Badsanierung – Was kostet das?

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Ein Bad wird im Schnitt nur alle 20 bis 30 Jahre erneuert – und dann meist teurer als gedacht. Die Spanne ist riesig, weil eine Wanne 200 oder 2.000 Euro kosten kann. Den Preis treiben aber weniger die sichtbaren Teile als das, was hinter den Fliesen passiert: Leitungen, Abdichtung und die Stunden der Handwerker.
Womit Sie grob rechnen müssen
Für eine Komplettsanierung durch Fachbetriebe – alles raus, neue Leitungen, Fliesen, Sanitär, Elektrik – werden für ein durchschnittliches Bad von 5 bis 8 m² häufig Beträge zwischen etwa 15.000 und 30.000 Euro genannt. Einfache Ausführungen sind darunter möglich, hochwertige oder barrierefreie Bäder landen schnell darüber. Solche Zahlen sind eine Orientierung, kein Angebot; regionale Preise und die Auslastung der Betriebe schwanken stark.
| Umfang | Was gemacht wird | Größenordnung |
| Teilsanierung | einzelne Objekte tauschen, Fliesen bleiben | wenige tausend Euro |
| Oberflächen neu | Fliesen, Objekte, Armaturen; Leitungen bleiben | etwa 8.000 bis 15.000 Euro |
| Komplettsanierung | Rückbau bis auf den Rohbau, alles neu | etwa 15.000 bis 30.000 Euro |
| Barrierefrei komplett | zusätzlich bodengleiche Dusche, breitere Tür, Haltegriffe | oft über 25.000 Euro |
Die Kostenblöcke im Einzelnen
Eine Komplettsanierung besteht aus mehreren Gewerken, und jedes schlägt eigenständig zu Buche:
- Rückbau und Entsorgung. Alte Fliesen, Estrich, Objekte raus, Bauschutt weg. Unterschätzt, weil nichts davon am Ende sichtbar ist.
- Sanitärinstallation. Neue Wasser- und Abwasserleitungen, Vorwandelemente, Anschlüsse. Einer der größten Posten.
- Elektrik. Neue Stromkreise, Steckdosen, Licht, Lüfter.
- Estrich und Abdichtung. Besonders bei bodengleicher Dusche aufwendig.
- Fliesen. Material und Verlegung, wobei die Verlegung oft teurer ist als die Fliese.
- Sanitärobjekte und Armaturen. Hier hat der Bauherr den größten Spielraum.
- Nebenarbeiten. Tür, Heizkörper, Decke, Malerarbeiten.
Warum der Lohn den Preis bestimmt
In einem Bad arbeiten nacheinander Installateur, Elektriker, Fliesenleger, oft auch Trockenbauer und Maler. Jeder kommt mehrmals, jeder hat Anfahrt, und jeder wartet, bis der Vorgänger fertig ist. Ein Bad von 6 m² braucht deshalb schnell zwei bis vier Wochen Bauzeit. Wer ein Komplettangebot aus einer Hand einholt, zahlt für die Koordination, spart aber Leerlauf und Streit über Schnittstellen.
Vorwandinstallation spart Zeit
Statt Leitungen in die Wand zu schlitzen, lassen sie sich vor der Wand in einem Montagerahmen führen, der mit Gipskartonplatten beplankt wird. WC-Spülkasten, Waschtischanschluss und Leitungen verschwinden darin. Das spart Stemmarbeit und Staub, macht spätere Änderungen leichter und bietet oben eine praktische Ablage. Der Raum wird dabei um 15 bis 25 cm schmaler, was in einem kleinen Bad zählt.
Fliesen: Material und Fläche
Die Fliesenfrage entscheidet nicht nur über die Optik, sondern auch über den Aufwand. Großformate wirken ruhig und haben wenige Fugen, verlangen aber einen sehr ebenen Untergrund und mehr Erfahrung beim Verlegen. Wer nur bis Türhöhe oder nur im Spritzbereich fliest und den Rest mit feuchtraumgeeigneter Farbe streicht, spart Fläche und damit Geld.
