfen. Kinder basteln nur unter Aufsicht. Reste gehören nicht in den Abfluss, sondern ausgehärtet in den Hausmüll.
Drinnen oder draußen
Ob ein Stück draußen überwintern kann, hängt vom Produkt ab. Viele Zementmischungen sind nach dem Aushärten frostbeständig, dünnwandige Teile können aber reißen, wenn Wasser in Poren gefriert. Eine Imprägnierung für Beton oder Naturstein verringert die Wasseraufnahme. Für Lebensmittel sind Bastelbeton-Schalen grundsätzlich nicht gedacht.
Kosten und Alternativen
Bastelbeton kostet im Handel meist um die 4 bis 5 Euro je Kilogramm, eine 5-kg-Packung also rund 20 Euro. Wer größere Mengen braucht, etwa für Pflanzkübel oder Trittplatten, kann auf Fein- oder Estrichbeton aus dem Baumarkt ausweichen; 25 kg kosten dort nur einen Bruchteil. Allerdings ist die Oberfläche gröber, weil der Zuschlag größer ist. Absieben hilft. Siehe Estrichbeton und Schnellbeton.
Häufige Fragen
Wie schnell trocknet Bastelbeton?
Angesteift ist er oft nach etwa 30 Minuten, entformbar nach etwa einem Tag, durchgetrocknet nach mehreren Tagen. Seine volle Festigkeit erreicht Zement erst nach rund vier Wochen.
Warum hat mein Stück Löcher an der Oberfläche?
Eingeschlossene Luftblasen. Mehr klopfen und rütteln, langsamer einfüllen, und die Masse nicht zu steif anrühren.
Warum bricht das Teil beim Entformen?
Meist zu früh entformt oder zu viel Wasser verwendet. Dünne Kanten sind bei Beton grundsätzlich empfindlich.


