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Am eigenen Haus ist immer was zu tun

Die eigenen vier Wände sind der Traum der meisten Menschen. Etwas Eigenes haben und sich nicht mit einem Vermieter auseinandersetzen zu müssen, ist eine sehr verlockende Vorstellung. Dabei vergessen viele, dass man als Eigentümer andere Verpflichtungen hat als man sie als Mieter hat. Was ist an dem Sprichwort dran, dass an einem Haus immer etwas zu tun ist? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Eine Außenwand eines neuen Hauses wird verputzt | Foto: Kzenon / Depositphotos.com

Als Mieter zahlt man jeden Monat eine Miete, als Eigentümer eine Kreditrate. Allerdings fällt diese ja irgendwann weg, weil der Kredit getilgt ist, und ab diesem Zeitpunkt wohnt man günstiger. Das ist die sehr vereinfachte Sicht der Dinge, wenn man Miete und Eigentum miteinander vergleich. Allerdings ist keine Immobilie dauerhaft nutzbar ohne Renovierungen und Sanierungen. Während man als Mieter nur in geringem Maße an diesen Kosten beteiligt wird, schlagen sie beim Immobilieneigentümer voll durch.

Ein typisches Beispiel sind die Fenster. Während Eigentümer für Haus oder Wohnung irgendwann Fenster kaufen müssen, ist das in einer gemieteten Immobilie die Sorge des Vermieters. Der Eigentümer muss viel Geld auf einen Schlag ausgeben, der Mieter bekommt den Austausch nur über eine Mieterhöhung zu spüren.

Mit welchen Kosten muss man kalkulieren?

Eine allgemeingültige Antwort darauf kann man nicht geben. Und Fenster und Dach müssen erst nach vielen Jahren ausgetauscht werden. Trotzdem sollte man als Eigentümer frühzeitig diese Kosten im Blick haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn man sich für eine gebrauchte Immobilie entscheiden möchte.

Kalkulierbarer sind die Kosten, die für einen Eigentümer regelmäßig anfallen. Die Wartung der Heizung, der Schornsteinfeger und sämtliche Reparaturen. Geht ein Küchengerät kaputt, dann muss man es selber ersetzen. Tropft ein Wasserhahn, dann kann man keinen Vermieter anrufen.

Im Vorteil die die Immobilienbesitzer, die über ein gewisses handwerkliches Geschick verfügen, und deshalb einige Reparaturen selber vornehmen können. Bevor man einen Kaufvertrag unterschreibt, sollte man sich fragen, ob man Zeit und Lust hast immer wieder etwas an Haus oder Wohnung selber zu erledigen.

Haus oder Wohnung: Ein großer Unterschied

Was man auch beachten muss ist, dass es einen großen Unterschied macht, ob man ein Haus oder eine Wohnung erwirbt. Während ein Haus in den allermeisten Fällen eine abgeschlossene Einheit darstelle, sind Wohnungen in aller Regel als Teileigentum organisiert. Letzteres bedeutet, dass man mit anderen Eigentümern gemeinsam das Gebäude besitzt. Deshalb sind einige Kosten auch auf die Gemeinschaft umzulegen. Das betrifft im Wesentlichen die Gebäudehülle und die Substanz des Gebäudes. In der eigenen Wohnung ist man für Reparaturen wiederum selber verantwortlich.

Das eigene Haus umfasst ja auch noch die Außenanlagen. Der Garten will gepflegt werden. Man muss sicher selber um die Mülltonnen kümmern und im Winter müssen Schnee und Eis beseitigt werden. All diese Aufgaben muss man selber erledigen oder sich einen Dienstleister suchen, der sie übernehmen kann. Dies verursacht aber zusätzliche Kosten. Was man in jungen Jahren einfach selber macht, fällt einem im Alter vielleicht schwerer. Darum sollte man immer einkalkulieren, dass man nach der Rückführung des Immobiliendarlehens Ausgaben für Dienstleistungen rund um das Haus haben wird. Zumindest dann, wenn man möglichst lange darin wohnen bleiben möchte.

Neue Immobilie oder gebraucht?

Es gibt also unterschiedliche Kostenfaktoren welche man beim Eigentum berücksichtigen sollte. Doch wo fallen die Kosten geringer aus? Gerade wenn es um den Kauf einer Immobilie geht stellen sich viele die Frage was unterm Strich günstiger ist. Dabei sind dann nicht unbedingt die Anschaffungskosten plus Erwerbsnebenkosten gemeint. Über kurz oder lang fallen bei jeder Immobilie Kosten an, die sich nicht immer vermeiden lassen. Wie hoch diese dann aber ausfallen, lässt sich sehr wohl bereits zu Beginn einkalkulieren. Zudem ist ein Neubau auch nicht immer die bessere Lösung. Denn gerade wenn neueste Technik verbaut wird, kann es später zu hohen Kosten für Instandhaltung, Reparaturen oder gar Tausch kommen. Ebenfalls ist Technik oftmals anfälliger. Darum sollte bereits beim Kauf auf den Kosten und Nutzen Faktor das Augenmerk gesetzt werden.

