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Heimwerker-Berater

Markisen für den Garten, den Balkon oder die Terrasse: unser Ratgeber!

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Markisen für den Garten, den Balkon oder die Terrasse: unser Ratgeber!
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Bauarten im Überblick
  2. Die richtige Größe
  3. Windwiderstand: die entscheidende Angabe
  4. Tuch: Acryl oder Polyester
  5. Wie gut die Markise wirklich kühlt
  6. Kurbel oder Motor
  7. Montage: Worauf es ankommt
  8. Pflege und Reinigung
  9. Häufige Fragen

Eine Markise spendet Schatten, wo man ihn gerade braucht, und verschwindet, wenn die Sonne weg ist. Welche Bauart passt, hängt vor allem vom Ort ab: Terrasse, Balkon oder Wintergarten stellen ganz unterschiedliche Anforderungen. Die wichtigste Zahl ist dabei nicht die Breite, sondern die Windwiderstandsklasse – denn eine Markise, die bei jedem Windstoß eingefahren werden muss, spendet selten Schatten.

Die Bauarten im Überblick

BauartTypischer EinsatzBesonderheit
Gelenkarmmarkise, offenüberdachte Terrasse, Balkongünstig, Tuch liegt eingefahren offen
HalbkassetteTerrasse unter DachvorsprungTuch oben geschützt, unten offen
Vollkassettefreie Hauswand, TerrasseTuch und Arme komplett geschützt
FallarmmarkiseBalkon, Fenstersenkrecht bis schräg ausstellbar
SenkrechtmarkiseBalkonbrüstung, Fenster, SeiteSonnen- und Sichtschutz von der Seite
Wintergarten- und PergolamarkiseGlasdach, Pergolaläuft in Führungsschienen, große Flächen

Die klassische Terrassenmarkise ist die Gelenkarmmarkise: Federbelastete Arme drücken das Tuch nach vorn, die Neigung ist einstellbar. Je besser das Tuch eingefahren geschützt ist, desto länger hält es – deshalb lohnt sich an einer freien Hauswand meist die Kassette. Details zu Varianten und Montage im Artikel Gelenkarmmarkise.

Für Balkone mit wenig Platz gibt es eigene Lösungen, von der Klemmmarkise ohne Bohren bis zur Fallarmmarkise. Eine Übersicht bietet Balkonmarkisen.

Die richtige Größe

Die Markise sollte auf jeder Seite etwa 20 bis 30 cm über die zu beschattende Fläche hinausragen, denn die Sonne kommt selten senkrecht. Beim Ausfall, also der Tiefe, gilt: Je tiefer die Sonne steht, desto weiter muss die Markise ausfahren oder desto steiler muss sie geneigt sein. Für eine Terrasse von 3 m Tiefe sind 2,5 bis 3 m Ausfall üblich.

Gelenkarme brauchen Breite. Die eingefahrenen Arme liegen nebeneinander unter dem Tuch; deshalb ist bei gegebenem Ausfall eine Mindestbreite nötig. Die steht im Datenblatt des Herstellers und schränkt kleine Balkone oft ein.

Windwiderstand: die entscheidende Angabe

Markisen werden nach DIN EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt.

Klasse 0Keine Anforderung nachgewiesen. Bei aufkommendem Wind sofort einfahren.
Klasse 1Hält etwa Windstärke 4 stand (mäßiger Wind, Zweige bewegen sich).
Klasse 2Hält etwa Windstärke 5 stand (frischer Wind, kleine Bäume schwanken).
Klasse 3Hält etwa Windstärke 6 stand (starker Wind). Selten bei Gelenkarmmarkisen mit großem Ausfall.

Je größer der Ausfall, desto niedriger ist meist die Klasse, weil der Hebel wächst. Die Klasse gilt nur bei fachgerechter Montage in tragfähigem Untergrund.

