Photovoltaik FAQ für Selbsterzeuger

Inhalt10 Abschnitte
Eine Photovoltaikanlage macht aus Sonnenlicht Strom für den eigenen Haushalt, den Überschuss speist sie ins Netz ein. Wirtschaftlich lohnt sie sich heute vor allem über den selbst verbrauchten Strom, nicht mehr über die Einspeisevergütung. Die folgenden Antworten ordnen die wichtigsten Fragen vor dem Kauf.
Was bedeuten kWp und kWh?
| kWp (Kilowatt Peak) | Spitzenleistung unter genormten Testbedingungen: 1000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur. Das ist die Größenangabe der Anlage. |
| kWh (Kilowattstunde) | Energiemenge. 1 kW Leistung über eine Stunde ergibt 1 kWh. Danach wird Strom abgerechnet. |
| Eigenverbrauchsquote | Anteil des erzeugten Stroms, den Sie selbst nutzen. |
| Autarkiegrad | Anteil Ihres Verbrauchs, den die Anlage deckt. |
Die Spitzenleistung erreicht eine Anlage im Alltag selten. Entscheidend ist der Jahresertrag.
Wie viel Strom liefert eine Anlage?
In Deutschland erzeugt 1 kWp je nach Region, Ausrichtung und Neigung etwa 850 bis 1100 kWh im Jahr. Im Süden ist es mehr, im Norden weniger. Eine Anlage mit 8 kWp auf einem Süddach liefert also grob 7000 bis 8500 kWh – deutlich mehr, als ein Vier-Personen-Haushalt mit rund 4000 kWh verbraucht. Ost-West-Dächer liefern etwas weniger Gesamtertrag, verteilen ihn aber besser über den Tag, was dem Eigenverbrauch zugutekommt. Verschattung durch Gauben, Schornsteine oder Bäume kostet mehr, als man denkt, weil ein verschattetes Modul einen ganzen Strang bremsen kann.
Wie groß ist ein Modul?
Übliche Module für Wohnhäuser messen heute etwa 1,7 × 1,1 m und leisten 400 bis 450 Wp. Ältere Formate mit 60 Zellen lagen bei rund 1,65 × 1 m und deutlich weniger Leistung. Als Faustregel brauchen Sie 5 bis 6 m² Dachfläche je kWp. Ein Dach mit 40 m² nutzbarer Fläche trägt damit etwa 7 bis 8 kWp. Rechnen Sie Abstände zu First, Traufe und Ortgang ab, die Montagesystem und Brandschutz verlangen.

Wie groß sollte meine Anlage sein?
Früher hat man die Anlage am Verbrauch ausgerichtet. Heute gilt eher: Dach sinnvoll belegen, denn die Kosten je kWp sinken mit der Größe, und künftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto erhöhen den Bedarf. Begrenzend wirken das Budget und die Frage, ob sich ein zweiter Wechselrichter oder ein stärkerer Hausanschluss nötig macht. Für die Planung reichen drei Zahlen: Ihr Jahresverbrauch aus der Stromrechnung, die nutzbare Dachfläche und die Ausrichtung.
Was kostet eine Anlage?
Die Preise schwanken stark mit Marktlage und Region. Als grobe Orientierung für eine schlüsselfertige Anlage auf einem Einfamilienhaus:
| Anlage | Grobe Spanne |
| ohne Speicher, je kWp | etwa 1200 bis 1800 Euro |
| Batteriespeicher, je kWh Kapazität | etwa 500 bis 1000 Euro |
| Steckersolargerät (Balkonkraftwerk) | ab etwa 300 Euro |
Kleine Anlagen sind je kWp teurer, weil Gerüst, Planung und Anmeldung fast gleich viel kosten wie bei großen. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie den Preis je kWp, nicht den Gesamtpreis.
Lohnt sich ein Speicher?
Ohne Speicher nutzt ein Haushalt typischerweise 20 bis 35 Prozent des erzeugten Stroms selbst, mit Speicher oft 50 bis 70 Prozent. Ein Speicher verbessert die Unabhängigkeit, aber nicht immer die Rendite, weil er viel kostet und selbst altert. Als Faustregel wird die nutzbare Kapazität etwa auf 1 kWh je 1000 kWh Jahresverbrauch ausgelegt. Größer bringt meist wenig, weil der Speicher im Winter ohnehin nicht voll wird.
Einspeisen, Steuer, Anmeldung
Überschuss, den Sie ins Netz liefern, vergütet der Netzbetreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für 20 Jahre zu einem festen Satz. Er liegt für kleine Dachanlagen inzwischen unter 10 Cent je kWh und sinkt für neue Anlagen regelmäßig – selbst verbrauchter Strom spart dagegen den vollen Bezugspreis.
- Anmeldung: Jede Anlage, auch ein Balkonkraftwerk, gehört ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Größere Anlagen meldet der Installateur zusätzlich beim Netzbetreiber an.
- Einkommensteuer: Für Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern ist der Ertrag seit 2022 steuerfrei.
- Umsatzsteuer: Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Steuersatz von 0 Prozent beim Kauf.
- Gewerbe: Für typische Dachanlagen in dieser Größe ist in der Regel keine Gewerbeanmeldung mehr nötig.
Die Regeln ändern sich häufig. Prüfen Sie vor dem Kauf den aktuellen Stand, etwa bei der Verbraucherzentrale.
Darf ich selbst montieren?
Die Unterkonstruktion und die Module dürfen Sie mit Erfahrung und Absturzsicherung selbst aufs Dach bringen. Den Anschluss an das Hausnetz und die Inbetriebnahme darf nur eine eingetragene Elektrofachkraft vornehmen, der Netzbetreiber verlangt deren Unterschrift. Arbeiten auf dem Dach ohne Gerüst oder Sicherung sind lebensgefährlich. Einzelheiten stehen bei der Eigenmontage einer PV-Anlage. Ohne Handwerker kommen nur Steckersolargeräte aus, die mit bis zu 800 W Wechselrichterleistung über eine Steckdose einspeisen dürfen.
Wie lange hält eine Anlage und was braucht sie an Pflege?
Hersteller geben auf Module meist 25 bis 30 Jahre Leistungsgarantie, typischerweise mit 80 bis 90 Prozent Restleistung am Ende. Der Wechselrichter hält kürzer, oft 10 bis 15 Jahre, und ist das Bauteil, das man einmal ersetzt. Wartung ist überschaubar: Ertragsdaten im Blick behalten, alle paar Jahre Verkabelung und Befestigung prüfen lassen. Reinigen ist bei geneigten Dächern selten nötig, der Regen erledigt das. Wenn doch, nur mit weichem Wasser und ohne Hochdruck.
Häufige Fragen
Lohnt sich PV auch bei geringem Verbrauch?
Ja, wenn der Preis je kWp stimmt und ein nennenswerter Teil selbst verbraucht wird. Bei sehr kleinem Verbrauch kann ein Balkonkraftwerk oder eine kleine Anlage die bessere Rechnung sein.
Was sind flexible Solarmodule?
Dünne, biegsame Module für Wohnmobil, Boot oder gewölbte Flächen. Sie sind leicht, haben aber einen geringeren Wirkungsgrad und eine kürzere Lebensdauer als Glasmodule und sind für das Hausdach keine echte Alternative.
Gibt es Alternativen zum Aufdachsystem?
Ja: Solardachziegel ersetzen die Eindeckung, ein Carport mit Solardach nutzt eine zusätzliche Fläche. Beide sind je kWp meist teurer als Module auf dem Dach.



