Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Schutzgasflasche

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welches Gas wofür
  2. Flaschengrößen
  3. Kaufen, mieten oder tauschen
  4. Die Farbkennzeichnung
  5. Material und Prüfung
  6. Druckminderer und Durchfluss
  7. Sicher lagern und transportieren
  8. Häufige Fehler
  9. Häufige Fragen

Beim MAG-, MIG- und WIG-Schweißen schützt ein Gas das flüssige Metall vor Luftsauerstoff. Dieses Gas kommt aus einer Druckgasflasche, und bei der Wahl stellen sich drei Fragen: Welches Gas, welche Größe und kaufen oder mieten? Wer das einmal geklärt hat, muss sich danach vor allem um sichere Lagerung und den richtigen Durchfluss kümmern.

Welches Gas wofür

GasVerfahrenEinsatz
ArgonWIG, MIGAluminium, Edelstahl, alle Metalle beim WIG-Schweißen
Argon-CO2-Mischgas (z. B. 82/18)MAGunlegierter Stahl, der Standard für Heimwerker
CO2MAGunlegierter Stahl, günstig, aber mehr Spritzer und rauere Naht
Argon mit wenig CO2 oder O2MAGEdelstahl mit MAG-Gerät

Für das typische Heimwerker-Schutzgasschweißgerät an Stahl ist Mischgas mit Argon und CO2 die beste Wahl. Wer WIG schweißt, braucht reines Argon. Welches Verfahren sich für was eignet, steht unter Schweißverfahren und Schweißgeräte.

Flaschengrößen

Die Größe wird als Wasservolumen der Flasche angegeben, üblich sind 5, 10, 20 und 50 Liter. Der Inhalt hängt vom Fülldruck ab. Die meisten Flaschen werden mit 200 bar gefüllt, neuere auch mit 300 bar.

Eine Beispielrechnung: Eine 10-Liter-Flasche mit 200 bar enthält rund 2000 Liter Gas. Bei einem Durchfluss von 12 Litern je Minute reicht das für knapp drei Stunden reine Schweißzeit. Für gelegentliche Reparaturen ist das viel, für einen Anhängerbau eher knapp.

CO2 ist ein Sonderfall. Es liegt in der Flasche flüssig vor, weil seine kritische Temperatur mit etwa 31 Grad über der Raumtemperatur liegt. Der Druck in der Flasche beträgt bei 20 Grad rund 57 bar, unabhängig davon, wie voll sie ist. Den Füllstand erkennt man daher nur am Gewicht.

Kaufen, mieten oder tauschen

Mietflaschen gehören dem Gaslieferanten. Sie zahlen eine monatliche oder jährliche Miete und tauschen die leere gegen eine volle. Prüfungen übernimmt der Lieferant.

Eigentumsflaschen kaufen Sie einmalig. Danach tauschen Sie sie bei vielen Fachhändlern gegen eine gefüllte Eigentumsflasche und zahlen nur die Füllung. Für Hobbyschweißer, die jahrelang dabeibleiben, ist das meist die günstigere Lösung.

Einwegflaschen mit wenigen Litern Gas gibt es für Kleinstgeräte. Sie sind pro Liter Gas sehr teuer und nur für einzelne Reparaturen sinnvoll.

Die Farbkennzeichnung

Maßgeblich ist die Farbe der Flaschenschulter nach EN 1089-3, nicht der Flaschenkörper. Argon ist dunkelgrün, CO2 grau, Argon-CO2-Mischgase sind meist leuchtend grün, Sauerstoff weiß, Acetylen kastanienbraun. Der Flaschenkörper von Industriegasen ist in Deutschland meist grau. Verlassen Sie sich trotzdem immer auf das Gefahrgutetikett mit dem Gasnamen, nicht nur auf die Farbe.

Material und Prüfung

Schutzgasflaschen sind nahtlos gezogene Stahlflaschen, seltener Aluminium. In die Schulter sind Hersteller, Prüfdruck, Leergewicht und das Datum der letzten Prüfung eingeschlagen. Druckgasflaschen müssen in festen Abständen wiederkehrend geprüft werden, für die üblichen Stahlflaschen meist alle zehn Jahre. Bei Mietflaschen erledigt das der Lieferant, bei Eigentumsflaschen passiert es in der Regel beim Tausch über den Händler. Eine Flasche mit abgelaufener Prüfung wird nicht mehr befüllt.

Druckminderer und Durchfluss

Zwischen Flasche und Schweißgerät gehört ein Druckminderer mit Durchflussmesser. Er reduziert den Flaschendruck und zeigt den Gasstrom in Litern je Minute. Als Faustwert beim MAG-Schweißen gilt: Drahtdurchmesser in Millimetern mal zehn ergibt den Durchfluss, also bei 0,8-mm-Draht etwa 8 l/min. Draußen bei Wind etwas mehr. Beim WIG-Schweißen genügen meist 6 bis 10 l/min.

Mehr Gas bringt nicht mehr Schutz. Zu viel Durchfluss wirbelt Luft ins Schutzgas und macht die Naht porös.

Sicher lagern und transportieren

  • Aufrecht und gegen Umfallen gesichert, mit Kette oder Wandhalter. Ein abgebrochenes Ventil verwandelt eine 200-bar-Flasche in ein Geschoss.
  • Schutzkappe aufsetzen, sobald kein Druckminderer montiert ist.
  • Nicht in Kellerräumen ohne Lüftung lagern. Argon und CO2 sind schwerer als Luft, geruchlos und verdrängen Sauerstoff. Ein Leck sammelt sich am Boden, wo man es nicht bemerkt.
  • Vor Hitze schützen. Nicht neben Heizung oder in der Sonne im Auto stehen lassen.
  • Im Auto nur kurz, aufrecht oder liegend gesichert, mit geschlossenem Ventil, abgeschraubtem Druckminderer und gelüftetem Innenraum.

Häufige Fehler

  • Ventil nach dem Schweißen offen gelassen. Eine kleine Undichtigkeit an Schlauch oder Gerät leert die Flasche über Nacht.
  • Druckminderer für das falsche Gas. CO2-Druckminderer vereisen bei hohem Durchfluss und brauchen teils eine Heizung, Argon-Minderer sind dafür nicht ausgelegt.
  • Dichtung vergessen. Ohne Dichtung am Flaschenanschluss zischt es beim Öffnen.
  • Mit Fett oder Öl am Ventil gearbeitet. Bei Sauerstoffflaschen ist das lebensgefährlich, bei Schutzgas unnötig.

Häufige Fragen

Kann ich ohne Gas schweißen?

Mit Fülldraht ja. Der Draht enthält Stoffe, die beim Schweißen selbst ein Schutzgas bilden, siehe Fülldraht-Schweißgerät.

Wie merke ich, dass die Flasche leer wird?

Am Inhaltsmanometer des Druckminderers. Bei CO2 fällt der Druck erst ganz am Ende, deshalb hilft dort nur Wiegen.

Was kostet eine Füllung?

Das hängt stark von Gas, Größe und Händler ab. Mischgas in einer 10-Liter-Flasche kostet meist einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Betrag je Füllung, Argon etwas mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Leserkommentar

  1. A. Reinoso

    Ich suche eine 25 - 30 Kg CO2 Schweißgasflasche(Leer - neu) Anschlussgewinde CGA-580

Diese Kommentare stammen aus der früheren Fassung dieser Seite. Neue Kommentare können hier derzeit nicht entgegengenommen werden.