Tuch: Acryl oder Polyester

Hochwertige Markisentücher bestehen aus spinndüsengefärbtem Acryl. Die Farbe ist dabei schon in der Faser, nicht nur auf der Oberfläche, und bleicht deshalb viele Jahre kaum aus. Polyester ist reißfester und formstabiler, aber anfälliger für Ausbleichen. Beschichtungen machen das Tuch Wasser und Schmutz abweisend.

Eine Markise ist kein Regenschutz. Leichten Regen hält das Tuch bei ausreichender Neigung ab, meist werden mindestens 14 Grad empfohlen. Bei starkem Regen bilden sich Wassersäcke, die Tuch und Arme überlasten. Nasses Tuch sollte ausgefahren trocknen, sonst droht Stockfleckenbildung.

Wie gut die Markise wirklich kühlt

Nicht jeder Schatten ist gleich kühl. Ein dunkles Tuch schluckt viel Licht, wird dabei aber selbst heiß und strahlt diese Wärme nach unten ab. Ein helles Tuch reflektiert mehr Sonne, lässt aber auch mehr Licht durch und blendet unter Umständen. Mittlere Farbtöne sind oft der beste Kompromiss zwischen Hitze und Helligkeit. Die Hersteller geben für ihre Stoffe Werte zu Lichtdurchlässigkeit und UV-Schutz an, die sich beim Vergleich lohnen.

Ebenso wichtig ist der Abstand zwischen Tuch und Kopf. Unter einer flach montierten Markise staut sich die warme Luft. Genug Höhe und ein offener Volant, durch den die Luft abziehen kann, machen den Platz darunter merklich angenehmer.

Kurbel oder Motor

Die Handkurbel ist günstig und unabhängig vom Strom, aber mühsam bei großen Markisen – und man lässt die Markise im Zweifel ausgefahren, wenn man aus dem Haus geht. Ein Motor mit Windsensor fährt die Markise selbstständig ein, sobald es böig wird, und ist damit die beste Versicherung gegen verbogene Arme. Sonnensensoren fahren sie bei Sonnenschein automatisch aus.

Der Stromanschluss einer Außensteckdose oder eines festen Motorkabels gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Viele Motoren lassen sich später nachrüsten, wenn die Welle dafür vorbereitet ist.

Montage: Worauf es ankommt

Eine ausgefahrene Markise zieht mit ihrem Eigengewicht und dem Wind erheblich an der Wand. Die Konsolen brauchen tragfähiges Mauerwerk und passende Schwerlastanker. Bei gedämmten Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem sind spezielle Abstandsmontagesysteme nötig, die durch die Dämmung ins tragende Mauerwerk greifen, ohne Wärmebrücken zu bilden. In Mietwohnungen und Eigentumswohnanlagen ist vorher die Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft einzuholen.

Wer montiert, braucht mindestens zwei Personen, ein stabiles Gerüst oder Podest und eine Wasserwaage. Eine schief montierte Markise läuft nicht sauber auf.

Pflege und Reinigung

Das Tuch reinigt man trocken mit einer weichen Bürste, Flecken mit lauwarmem Wasser und milder Seife. Hochdruckreiniger zerstören die Beschichtung. Gelenke und Lager einmal im Jahr prüfen, bei Kassettenmarkisen Laub und Schmutz aus dem Kasten entfernen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Markise?

Offene Gelenkarmmarkisen aus dem Baumarkt gibt es ab etwa 250 Euro. Kassettenmarkisen nach Maß mit Motor und Windsensor liegen je nach Breite bei 1500 bis 4000 Euro, dazu kommt die Montage.

Welche Alternativen gibt es?

Sonnensegel, Sonnenschirm oder eine feste Überdachung. Einen Vergleich bietet Der perfekte Sonnenschutz für den Garten. Wer nicht bohren darf, schaut sich die Standmarkise an.

Wie lange hält ein Markisentuch?

Ein gutes Acryltuch hält bei richtiger Pflege 10 bis 15 Jahre. Das Tuch lässt sich einzeln tauschen, das Gestell bleibt.

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