Glattvliestapete

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Eine Glattvliestapete ist eine Tapete aus Zellstoff- und Textilfasern ohne Struktur. Sie ist bedruckt oder wird überstrichen und ergibt eine glatte, ruhige Wand. Ihr größter Vorteil zeigt sich beim Tapezieren und beim späteren Renovieren: Kleister kommt auf die Wand, nicht auf die Tapete, und beim Wechsel zieht man die Bahnen einfach trocken ab.
Was Vlies von Papier unterscheidet
Vliestapeten bestehen aus einem Gemisch von Zellstoff- und Polyesterfasern, die mit einem Bindemittel verfestigt sind. Anders als Papier dehnt sich Vlies beim Einkleistern praktisch nicht aus und schrumpft beim Trocknen nicht. Deshalb braucht es keine Weichzeit, und die Nähte öffnen sich später nicht. Es gibt zwei Gruppen:
| Art | Eigenschaft | Typischer Einsatz |
| Malervlies, Renoviervlies | weiß, glatt, zum Überstreichen | Wände für einen glatten Anstrich, Überdecken von Rissen |
| Bedruckte Glattvliestapete | Unifarben oder Muster, fertig nach dem Tapezieren | Wohnräume, Akzentwände |
Malervlies wird meist nach Flächengewicht angeboten, übliche Werte liegen um 130 bis 150 g/m². Schwerere Qualitäten decken besser und überbrücken mehr. Mehr dazu unter Malervlies.
Wofür sie sich eignet
Glattvliestapeten eignen sich für Wände und Decken in Wohnräumen, Schlafzimmern, Fluren und Büros. Malervlies ist besonders beliebt, wenn eine alte, unruhige Wand eine glatte Oberfläche bekommen soll, ohne sie neu zu verputzen. Feine Haarrisse und kleine Spachtelstellen verschwinden darunter, grobe Unebenheiten nicht. Wer mehr Robustheit will, findet sie bei der Glasfasertapete.
Der Untergrund zählt doppelt
Eine glatte Tapete zeigt, was darunter ist. Deshalb muss die Wand nicht nur sauber, trocken und tragfähig, sondern auch eben sein. Löcher, Dübelreste und Kanten werden gespachtelt und geschliffen. Stark saugende Flächen bekommen eine Grundierung, damit der Kleister nicht zu schnell wegschlägt.
Dunkle oder fleckige Untergründe können durch helle Vliese durchscheinen, vor allem bei dünnen Qualitäten. Ein weißer Voranstrich verhindert das. Auch Kugelschreiber- oder Filzstiftreste auf der Wand scheinen durch und gehören vorher mit Sperrgrund überstrichen.
Die Wandklebetechnik
- Kleister anrühren. Spezieller Vliestapetenkleister, nach Packungsangabe angemischt.
- Wand einkleistern. Mit der Rolle eine Bahnbreite plus einige Zentimeter gleichmäßig einstreichen.
- Bahn trocken ansetzen. Die Tapete von der Rolle direkt an die Wand legen, oben an der Decke beginnen, mit dem Lot ausrichten.
- Andrücken. Mit Tapezierbürste oder Andrückrolle von der Mitte nach außen streichen.
- Nächste Bahn Stoß an Stoß. Nicht überlappen, die Kanten sauber aneinandersetzen.
- Überstände abschneiden. An Decke und Sockelleiste mit Spachtel und scharfem Cuttermesser, die Klinge oft wechseln.
Glattvlies lässt sich auch direkt von der Rolle tapezieren, ohne Bahnen vorzuschneiden. Das spart Zeit und Verschnitt, besonders an langen Wänden.
Überstreichen
Malervlies wird nach dem Trocknen des Kleisters gestrichen, meist zweimal mit einer guten Dispersionsfarbe. Beim ersten Anstrich nimmt das Vlies viel Farbe auf. Glatte, matte Farben ergeben das ruhigste Bild. Glänzende Farben zeigen dagegen jede Naht und jede kleine Unebenheit darunter.
Selbstklebend oder nicht
Es gibt selbstklebende Glattvliestapeten, die ohne Kleister auskommen. Sie sind für kleine Flächen, Möbel oder Mietwohnungen praktisch, lassen sich aber schwerer korrigieren und halten auf rauem Untergrund nicht zuverlässig. Für ganze Räume ist klassisches Vlies mit Kleister die bessere Wahl.
Wieder entfernen
Vliestapeten sind meist trocken restlos abziehbar. Man löst eine Ecke und zieht die Bahn in einem Stück ab – ohne Einweichen, ohne Dampfgerät. Das schont den Untergrund und spart beim nächsten Renovieren viel Arbeit. Mehrfach überstrichene Vliese lassen sich oft schwerer lösen; dann hilft der klassische Weg, siehe Tapeten ablösen.
Was sie kostet
Glattvliestapeten kosten je nach Qualität und Design etwa 2 bis 20 Euro je Quadratmeter. Einfaches Malervlies liegt am unteren Ende, bedruckte Designertapeten am oberen. Eine Standardrolle mit 10,05 × 0,53 m reicht für gut 5 m² Wand, Malervlies wird auch in breiteren und längeren Rollen angeboten.
Typische Fehler
- Tapete eingekleistert statt der Wand. Das geht, ist bei Vlies aber unnötig mühsam.
- Unebene Wand nicht gespachtelt. Die glatte Tapete zeigt jede Delle.
- Überlappt tapeziert. Die Naht bleibt als Streifen sichtbar.
- Stumpfe Klinge. Die Kanten reißen aus.
Häufige Fragen
Auf welchen Untergrund passt Glattvlies?
Auf Putz, Beton, Gipskarton und alten, fest haftenden Anstrichen. Glatte, nicht saugende Flächen brauchen eine Grundierung.
Welcher Kleister ist richtig?
Ein Kleister, der ausdrücklich für Vliestapeten gedacht ist. Er enthält meist Kunstharzzusätze, die schwerere Qualitäten sicher halten.
Woran erkenne ich schadstoffarme Tapeten?
An Umweltzeichen wie dem Blauen Engel oder an entsprechenden Prüfsiegeln auf dem Etikett.
Wie viele Rollen brauche ich?
Messen Sie den Umfang des Raums und ziehen Sie breite Fenster und Türen ab. Bei einer Rollenbreite von 0,53 m ergibt der Umfang geteilt durch 0,53 die Zahl der Bahnen. Aus einer 10-m-Rolle bekommen Sie bei 2,50 m Raumhöhe drei Bahnen, bei gemusterten Tapeten mit Rapport oft weniger. Planen Sie eine Rolle Reserve ein, und achten Sie bei bedruckten Tapeten auf dieselbe Anfertigungsnummer.



