Putz entfernen, aber richtig!

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Putz abschlagen ist laut, staubig und mühsam – aber technisch einfach. Die eigentliche Arbeit liegt in der Vorbereitung und im Staubschutz, nicht im Meißeln. Wer beides ernst nimmt, schafft einen Raum in ein bis zwei Tagen, ohne dass das halbe Haus hinterher grau ist.
Wann der Putz wirklich runter muss
Nicht jeder schlechte Putz muss komplett weg. Einzelne Risse oder kleine Fehlstellen lassen sich ausbessern. Abschlagen lohnt sich, wenn der Putz hohl klingt und sich großflächig vom Mauerwerk gelöst hat, wenn er durch Feuchtigkeit oder Salze zerstört ist, wenn eine Innendämmung oder ein anderer Putz direkt aufs Mauerwerk soll oder wenn Leitungen neu verlegt werden. Klopfen Sie die Wand mit dem Hammerstiel ab: Hohle Stellen klingen dumpf und scheppernd.
Vorsicht vor Asbest
In Häusern, die vor 1993 gebaut oder renoviert wurden, kann Asbest in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern stecken. Man sieht es ihm nicht an. Wer solche Schichten abschlägt oder schleift, setzt Fasern frei. Lassen Sie im Zweifel eine Probe im Labor untersuchen, das kostet meist einen niedrigen dreistelligen Betrag oder weniger. Bei positivem Befund ist das Entfernen eine Aufgabe für Fachfirmen. Hintergrund bei Asbest erkennen.
Raum vorbereiten
- Strom abschalten für die Leitungen in der Wand, die Sicherung markieren. Leitungen mit einem Leitungssucher orten – sie laufen nicht immer senkrecht.
- Raum ausräumen, was nicht raus kann, mit Folie abdecken und abkleben.
- Boden schützen mit Malervlies oder Pappe, darüber Folie. Herunterfallende Putzbrocken schlagen sonst Macken in Fliesen und Parkett.
- Türen abdichten mit Folie und Klebeband oder einer Staubschutztür mit Reißverschluss.
- Lüften nach außen und im Idealfall einen Ventilator ins Fenster stellen, der Luft hinausbläst.
Schutzausrüstung
Putzstaub enthält meist Quarz, und Quarzfeinstaub schädigt die Lunge dauerhaft. Eine Maske FFP2, besser FFP3, gehört dazu, dazu Schutzbrille, Handschuhe und Gehörschutz beim Bohrhammer. Feste Schuhe schützen vor herabfallenden Brocken. Für Maschinen mit Absaugung ist ein Baustaubsauger der Staubklasse M das Mindeste; ein Haushaltssauger ist nach wenigen Minuten dicht.
Von Hand: Hammer und Meißel
Für kleine Flächen und lockeren Putz genügen Fäustel und Flachmeißel oder ein Maurerhammer. Setzen Sie den Meißel flach an und arbeiten Sie von unten nach oben oder von einer Kante aus. Oft genügt es, den Putz anzuschlagen, bis er in größeren Platten abfällt. Das ist langsam, aber leise und kontrolliert – ideal an Stellen, an denen das Mauerwerk empfindlich ist, etwa bei altem Ziegel oder Lehm.
Mit dem Bohrhammer
Für größere Flächen ist ein Bohrhammer mit Meißelfunktion die übliche Wahl. Spatmeißel mit 40 bis 80 mm Breite schälen den Putz ab, ohne tief ins Mauerwerk zu gehen. Halten Sie den Meißel flach, in einem Winkel von etwa 30 Grad zur Wand. Zu steil angesetzt, hacken Sie Löcher ins Mauerwerk, die Sie später wieder zuputzen müssen. Bei harten Zementputzen oder großen Außenflächen hilft ein Abbruchhammer, der aber schwer ist und an der Decke nichts verloren hat.
Mit Sanierungs- oder Putzfräse
Eine Sanierungsfräse trägt Putz mit rotierenden Frässternen oder Diamantsegmenten flächig ab. Mit angeschlossener Absaugung staubt sie deutlich weniger als der Bohrhammer, die Wand wird gleichmäßiger. Sie eignet sich besonders für dünnere Schichten, Farbreste und Fliesenkleber. Viele Verleiher haben sie im Angebot; ein Tag kostet meist deutlich weniger als der Kauf. Einzelheiten bei Putzfräse mieten.
Dekorputz und Rollputz
Kunstharzgebundene Dekor- und Rollputze sind dünn und elastisch. Mit dem Meißel zerbröseln sie eher, als dass sie abplatzen. Bewährt hat sich:
- Einweichen mit warmem Wasser und etwas Tapetenablöser, mehrmals auftragen und einwirken lassen.
- Dampfen mit einem Tapetenablösegerät, bis die Schicht weich wird.
- Abstoßen mit einem breiten, scharfen Spachtel.
Reste auf der Wand lassen sich anschließend mit der Fräse oder einem Schleifer abnehmen. Mehr dazu bei Rollputz.
Entsorgung
Mineralischer Putz aus Kalk, Zement oder Gips ist Bauschutt. Gips gehört nicht in den normalen Bauschutt, sondern wird bei vielen Deponien getrennt angenommen. Kunstharzputze zählen zu den gemischten Bauabfällen. Für größere Mengen lohnt ein Container; ein Quadratmeter Putz mit 2 cm Dicke wiegt rund 30 bis 40 kg, ein Raum kommt also schnell auf eine halbe Tonne. Kleine Mengen nimmt der Wertstoffhof in Säcken an.
Nach dem Abschlagen
Die freigelegte Wand wird abgefegt oder abgesaugt, lose Fugen werden ausgekratzt. Vor dem neuen Putz gehört eine passende Grundierung oder Haftbrücke auf das Mauerwerk, bei stark saugenden Steinen ein Vorspritz. Wie es weitergeht, zeigen Kalkzementputz und eine Außenwand verputzen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, einen Raum abzuschlagen?
Für einen Raum mit 12 m² Grundfläche und rund 35 m² Wandfläche rechnen geübte Heimwerker mit dem Bohrhammer mit ein bis zwei Tagen, plus Vorbereitung und Aufräumen.
Muss ich alte Farbe vor dem Neuverputzen entfernen?
Ja, wenn sie abblättert oder dicht ist. Neuer Putz haftet schlecht auf Dispersionsfarbe. Eine Haftbrücke hilft nur bei festen, tragfähigen Anstrichen.



