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Heimwerker-Berater

Spritzputz

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Spritzputz
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was ihn ausmacht
  2. Welche Bindemittel es gibt
  3. Innen
  4. Außen und an der Fassade
  5. Die Verarbeitung
  6. Ausbessern
  7. Entfernen
  8. Typische Fehler
  9. Kosten
  10. Häufige Fragen

Spritzputz ist ein Oberputz, der nicht mit der Kelle aufgezogen, sondern mit einer Maschine oder Putzpistole auf die Wand gespritzt wird. Das Ergebnis ist eine gleichmäßig körnige Struktur, die kleine Unebenheiten schluckt. In den Sechziger- bis Achtzigerjahren war er an Decken und Fassaden sehr verbreitet – und begegnet heute vielen vor allem beim Renovieren.

Was ihn ausmacht

Beim Spritzputz entsteht die Struktur durch die Art des Auftrags: Der Putz trifft in vielen kleinen Tropfen auf die Wand und bildet eine körnige, leicht raue Oberfläche. Die Körnung ist fein, meist um 1 mm, selten mehr als 3 mm. Je nach Düse, Druck und Abstand entsteht eine feine oder eine gröbere Spritzstruktur.

Nicht zu verwechseln ist er mit dem Spritzbewurf. Der ist kein Oberputz, sondern eine dünne, raue Haftbrücke aus Zementmörtel, die vor dem eigentlichen Putz auf glatte oder stark saugende Untergründe geworfen wird. Er sorgt dafür, dass der nachfolgende Putz hält.

Welche Bindemittel es gibt

KalkzementMineralisch, diffusionsoffen, robust. Für Fassaden und Feuchträume geeignet.
Kunstharz (Dispersion)Elastisch, wasserabweisend, fertig angemischt. Neigt außen eher zu Algen.
SilikatMineralisch gebunden, sehr diffusionsoffen, verbindet sich mit mineralischen Untergründen.
SilikonharzWasserabweisend und trotzdem diffusionsoffen, für Fassaden mit Wetterbelastung.

Für innen genügen meist Dispersions- oder Kalkputze, außen kommt es auf den Aufbau der Wand und die Wetterseite an. Mehr zu den mineralischen Grundlagen unter Kalkzementputz.

Innen

In Wohnräumen findet man Spritzputz vor allem an Decken. Er war beliebt, weil er schnell aufzubringen war und kleinere Unebenheiten der Rohdecke verdeckte. Er schluckt Schall besser als eine glatte Fläche und lässt sich überstreichen. Nachteilig ist, dass sich Staub in der Struktur hält und dass die Fläche beim Streichen viel Farbe braucht, weil jede Unebenheit die Oberfläche vergrößert.

Außen und an der Fassade

An der Fassade bietet Spritzputz eine robuste, gleichmäßige Oberfläche, die kleinere Risse und Ausbesserungen gut kaschiert. Häufig wird er auch auf Wärmedämmverbundsystemen verwendet. Wichtig ist hier der passende Systemaufbau: Unterputz, Armierung und Oberputz müssen zueinander passen und vom selben Hersteller freigegeben sein.

Spritzputz an der Fassade
Spritzputz an der Fassade. | Foto: kataklinger / Depositphotos.com

Die Verarbeitung

Spritzputz wird in der Regel mit einer Putzmaschine oder einer Putzpistole mit Kompressor aufgetragen. Für kleinere Flächen und Ausbesserungen gibt es handliche Trichterpistolen, siehe Putzpistole. Große Flächen erledigt eine Verputzmaschine.

  1. Untergrund prüfen. Tragfähig, sauber, trocken, frei von Staub und losen Teilen.
  2. Grundieren. Eine Putzgrundierung gleicht die Saugfähigkeit aus und verbessert die Haftung. Bei farbigen Putzen ist sie im Farbton des Putzes sinnvoll.
  3. Abkleben. Fenster, Türen, Böden und alles, was sauber bleiben soll. Spritzputz fliegt weiter, als man glaubt.
  4. Probefläche anlegen. Druck, Düse und Abstand an einer Platte ausprobieren, bis die Struktur passt.
  5. In einem Zug arbeiten. Eine Wand ohne Pause von Ecke zu Ecke spritzen, sonst entstehen sichtbare Ansätze.
  6. Gleichmäßiger Abstand. Die Pistole in kreisenden oder gleichmäßigen Bahnen führen, immer im selben Abstand zur Wand.

Die Verarbeitungstemperatur sollte nicht unter +5 °C liegen, weder in der Luft noch an der Wand. Pralle Sonne und Wind an der Fassade trocknen den Putz zu schnell und führen zu Rissen oder Farbunterschieden.

Ausbessern

Einzelne Schadstellen lassen sich mit einer Putzpistole oder einem Spritzputzspachtel nacharbeiten. Die Struktur exakt zu treffen, ist schwierig. Am unauffälligsten wird es, wenn Sie bis zu einer natürlichen Kante ausbessern – einer Ecke, einem Fenster, einer Fuge – und die Fläche danach komplett überstreichen. Kleine Löcher an Innendecken lassen sich auch mit einem Tupfschwamm und Spachtelmasse annähern.

Entfernen

Spritzputz entfernen ist mühsam. Dispersionsputze lassen sich mit Wasser und etwas Geduld einweichen und abspachteln, mineralische Putze nur mechanisch mit Spachtel, Meißel oder einem Wandschleifer mit Absaugung.

Achtung bei älteren Gebäuden: In Putzen, Spachtelmassen und Kleber aus der Zeit bis etwa 1993 kann Asbest enthalten sein. Lassen Sie vor dem Abschleifen oder Abstemmen eine Materialprobe untersuchen. Wie man den Verdacht erkennt, steht unter Asbest erkennen. Weitere Methoden unter Putz entfernen.

Typische Fehler

  • Ohne Grundierung gespritzt. Stark saugende Wände entziehen dem Putz Wasser, er wird mürbe und kreidet.
  • Unterbrochen. Eine Pause mitten in der Wandfläche bleibt als Ansatz sichtbar, auch nach dem Streichen.
  • Zu wenig abgedeckt. Spritzer auf Fensterrahmen und Glas lassen sich nur mühsam entfernen, wenn sie erst einmal angetrocknet sind.

Kosten

Mit einem Fachbetrieb liegen die Kosten für Spritzputz einschließlich Grundierung und Arbeit häufig um 30 Euro je Quadratmeter, je nach Fläche, Gerüst und Region auch darüber. Das Material allein ist deutlich günstiger. Wer selbst spritzen will, muss eine Maschine mieten und Zeit für Übung und Abdeckarbeiten einrechnen.

Häufige Fragen

Kann ich Spritzputz überstreichen?

Ja. Nehmen Sie eine Farbe, die zum Putz passt, und eine Rolle mit langem Flor, damit die Farbe in die Vertiefungen kommt.

Ist Spritzputz noch zeitgemäß?

Innen wird heute eher glatt oder mit Streichputz gearbeitet. An Fassaden ist er als gleichmäßige, pflegeleichte Struktur weiterhin verbreitet.

Welcher Putz ist die Alternative?

Für eine ähnliche Wirkung ohne Maschine eignen sich Rollputz oder Reibeputz.

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