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Heimwerker-Berater

Eine Vogelvoliere selbst bauen

Gartenvon Andreas5 Min. · 9 Abschnitte
Eine Vogelvoliere selbst bauen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Größe zuerst: Flugraum schlägt Höhe
  2. Welche Vögel in eine Voliere passen
  3. Das Holz
  4. Der Draht – hier wird es ernst
  5. Außenvoliere: Schutzraum und Fundament
  6. So bauen Sie eine Voliere
  7. Was eine selbst gebaute Voliere kostet
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Voliere ist ein Käfig, in dem Vögel fliegen können statt nur zu hüpfen. Selbst gebaut kostet sie oft nur einen Bruchteil einer fertigen – vorausgesetzt, Sie wählen Draht und Holz so, dass die Tiere daran weder krank werden noch entkommen. Genau dort passieren die meisten Fehler, nicht beim Zusammenschrauben.

Größe zuerst: Flugraum schlägt Höhe

Vögel fliegen waagerecht. Eine lange Voliere ist mehr wert als eine hohe, denn erst auf einigen Metern Strecke kommt ein Wellensittich wirklich ins Fliegen. Für Innenvolieren sind 150 bis 200 cm Länge ein sinnvoller Anfang, Außenvolieren dürfen gern 2 bis 4 m lang werden.

Die Höhe sollte so bemessen sein, dass Sie selbst hineingehen können – also rund 2 m. Das ist keine Bequemlichkeit: Sauber machen, Futter wechseln und einen Vogel einfangen gelingen nur, wenn Sie nicht gebückt durch eine Klappe greifen müssen.

Halten Sie Vögel nie einzeln. Wellensittiche, Kanarien und Prachtfinken sind Schwarmtiere; zwei ist das Minimum, mehr ist besser – und jedes weitere Tier verlangt mehr Grundfläche.

Welche Vögel in eine Voliere passen

VogelEignungBesonderheit
Wellensittichinnen und außennagt, braucht Naturäste zum Beknabbern
Nymphensittichinnen und außenschreckhaft, braucht Platz nach oben
Kanarienvogelinnen und außennagt kaum, Holz hält länger
Zebrafink, Prachtfinkeneher innensehr klein, feine Maschen nötig, wärmebedürftig
WachtelnaußenBodenbewohner, brauchen Grundfläche statt Höhe

Bei größeren Papageien und Sittichen lohnt ein Blick ins Artenschutzrecht: Viele Arten sind bei der unteren Naturschutzbehörde meldepflichtig. Wellensittich und Nymphensittich sind davon ausgenommen.

Das Holz

Für den Rahmen eignen sich Kanthölzer um 5 × 5 cm aus Fichte, Kiefer oder Lärche. Eine kleine Innenvoliere kommt mit etwa 16 Latten aus, eine begehbare Außenvoliere braucht deutlich mehr.

Das Holz bleibt unbehandelt, zumindest innen. Vögel knabbern an allem, und klassische Holzschutzmittel oder Lasuren mit Bioziden gehören nicht in einen Vogelschnabel. Außen können Sie mit einer als speichelecht oder spielzeuggeeignet ausgewiesenen Farbe streichen – oder einfach Lärche nehmen, die auch unbehandelt einige Jahre hält.

Sittiche nagen weiche Holzkanten ab. Wer das verhindern will, schützt Rahmenkanten mit Blechwinkeln oder setzt den Draht so, dass er innen vor dem Holz liegt.

Der Draht – hier wird es ernst

Verzinkter Volierendraht ist verbreitet, aber frisch verzinkter Draht trägt oft lose Zinkreste und Schweißperlen. Zink ist für Vögel giftig, und Sittiche beknabbern Gitter. Bürsten Sie neuen verzinkten Draht vor dem Einbau mit einer Drahtbürste und waschen Sie ihn mit verdünntem Essigwasser ab, danach gründlich klar spülen und trocknen lassen.

Sicherer, aber teurer sind Edelstahlgitter oder vogelgeeignet pulverbeschichteter Draht. Punktgeschweißtes Gitter ist Maschendraht (Sechseckgeflecht) vorzuziehen, weil es formstabil bleibt und Marder es nicht aufbiegen.

Die Maschenweite richtet sich nach dem kleinsten Bewohner: Für Wellensittiche und Kanarien sind 12 bis 13 mm üblich, für Prachtfinken eher 10 mm. Größere Maschen sind nicht nur ein Fluchtweg, sondern auch eine Einladung für Mäuse und Wildvögel.