Für den Boden gilt: rutschhemmend wählen, besonders in der Dusche. Wer vorhandene Fliesen behalten will, findet Alternativen unter Fliesen überkleben und Fliesenfarbe.
Elektrik und Licht mitplanen
Ein Bad braucht mehr Strom als früher: Föhn, Rasierer, Zahnbürste, Handtuchheizkörper, Spiegelschrank mit Licht, Lüfter. Steckdosen und Leuchten müssen die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 einhalten; die Planung und der Anschluss sind Sache der Elektrofachkraft. Für ein Bad ohne Fenster gehört ein automatischer Lüfter in die Planung, siehe Badlüfter mit Feuchtigkeitssensor.
Barrierefreiheit gleich mitdenken
Wer ohnehin alles aufreißt, sollte an später denken: eine bodengleiche Dusche, eine Tür mit mindestens 80 cm lichter Breite, verstärkte Wände für spätere Haltegriffe, ein WC in bequemer Sitzhöhe. Nachträglich kostet jede dieser Maßnahmen ein Vielfaches, weil wieder aufgestemmt werden muss. Die Mehrkosten beim ohnehin fälligen Umbau sind dagegen überschaubar. Welche Duschlösungen es gibt, zeigt der Ratgeber Duschkabinen.
Wo Eigenleistung sinnvoll ist
Sparen lässt sich bei Arbeiten, die keine Fachkenntnis verlangen und keine Gewährleistung berühren:
- Rückbau. Alte Fliesen abschlagen und Schutt entsorgen, nach Absprache mit dem Betrieb. Siehe Fliesenmeißel.
- Malerarbeiten an Decke und Wänden außerhalb der Fliesen.
- Montage von Accessoires wie Handtuchhalter und Spiegel.
Finger weg von Abdichtung, Elektrik und Trinkwasserinstallation. Ein Fehler in der Abdichtung zeigt sich oft erst nach Jahren als Wasserschaden in der Decke darunter – und dann zahlt niemand außer Ihnen.
Zuschüsse und Steuervorteile
- Pflegekasse. Liegt ein Pflegegrad vor, bezuschusst sie wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie den Umbau zur bodengleichen Dusche mit derzeit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Antrag vor Baubeginn.
- KfW. Das Programm „Altersgerecht Umbauen“ fördert barrierereduzierende Maßnahmen. Die Mittel für die Zuschussvariante sind allerdings immer wieder ausgeschöpft; den aktuellen Stand vor der Planung prüfen.
- Steuer. Handwerkerleistungen im selbst bewohnten Haushalt lassen sich nach § 35a EStG absetzen: 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro Steuerermäßigung im Jahr. Nur für Lohn, nicht für Material, und nur bei Überweisung.
Förderung und Steuerermäßigung lassen sich für dieselbe Maßnahme meist nicht doppelt nutzen. Mehr zu Förderwegen steht unter Finanzierung der Sanierung.
Häufige Fragen
Wie viel kostet ein Bad je Quadratmeter?
Diese Rechnung trügt, weil die teuren Posten – Installation, Objekte, Planung – kaum mit der Fläche wachsen. Ein kleines Bad ist je Quadratmeter deutlich teurer als ein großes.
Wie vergleiche ich Angebote?
Nur Angebote mit gleichem Leistungsumfang. Achten Sie darauf, ob Rückbau, Entsorgung, Abdichtung und Nebenarbeiten enthalten sind. Ein auffällig günstiges Angebot hat oft Lücken, die als Nachtrag kommen.
Kann ich mit Teilsanierung anfangen?
Ja, wenn die Leitungen in Ordnung sind. Sind sie 40 Jahre alt, lohnt es selten, neue Fliesen auf alte Rohre zu setzen.



