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Heimwerker-Berater

Solarterrassendach

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Solarterrassendach
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie es aufgebaut ist
  2. Licht und Schatten
  3. Der Ertrag
  4. Glas über Kopf
  5. Statik und Schneelast
  6. Genehmigung
  7. Der elektrische Anschluss
  8. Vergleich mit anderen Eindeckungen
  9. Typische Fehler
  10. Planung Schritt für Schritt
  11. Häufige Fragen

Ein Solarterrassendach deckt die Terrasse mit Glas-Glas-Solarmodulen statt mit normalem Glas oder Stegplatten ein. Es spendet Schatten, hält den Regen ab und erzeugt nebenbei Strom. Damit das funktioniert, müssen Unterkonstruktion, Glasaufbau und Elektrik zusammenpassen – ein normales Terrassendach mit aufgeschraubten Modulen ist etwas anderes.

Wie es aufgebaut ist

Die Module ersetzen die Dacheindeckung. Glas-Glas-Module bestehen aus zwei Glasscheiben, zwischen denen die Solarzellen eingebettet sind. Die Zellen sitzen mit Abstand zueinander, sodass durch die Zwischenräume Licht fällt. Je nach Zellabstand bleibt es unter dem Dach heller oder dunkler.

Die Unterkonstruktion besteht meist aus Aluminium oder Holz, ähnlich wie bei einem Glasdach. Die Module liegen in Profilen, die sie gegen Wind und Schnee sichern und Regenwasser in die Rinne leiten.

Licht und Schatten

Ein normales Glasdach lässt fast das ganze Licht durch, ein Solardach nur einen Teil. Je dichter die Zellen, desto mehr Strom und desto weniger Licht. Gängig sind Ausführungen mit deutlich sichtbaren Zwischenräumen, die ein Schattenmuster auf die Terrasse werfen. Das ist im Sommer angenehm, kann aber das dahinterliegende Wohnzimmer spürbar abdunkeln.

Wer ein helles Wohnzimmer behalten will, sollte sich Musterflächen ansehen oder mit einem Anbieter eine Ausführung mit größerem Zellabstand wählen.

Der Ertrag

Weil ein Teil der Fläche lichtdurchlässig bleibt, erzeugt ein Solarterrassendach je Quadratmeter weniger Strom als ein normales Modul auf dem Hausdach. Dazu kommt: Terrassendächer haben oft eine geringe Neigung und liegen teilweise im Schatten des Hauses. Ideal ist eine Südausrichtung ohne Verschattung, Ost oder West liefern weniger, aber verteilt über den Tag.

Den Strom verbrauchen Sie am besten selbst, denn die Einspeisevergütung ist gering. Mehr dazu unter Photovoltaik für Selbsterzeuger.

Glas über Kopf

Glas, das über Personen liegt, unterliegt besonderen Anforderungen. Für Überkopfverglasungen ist in der Regel Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben, das bei Bruch zusammenhält und nicht herabfällt. Die Regeln dafür stehen in DIN 18008. Glas-Glas-Module für Terrassendächer müssen dafür ausgelegt und entsprechend zugelassen sein – nicht jedes Modul aus dem Handel darf als Dach über dem Sitzplatz montiert werden.

Statik und Schneelast

Glas-Glas-Module sind schwer, und im Winter kommt die Schneelast dazu. Die liegt je nach Region und Höhenlage sehr unterschiedlich hoch. Die Unterkonstruktion muss für das Gewicht der Module plus Schnee ausgelegt sein, sonst biegen sich Sparren und Pfosten durch. Seriöse Anbieter liefern eine statische Berechnung für den Standort mit.

Genehmigung

Terrassenüberdachungen sind in vielen Bundesländern bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei, die Grenzen unterscheiden sich aber erheblich. Abstandsflächen zum Nachbarn und Bebauungspläne gelten trotzdem. Fragen Sie beim Bauamt nach, bevor Sie bestellen, und klären Sie in einer Eigentümergemeinschaft vorab die Zustimmung.

Der elektrische Anschluss

Kleine Anlagen lassen sich als Steckersolargerät betreiben, umgangssprachlich Balkonkraftwerk. Seit 2024 ist dafür eine Wechselrichterleistung bis 800 Watt vorgesehen, die Anmeldung erfolgt im Marktstammdatenregister. Größere Dächer liefern mehr, als ein solcher Wechselrichter einspeisen darf, und brauchen einen festen Anschluss durch eine Elektrofachkraft.

Die Kabel sollten unsichtbar in den Profilen geführt und gegen Nässe und Nagetiere geschützt werden. Wer was selbst montieren darf, steht unter Eigenmontage einer PV-Anlage.

Vergleich mit anderen Eindeckungen

EindeckungLichtStromKosten
Stegplattenhell, gestreutneingünstig
Verbundsicherheitsglassehr hellneinmittel
Glas-Glas-Solarmodulegemustert, gedämpftjahoch
Lamellendachregelbarneinhoch

Typische Fehler

  • Normale Aufdachmodule als Dachfläche verwendet. Sie sind weder für die Überkopfverglasung zugelassen noch dicht verlegt.
  • Die Rinne vergessen. Auf einer großen Glasfläche sammelt sich bei Starkregen viel Wasser, das geordnet ablaufen muss.
  • Zu flach geplant. Unter etwa fünf Grad Neigung bleiben Laub und Schmutz liegen, die Scheiben verschmutzen schneller und der Ertrag sinkt.
  • Den Wechselrichter in die pralle Sonne gehängt. Er arbeitet im Schatten zuverlässiger und länger.

Planung Schritt für Schritt

  1. Standort und Ausrichtung prüfen. Wie viele Stunden Sonne bekommt die Fläche, wo wirft das Haus Schatten?
  2. Genehmigung klären. Bauamt, Nachbarn, Eigentümergemeinschaft.
  3. Lichtbedarf festlegen. Wie hell soll es unter dem Dach und im angrenzenden Raum bleiben?
  4. Angebote vergleichen. Mit Statik, Glasaufbau, Leistung in Watt Peak und Anschlusskonzept.
  5. Zubehör mitdenken. Beleuchtung, seitlicher Wind- und Sichtschutz, Rinne. Ideen dazu unter Terrassenüberdachung beleuchten und Glas-Schiebetüren.

Häufige Fragen

Was kostet ein Solarterrassendach?

Deutlich mehr als ein Glasdach gleicher Größe. Je nach Fläche, Ausführung und Montage liegen komplette Anlagen meist im Bereich mehrerer tausend bis über zehntausend Euro.

Gibt es eine Förderung?

Für kleine Photovoltaikanlagen gibt es teils regionale Förderprogramme, dazu gilt seit 2023 für Photovoltaikanlagen auf und an Wohngebäuden unter bestimmten Bedingungen ein Nullsteuersatz. Ob Ihr Terrassendach darunter fällt, klären Sie am besten vorab mit dem Anbieter oder einem Steuerberater.

Muss ich die Module reinigen?

Bei geringer Neigung bleibt mehr Schmutz liegen. Ein- bis zweimal im Jahr mit weichem Wasser und einem weichen Wischer reinigen, ohne Hochdruck.

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