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Heimwerker-Berater

Carport mit Solardach

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Carport mit Solardach
Inhalt9 Abschnitte
  1. Zwei Bauweisen
  2. Wie viel Leistung passt drauf
  3. Statik: das Dach muss mehr tragen
  4. Solarstrom fürs Elektroauto
  5. Baurecht
  6. Anschluss und Anmeldung
  7. Kosten und Wirtschaftlichkeit
  8. Worauf Sie beim Kauf achten
  9. Häufige Fragen

Ein Carport mit Solardach nutzt eine Fläche, die ohnehin überdacht wird, zur Stromerzeugung. Auf einen Einzelcarport passen etwa 3 kWp, auf einen Doppelcarport rund doppelt so viel. Das rechnet sich vor allem dann, wenn der Strom direkt im Haus oder im Elektroauto darunter verbraucht wird.

Zwei Bauweisen

Beim Solardach als Eindeckung bilden die Module selbst das Dach. Meist sind das Glas-Glas-Module, die dicht nebeneinander in einem Tragprofil liegen und je nach Ausführung etwas Licht durchlassen. Das Dach wird dadurch leichter und heller, muss aber sauber abgedichtet werden, damit es zwischen den Modulen nicht tropft.

Bei der Aufdach-Lösung hat der Carport ein normales Dach, etwa aus Trapezblech, und die Module werden mit einem Montagesystem darauf befestigt. Das ist einfacher, günstiger und dichter, sieht von unten aber aus wie jedes andere Blechdach.

Wie viel Leistung passt drauf

Ein aktuelles Standardmodul hat rund 400 bis 450 Watt Spitzenleistung bei etwa 1,7 bis 2 m² Fläche. Je Kilowatt Peak brauchen Sie also grob 5 m².

CarportDachflächeLeistung etwaErtrag im Jahr etwa
Einzelcarport3 × 5 m = 15 m²3 kWp2500–3000 kWh
Doppelcarport6 × 5 m = 30 m²6 kWp5000–6000 kWh
Dreifachcarport9 × 5 m = 45 m²9 kWp7500–9000 kWh

Die Ertragswerte gehen von etwa 850 bis 1000 kWh je kWp aus, was in Deutschland für gut ausgerichtete Anlagen realistisch ist. Carports haben oft nur eine geringe Neigung; ein flaches Dach nach Süden verliert gegenüber der Idealneigung nur wenig, ein flaches Dach nach Norden deutlich mehr. Verschattung durch Bäume und Nachbargebäude kostet mehr Ertrag als ein ungünstiger Winkel.

Statik: das Dach muss mehr tragen

Ein Modul wiegt etwa 20 bis 25 kg, das sind grob 11 bis 13 kg je Quadratmeter. Dazu kommen Schneelast und Windsog, die je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen. Ein einfacher Bausatz-Carport, der für ein leichtes Kunststoffdach berechnet ist, trägt diese Zusatzlast nicht automatisch. Nachrüsten geht nur, wenn die Statik es erlaubt – lassen Sie das vom Hersteller bestätigen oder von einem Tragwerksplaner prüfen. Wer neu baut, wählt gleich einen Carport, der ausdrücklich für Photovoltaik ausgelegt ist.

Carport mit Solardach und Wallbox
Carport mit Solardach und Wallbox | Foto: Scharfsinn / Depositphotos.com

Solarstrom fürs Elektroauto

Die naheliegendste Kombination ist die Wallbox im Carport. Der Haken ist die Tageszeit: Die Sonne scheint mittags, das Auto steht bei Berufstätigen dann oft woanders. Direkt aus dem Carportdach lädt es vor allem am Wochenende, im Homeoffice oder mit einem Heimspeicher als Puffer. Eine Wallbox mit Überschussladung passt die Ladeleistung an den gerade erzeugten Strom an. Für einen hohen Eigenverbrauch lohnt es, den Carport an die Hausanlage anzuschließen, statt ihn als Insel zu betreiben.

Baurecht

Carports sind in vielen Bundesländern bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei, die Grenzen und die Regeln für die Bebauung an der Grundstücksgrenze sind aber Ländersache und unterscheiden sich deutlich. Ein Bebauungsplan kann zusätzliche Vorgaben machen, etwa zu Dachform oder Höhe. Fragen Sie vor dem Kauf beim Bauamt nach. Solaranlagen auf Nebengebäuden sind meist genehmigungsfrei, in Denkmalschutzbereichen gelten oft Ausnahmen.

Anschluss und Anmeldung

Den Anschluss ans Hausnetz darf nur eine Elektrofachkraft vornehmen, die Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Außerdem ist jede Photovoltaikanlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur einzutragen. Die Montage der Unterkonstruktion und der Module können handwerklich geübte Bauherren oft selbst übernehmen; welche Arbeiten genau, steht im Beitrag Eigenmontage einer PV-Anlage.

Seit 2023 gilt für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf oder nahe Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Das senkt die Anschaffungskosten spürbar.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Ein Solarcarport kostet deutlich mehr als ein normaler Carport, weil zur Konstruktion die Module, der Wechselrichter, die Verkabelung und die Elektroinstallation hinzukommen. Rechnen Sie getrennt: Was kostet der Carport, den Sie ohnehin gebaut hätten? Was kostet der Solaraufschlag? Nur Letzterer muss sich über den Stromertrag bezahlt machen.

Der Wert einer selbst verbrauchten Kilowattstunde entspricht Ihrem Strompreis, eine eingespeiste bringt nur die deutlich niedrigere Einspeisevergütung. Je mehr Sie selbst verbrauchen, desto schneller rechnet sich die Anlage. Mehr dazu in den Photovoltaik-Fragen für Selbsterzeuger.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Statiknachweis für Ihre Schneelastzone und die Modullast.
  • Wasserführung: Rinne und Fallrohr, damit das Regenwasser nicht auf den Stellplatz tropft.
  • Kabelführung verdeckt in den Pfosten oder Trägern, geschützt vor UV-Licht.
  • Höhe: Für Transporter oder Dachbox mindestens 2,20 m lichte Höhe einplanen.
  • Material: Aluminium und verzinkter Stahl sind wartungsarm, Holz braucht regelmäßigen Holzschutz.

Häufige Fragen

Reicht ein Balkonkraftwerk auf dem Carport?

Für den Anfang ja. Zwei Module mit Steckerwechselrichter sind schnell montiert und decken einen Teil der Grundlast im Haus. Für das Laden eines Elektroautos ist das zu wenig.

Wird es unter dem Solardach dunkel?

Unter Aufdach-Anlagen ja, wie unter jedem geschlossenen Dach. Glas-Glas-Module mit Zwischenräumen lassen etwas Licht durch.

Gibt es Alternativen?

Ein Solarterrassendach folgt demselben Prinzip über der Terrasse. Auf dem Hausdach sind Solardachziegel eine unauffällige Variante.

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