Eine Recherche zu Reparatur- oder Ersatzteilkosten kann im Vorfeld bereits Aufschluss zu eventuell entstehenden Kosten liefern. So kann es also durchaus sinnvoller sein, eher eine bestehende Immobilie zu kaufen, welche zumindest nicht in der Technik anfällig ist und somit später höhere Kosten anfallen können. Hinzu kommt noch, das es auch nicht unbedingt ein Haus sein muss. Denn gerade hier hat man am meisten zu tun. Eben gemäß dem Motto: ein Haus macht immer arbeit. Von Pflege des Garten, über den Winterdienst den man immer selbst machen muss ohne Wechsel, bis hin zu Auflagen von Stadt und Gemeinden. Eine gute Überlegung im Vorfeld kann also viel Ärger und Frust vermeiden.

Was ist bei einem Haus oder einer Wohnung noch zu beachten?

Ein grundsätzliches “besser” gibt es bei dieser Frage nicht. Es kommt eben immer darauf an, um welchen Zustand es sich beim gewünschten Eigentum handelt. Die bereits vorab erwähnten eventuell später entstehenden Kosten für Reparaturen und ähnliches, sollte man ebenfalls abwägen und im Hinterkopf behalten. Hinzu kommt bei der Wahl zwischen Haus oder Eigentumswohnung noch die Frage, wie gern man sich als Heimwerker betätigt. Denn nicht für jede Aufgabe kann man einen Handwerker beauftragen, da dies mit der Zeit enorm ins Geld gehen würde. Klar ist, das vor allem am eigenen Haus so einiges anfällt, was gemacht werden muss. Das sind dann nicht nur eventuell anfallende Reparaturen, sondern auch die alltäglichen Dinge. Einmal von Ratenzahlungen für Darlehen und Co. abgesehen, gibt es also vieles was erledigt werden muss und unter Umständen weitere Kosten verursacht.

Sollten Sie also gern als Heimwerker tätig sein und Ihnen das werkeln und basteln Spaß machen, dann kommen Sie auch mit den anfallenden Aufgaben an einem Haus bestimmt gut zurecht. Sollte Ihnen das aber eher nicht liegen und Sie möchten sich was diese Aufgaben betrifft lieber auf ein Minimum beschränken, ist wohl die Wohnung die bessere Wahl.

Das positive sehen

Bislang haben wir vor allem die eher ernsteren Themen rund um das Eigenheim beleuchtet. Doch es sind nicht nur Kosten und Arbeit welche ein Eigenheim verursacht. Natürlich gibt es auch viele positive Effekte. So sind Sie in Ihren eigenen vier Ihr eigener Herr. Hier haben Sie zum Beispiel Gestaltungsfreiraum nach Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen, ohne das ein Vermieter um Erlaubnis gefragt werden muss. Jede Veränderung die an Ihrem Eigenheim vorgenommen wird, egal ob Haus oder Wohnung, geschieht nur aus Ihrem eigenen Wunsch heraus. So gibt es also auch viele positive Gründe, welche für das Eigentum sprechen. Sehen Sie es immer von der positiven Seite, behalten aber immer die eventuellen Kosten im Blick.

Handwerker beim Modernisieren eines Hauses

Bei Modernisierungen hat man verschiedene Möglichkeiten; wir erläutern sie hier! | Foto: zurijeta / Depositphotos.com

Rücklagen als Puffer bilden

Damit eventuell entstehende Kosten kein zu großes Loch in die Kasse reißen, sollte man bereits früh für Rücklagen sorgen, welche als Puffer für eben solche Fälle dienen. Denn was in anderen privaten Bereichen gilt, ist auch was das Eigenheim betrifft gültig. Allgemein sollten etwa mindestens 3 Monatsgehälter als Rücklagen für unerwartete Kosten oder ähnliches vorhanden sein. Durch diese ist es dann möglich auch größere Beträge stemmen zu können, ohne in finanzielle Engpässe zu kommen.

Dabei müssen die Raten welche für das Bilden von Rücklagen genutzt werden nicht hoch sein. Selbst kleine Beträge können bereits einiges bewegen. Wird dies kontinuierlich verfolgt, so kann bereits kurzer Zeit ein ansehnlicher Betrag zusammen kommen. Hierbei ist nicht unbedingt die Höhe der Sparrate wichtig, sondern die konsequente und regelmäßige Routine. Wird nämlich jeden Monat etwas zur Seite gelegt, kommt man schneller an das Ziel als gedacht.

Fazit

Es ist richtig das ein Eigenheim mit vielen Pflichten und Kosten verbunden ist. Auch das es immer etwas zu tun gibt ist ein Fakt. Dennoch hat das eigene Heim natürlich auch viele positive Seiten. Wenn Sie bereits zu Beginn eventuelle Kosten mit einkalkulieren und stets leine Beträge als Puffer zur Seite legen, werden Sie viel Spaß an Ihrem eigenen Heim haben. So sind Sie auch auf schwierige, finanzielle Zeiten gut vorbereitet.


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