Anleitung: Fensterläden selber bauen

Inhalt9 Abschnitte
Klappläden aus Holz schützen vor Sonne, Wind und neugierigen Blicken und geben einem Haus Charakter. Ein einfacher Brettladen mit Querleisten und Strebe ist an einem Wochenende gebaut; die Herausforderung liegt im genauen Maß und im Holzschutz. Lamellenläden sind anspruchsvoller, lassen aber Licht und Luft herein.
Welche Bauarten es gibt
- Brettladen. Senkrechte Bretter, gehalten von zwei oder drei Querleisten, oft mit Diagonalstrebe. Einfach, robust, ländlich.
- Rahmen-Füllungsladen. Ein Rahmen mit eingesetzten Füllungen. Aufwendiger, klassisch.
- Lamellenladen. Ein Rahmen mit schräg eingesetzten Lamellen, auch Jalousieladen genannt. Lässt Licht durch und lüftet, braucht aber genaue Fräs- oder Stemmarbeit.
Für den Eigenbau eignet sich der Brettladen am besten. Die Konstruktion ist dieselbe wie bei einer Gartentür, siehe Holztor selber bauen.
Das passende Holz
Ein Fensterladen steht voll in der Witterung. Geeignet sind Lärche, Douglasie, Kiefer und für höhere Ansprüche Eiche. Nehmen Sie trockenes, gehobeltes Holz mit wenig Ästen, Bretter mit etwa 20 bis 28 mm Stärke. Dickere Bretter sind stabiler, machen den Laden aber schwer und belasten Kloben und Mauerwerk. Kesseldruckimprägnierte Kiefer ist günstig und haltbar, lässt sich aber erst nach einer Wartezeit gut streichen, siehe kesseldruckimprägniertes Holz streichen.
Werkzeug und Material
- Bretter mit Nut und Feder oder gefaste Profilbretter
- Leisten für Querriegel und Strebe
- Edelstahlschrauben, Holzleim der Klasse D3 oder D4
- Kreis- oder Kappsäge, Stichsäge für Ausschnitte
- Akkuschrauber, Winkel, Zwingen
- Ladenbänder, Kloben, Ladenfeststeller
- Grundierung und Lack oder Lasur für außen
Richtig messen
Messen Sie die Fensteröffnung außen: Breite und Höhe der Mauerlaibung oder, bei Läden vor der Wand, der Fläche, die abgedeckt werden soll. Bei zwei Flügeln wird jeder etwas mehr als halb so breit wie die Öffnung, damit sie in der Mitte überlappen oder mit einem Anschlag schließen. Planen Sie oben und unten wenige Millimeter Luft ein, damit der Laden auch bei gequollenem Holz frei schwingt.
Prüfen Sie außerdem, ob der geöffnete Laden an der Wand Platz hat, ohne gegen ein Fallrohr, eine Lampe oder den Laden des Nachbarfensters zu schlagen.

Den Brettladen bauen
- Bretter zuschneiden auf die volle Höhe des Ladens. Bei Nut-und-Feder-Brettern die äußere Feder des ersten und die Nut des letzten Brettes abtrennen.
- Bretter auslegen mit der Außenseite nach unten, zusammenschieben und mit Zwingen ausrichten.
- Querleisten anzeichnen, meist etwa 20 cm von oben und unten. Sie sollten sich auf Höhe der späteren Bänder befinden.
- Querleisten aufschrauben. Von der Innenseite, zwei Schrauben je Brett. Nicht vollflächig verleimen: Die Bretter müssen quellen und schwinden können.
- Strebe einpassen. Sie läuft von der unteren Querleiste an der Bandseite schräg hinauf zur oberen Querleiste an der Schlossseite und stützt so die freie Ecke.
- Ausschnitt anbringen, wenn gewünscht. Ein klassisches Herz, ein Mond oder eine Tanne mit der Stichsäge ausschneiden, die Kanten verrunden.
- Kanten brechen und den Laden fein schleifen.
Oberfläche und Holzschutz
Streichen Sie den Laden vor der Montage vollständig: Vorderseite, Rückseite, alle Kanten und besonders das Hirnholz an der Unterkante. Die Unterkante bekommt einen zusätzlichen Anstrich, weil dort Wasser abtropft. Deckende Farben schützen am besten vor UV-Licht, Lasuren lassen die Maserung sichtbar, müssen aber häufiger erneuert werden. Die klassische Farbgebung – grün, rot, blau, grau – ist Geschmackssache und in manchen Ortskernen Sache der Gestaltungssatzung.
Montage an der Wand
Der Laden hängt mit Ladenbändern an Kloben, die in der Wand oder im Fensterrahmen sitzen. In Mauerwerk werden Kloben mit Dübel und Gewinde oder mit Mörtel eingesetzt; bei gedämmten Fassaden braucht es spezielle Montageelemente, die durch die Dämmung ins Mauerwerk reichen. Richten Sie die Kloben exakt senkrecht übereinander aus, sonst schließt der Laden von selbst oder schwingt auf.
Für den geöffneten Zustand braucht jeder Flügel einen Feststeller an der Wand, der ihn bei Wind hält. Geschlossen werden die Flügel mit einem Riegel oder einer Überwurfstange von innen gesichert.
Pflege über die Jahre
Kontrollieren Sie die Läden jedes Frühjahr: Blättert die Farbe an der Unterkante, ist dort Wasser eingedrungen. Schleifen Sie solche Stellen an und streichen Sie sie nach, bevor das Holz grau und rissig wird. Die Bänder bekommen einen Tropfen Öl, die Schrauben werden nachgezogen. Hängt ein Laden mit den Jahren durch, ist meist die Strebe zu schwach oder falsch herum eingebaut, oder die Kloben haben sich im Mauerwerk gelockert. Ein deckender Anstrich hält in der Regel fünf bis acht Jahre, eine Lasur nur etwa zwei bis drei.
Häufige Fragen
Ist Selberbauen günstiger als Kaufen?
Meist ja, vor allem bei Sondermaßen. Fertige Holzläden nach Maß kosten schnell mehrere hundert Euro je Fenster; das Material für einen einfachen Brettladen liegt deutlich darunter.
Gibt es andere Formen?
Neben Klappläden gibt es Schiebeläden, die auf einer Schiene vor der Fassade laufen, und Faltläden für breite Öffnungen. Für innen siehe Holzjalousien.
Gibt es elektrische Fensterläden?
Ja, mit Motorantrieb im Kloben oder in einer Antriebsstange. Das ist Sache des Fachhandels und braucht einen Stromanschluss, den eine Elektrofachkraft legt.