Eine Vogelvoliere selbst bauen
Eine Vogelvoliere selbst bauen | Foto: cfarmer / Depositphotos.com

Außenvoliere: Schutzraum und Fundament

Eine Voliere im Garten braucht zwei Dinge, die drinnen niemand vermisst. Erstens einen geschlossenen Schutzraum, zugfrei, trocken und bei den meisten Arten frostfrei, in den sich die Vögel nachts und bei schlechtem Wetter zurückziehen. Zweitens ein Fundament, das Ratten, Mäuse und Marder draußen hält.

Bewährt hat sich ein umlaufender Streifen aus Betonsteinen oder ein kleines Streifenfundament, 30 bis 40 cm in die Erde geführt. Alternativ legen Sie unter die gesamte Bodenfläche feines Drahtgitter und schütten darüber Erde oder Sand auf.

Decken Sie mindestens ein Drittel des Daches fest ab. Das hält Regen ab und verhindert, dass Kot von Wildvögeln in die Voliere fällt – über ihn werden Krankheiten übertragen.

So bauen Sie eine Voliere

  1. Standort festlegen. Halbschattig, windgeschützt, nicht direkt an der Straße. Innen: weg von Küche (Dämpfe aus beschichteten Pfannen sind für Vögel tödlich) und Zugluft.
  2. Rahmen bauen. Seitenteile einzeln auf dem Boden zusammenschrauben und dann aufstellen. Das ist genauer, als alles stehend zu montieren.
  3. Draht spannen. Von innen mit Krampen oder Leisten befestigen, straff und ohne herausstehende Drahtenden.
  4. Schleuse einplanen. Eine kleine Vorkammer mit zweiter Tür verhindert, dass beim Hineingehen ein Vogel an Ihnen vorbei ins Freie fliegt.
  5. Einrichten. Sitzstangen aus unbehandelten Naturästen (Weide, Hasel, Obstbaum) in verschiedenen Dicken, nicht direkt über Futter- und Wassernäpfe.
  6. Boden wählen. Sand, Rindenmulch oder Erde außen, Vogelsand innen.

Was eine selbst gebaute Voliere kostet

Eine kleine Innenvoliere ist mit Holz, Draht und Beschlägen für rund 100 Euro zu haben. Eine begehbare Außenvoliere mit Fundament, Dach und Schutzhaus liegt eher bei 400 bis 1000 Euro, je nach Größe und Drahtqualität. Fertige Volieren in vergleichbarer Größe kosten meist ein Mehrfaches, sind aber schneller aufgebaut.

Für eine Außenvoliere im Garten ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig, solange sie klein bleibt. Die Grenzen legt das Landesbaurecht fest, bei größeren Anlagen oder am Grundstücksrand lohnt eine Nachfrage beim Bauamt. Wer bauen mag, findet beim Vogelhaus ein kleineres Projekt für Wildvögel.

Typische Fehler

  • Draht ungereinigt verbaut. Zinkvergiftungen zeigen sich schleichend – Mattigkeit, aufgeplustertes Gefieder.
  • Nur Kunststoffstangen. Gleich dicke, glatte Stangen führen zu Druckstellen an den Füßen.
  • Keine Schleuse. Der Klassiker unter den Fluchtwegen.
  • Voliere in praller Sonne. Vögel überhitzen schnell; mindestens ein schattiger Bereich muss da sein.
  • Giftige Pflanzen in Reichweite. Eibe, Oleander und Efeu gehören nicht an oder in die Voliere.

Häufige Fragen

Ist eine fertige Voliere günstiger?

Kaum. Fertige Volieren sind bei gleicher Größe fast immer teurer. Ihr Vorteil ist Zeit und ein erprobtes Maß; ihr Nachteil sind oft zu schmale Türen und dünner Draht.

Naturboden oder Platte?

Draußen ist Naturboden angenehmer für die Vögel, lässt sich aber schlechter reinigen. Ein Kompromiss ist eine Sandschicht über einem Mäusegitter, die Sie regelmäßig abtragen und erneuern.

Gehört Rasen in die Voliere?

Rasen hält sich unter Vogelfüßen und Kot nur kurz. Besser sind Schalen mit Grassamen oder Keimfutter, die Sie austauschen können.

Brauchen die Vögel eine Badestelle?

Ja. Die meisten Ziervögel baden gern; eine flache Schale mit frischem Wasser, täglich gewechselt, genügt. Im Winter draußen darauf achten, dass sie nicht zufriert.

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