Trockenestrichbeton
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Der Name führt in die Irre. Trockenestrichbeton ist kein Trockenestrich aus Platten, sondern ein zementgebundener Estrich als werksseitig gemischte Trockenmischung im Sack. Sie geben nur Wasser zu, bauen ihn ein wie jeden Nassestrich – und müssen ihn ebenso lange trocknen lassen. Der Vorteil liegt allein darin, dass Sie Zement und Sand nicht selbst abmischen.
Was im Sack steckt
Im Sack befinden sich Zement, Sand mit abgestufter Körnung (meist bis 4 oder 8 mm) und je nach Produkt Zusätze, die die Verarbeitung erleichtern. Die Mischung entspricht einem Zementestrich der Art CT nach DIN EN 13813; auf dem Sack stehen Festigkeitsklassen wie C20 (Druckfestigkeit) und F4 (Biegezugfestigkeit). Übliche Gebinde sind 25, 30 und 40 kg.
Den Vergleich mit Trockenestrich aus Platten und anderen Varianten finden Sie bei den Estricharten, zu Platten beim Trockenestrich verlegen.
Wofür er sich eignet
- Kleine Flächen, für die sich ein Estrichleger mit Mischpumpe nicht lohnt: Abstellraum, Flur, Kellerraum.
- Ausbesserungen in bestehenden Zementestrichen.
- Gefälleestrich unter Balkonbelägen oder in Duschen mit Bodenablauf.
- Außenbereiche wie Kellerabgänge oder Podeste, wenn das Produkt dafür freigegeben ist.
- Unterbau für Fliesen und Platten.
Für größere Flächen ab etwa 30 bis 40 m² ist Sackware teuer und mühsam, weil sehr viele Säcke von Hand gemischt werden müssen. Dort lohnt sich angelieferter Estrich. Einen Überblick über das Material gibt auch der Beitrag zum Estrichbeton.
Wie viel Sie brauchen
Als Faustwert brauchen Sie etwa 20 kg Trockenmischung je Quadratmeter und Zentimeter Dicke. Ein 5 cm dicker Estrich auf 10 m² braucht also rund eine Tonne – 25 Säcke à 40 kg. Rechnen Sie 5 bis 10 % Reserve dazu.
Die Mindestdicke
| Bauart | Aufbau | Dicke |
| Verbundestrich | fest mit dem Beton verbunden, mit Haftbrücke | etwa 25–50 mm |
| Estrich auf Trennlage | auf Folie, vom Untergrund getrennt | mindestens etwa 35 mm |
| Schwimmender Estrich | auf Dämmung, mit Randstreifen | mindestens etwa 45 mm, mit Heizung mehr |
Zu dünn eingebauter Estrich bricht. Das ist der häufigste Fehler bei Sackware, weil man Material sparen will.
Untergrund und Vorbereitung
Für einen Verbundestrich muss der Untergrund sauber, fest und rau sein. Er wird vorgenässt oder mit einer Haftbrücke versehen, die frisch in frisch überarbeitet wird. Für schwimmenden Estrich kommt eine Dämmung darunter, darauf eine PE-Folie, und an allen Wänden ein Randdämmstreifen.
Höhe festlegen, mit Laser oder Schlauchwaage anzeichnen und Lehren legen – Rohre oder Abziehschienen, die genau auf Endhöhe ausgerichtet sind.
Mischen und einbauen
- Wasser dosieren. Die Menge steht auf dem Sack, meist 3 bis 4 Liter je 40 kg. Zu viel Wasser schwächt den Estrich und verlängert die Trocknung.
- Maschinell mischen, am besten im Zwangsmischer oder mit einem kräftigen Mörtelrührer, bis die Masse erdfeucht ist: In der Hand zusammengedrückt hält sie, ohne Wasser abzugeben.
- Einbringen und verdichten. Estrich zwischen den Lehren verteilen, mit der Kelle feststampfen.
- Abziehen. Mit der Latte über die Lehren ziehen, Löcher auffüllen, erneut abziehen.
- Glätten. Mit dem Reibebrett oder einem Flügelglätter die Oberfläche schließen.
- Lehren entfernen und die Rinnen sofort füllen.
Verarbeitet wird bei Temperaturen zwischen etwa 5 und 25 °C, auch in den ersten Tagen danach. Zugluft und direkte Sonne sind zu vermeiden, damit die Oberfläche nicht zu früh austrocknet.
Trocknen und Belegreife
Nach ein bis zwei Tagen ist der Estrich vorsichtig begehbar, nach etwa einer Woche leicht belastbar. Volle Festigkeit erreicht er nach rund 28 Tagen. Belegreif ist er erst, wenn die Restfeuchte stimmt: Für Zementestrich gelten Richtwerte um 2,0 CM-% bei unbeheiztem Estrich, bei Parkett und Fußbodenheizung weniger. Als grobe Faustregel rechnet man bis 4 cm Dicke etwa eine Woche je Zentimeter, darüber deutlich länger.
Messen statt schätzen. Wer zu früh Parkett, Vinyl oder Fliesen verlegt, bekommt Blasen, Schüsselungen und Schimmel. Die CM-Messung macht der Bodenleger; ein einfaches Messgerät gibt nur einen groben Hinweis.
Was es kostet
Ein 40-kg-Sack Estrichbeton kostet im Baumarkt meist zwischen 5 und 10 Euro. Bei 20 kg je Quadratmeter und Zentimeter kommen für einen 5 cm dicken Estrich rund 12 bis 25 Euro Material je Quadratmeter zusammen, dazu Randstreifen, Folie und gegebenenfalls Dämmung. Teurer als das Material ist die Arbeit: Für 10 m² mischen und verteilen Sie rund eine Tonne von Hand. Leihen Sie für diese Menge einen Zwangsmischer, und holen Sie sich Hilfe – allein ist das kaum an einem Tag zu schaffen, und der Estrich sollte in einem Zug eingebaut werden.
Typische Fehler
- Zu dünn eingebaut. Siehe oben.
- Zu nass angemischt. Weich, rissig, lange Trockenzeit.
- Randstreifen vergessen. Der Estrich reißt an den Wänden.
- Zu schnell getrocknet. Mit Heizlüfter oder Sonne entstehen Schwindrisse.
- Keine Dehnungsfugen in Türdurchgängen und bei großen Flächen.
Häufige Fragen
Ist Trockenestrichbeton das Gleiche wie Trockenestrich?
Nein. Trockenestrich besteht aus trocken verlegten Platten, Trockenestrichbeton ist nass eingebauter Zementestrich aus dem Sack.
Kann ich Estrichbeton für Fundamente nehmen?
Für kleine, unbewehrte Fundamente von Gartenhaus oder Mülltonnenbox geht das oft. Für tragende Fundamente nehmen Sie Beton mit passender Festigkeitsklasse.
Brauche ich eine Bewehrung?
Bei schwimmenden Estrichen im Wohnbereich meist nicht. Bei Fußbodenheizung oder hohen Lasten kann eine Estrichmatte sinnvoll sein, siehe Estrichmatten.



