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Heimwerker-Berater

Raumthermostat digital

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Raumthermostat digital
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie es arbeitet
  2. Wofür es eingesetzt wird
  3. Stromversorgung: 230 V oder Batterie
  4. Wochenprogramm und Absenkung
  5. Funk, App und WLAN
  6. Zusatzfunktionen, die sich lohnen
  7. Unterputz oder Aufputz
  8. Anschluss
  9. Pflicht zur Einzelraumregelung
  10. Häufige Fragen

Ein digitales Raumthermostat misst die Temperatur im Raum und schaltet die Heizung so, dass die eingestellte Wunschtemperatur erreicht und gehalten wird. Der digitale Vorteil liegt weniger in der Genauigkeit als in den Zeitprogrammen – das Thermostat senkt die Temperatur, wenn niemand da ist, und heizt rechtzeitig wieder auf. Das spart Energie, ohne dass jemand daran denken muss.

Wie es arbeitet

Ein Temperaturfühler misst die Raumluft. Liegt der Wert unter dem Sollwert, gibt das Thermostat ein Signal an die Heizung, darüber schaltet es wieder ab. Einfache Geräte arbeiten als Zweipunktregler mit einer kleinen Schaltdifferenz, damit sie nicht ständig an- und ausschalten. Bessere Geräte regeln mit einem PI-Verfahren: Sie lernen, wie schnell der Raum reagiert, und takten die Heizung so, dass die Temperatur kaum über den Sollwert hinausschießt. Das ist angenehmer und spart ein paar Prozent zusätzlich.

Wofür es eingesetzt wird

  • Fußbodenheizung: Das Thermostat steuert die Stellantriebe am Heizkreisverteiler. Einzelheiten beim Raumthermostat für Fußbodenheizung.
  • Gas-Etagenheizung und Einzelgeräte: Ein Thermostat im Hauptraum schaltet oder moduliert den Wärmeerzeuger.
  • Elektroheizungen: Infrarotheizungen, Direktheizgeräte und elektrische Fußbodenheizungen.
  • Klimageräte und Kühlung über die Fußbodenheizung, bei entsprechend ausgelegten Geräten.

An normalen Heizkörpern übernimmt das Heizkörperthermostat direkt am Ventil diese Aufgabe. Wie die funktionieren, steht beim Heizkörperthermostat und der WLAN-Variante.

Stromversorgung: 230 V oder Batterie

Netzbetriebene Thermostate sitzen in einer Unterputzdose oder auf der Wand und werden mit 230 V versorgt. Sie schalten die Stellantriebe oder die Heizung direkt. Sie brauchen keinen Batteriewechsel, müssen aber verdrahtet werden. Batteriegeräte sind Funkthermostate, die nur messen und das Schaltsignal an einen Empfänger senden, der am Verteiler oder an der Heizung sitzt. Sie lassen sich überall anbringen, auch nachträglich, und die Batterien halten meist ein bis zwei Jahre. Es gibt auch 24-V-Systeme, bei denen ein Trafo am Verteiler die Kleinspannung liefert.

Junge Frau bedient ein Raumthermostat digital
Junge Frau bedient ein Raumthermostat digital. | Foto: santypan / Depositphotos.com

Wochenprogramm und Absenkung

Mit dem Wochenprogramm legen Sie für jeden Tag Zeiten fest, zu denen geheizt oder abgesenkt wird. Typisch ist eine Komforttemperatur von 20 bis 21 °C in Wohnräumen und eine Absenkung um 3 bis 4 °C nachts und bei Abwesenheit. Als grobe Regel gilt: Jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent Heizenergie. Tiefer abzusenken lohnt sich selten, weil das Wiederaufheizen dann lange dauert und kalte Wände die Behaglichkeit mindern. Bei trägen Fußbodenheizungen und Wärmepumpen fällt die Absenkung geringer aus oder entfällt ganz.

Funk, App und WLAN

Viele digitale Thermostate lassen sich per App steuern. Dabei gibt es zwei Wege:

  • Direkt per WLAN. Das Thermostat hängt im Heimnetz und wird über die Cloud des Herstellers erreicht.
  • Per Funk über eine Zentrale. Das Thermostat spricht mit einer Basisstation, etwa über Zigbee, Thread oder ein Herstellerprotokoll, und diese hängt am Router.

Wichtig ist, was bei Internetausfall passiert. Ein gutes System regelt dann lokal weiter nach dem gespeicherten Programm. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Hersteller die Cloud dauerhaft betreibt und ob Updates kommen – ein Thermostat hängt zehn Jahre an der Wand.

Zusatzfunktionen, die sich lohnen

  • Fenster-offen-Erkennung. Fällt die Temperatur schnell, schließt das Thermostat die Heizung für eine Weile. Mit Fensterkontakt zuverlässiger als per Temperatursturz.
  • Luftfeuchtesensor. Zeigt, wann gelüftet werden sollte, und warnt vor Schimmelrisiko. Bei Flächenkühlung schützt er vor Kondenswasser.
  • Urlaubs- und Partymodus. Vorübergehende Abweichungen, ohne das Programm zu ändern.
  • Anwesenheitserkennung per Handystandort, wenn man mag.

Unterputz oder Aufputz

Unterputzgeräte sitzen in einer normalen Schalterdose und passen oft ins Schalterprogramm des Hauses. Sie sind die elegante Lösung für Neubau und Renovierung. Aufputzgeräte werden auf die Wand geschraubt, die Leitung kommt von hinten oder wird aufputz geführt. Batteriegeräte können sogar nur aufgeklebt oder auf einen Tischständer gestellt werden. Egal welche Variante: Der Montageort sollte an einer Innenwand in etwa 1,5 m Höhe liegen, nicht in der Sonne, nicht über einem Heizkörper und nicht hinter einem Vorhang.

Anschluss

Das Anklemmen eines 230-V-Thermostats ist eine Arbeit am Stromnetz und gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Dabei werden je nach Gerät Außenleiter, Neutralleiter und der Schaltausgang zum Stellantrieb oder zur Heizung verbunden, bei Heizkesseln oft über eine eigene Kleinspannungsschnittstelle. Batterie- und Funkgeräte können Sie selbst anbringen und mit der Zentrale koppeln; der Empfänger an der Heizung ist dann aber wieder Sache der Fachkraft, wenn er ans Netz muss.

Pflicht zur Einzelraumregelung

Das Gebäudeenergiegesetz verlangt bei Warmwasserheizungen grundsätzlich eine raumweise, selbsttätige Temperaturregelung. Bei Heizkörpern erfüllen Thermostatventile das, bei Fußbodenheizungen Raumthermostate mit Stellantrieben. Wer eine alte Anlage ohne Einzelraumregelung betreibt, sollte beim nächsten Umbau nachrüsten – das spart ohnehin Geld.

Häufige Fragen

Wie viel lässt sich sparen?

Hersteller werben mit bis zu 30 Prozent. Realistisch sind je nach Ausgangslage und Nutzung einige Prozent bis gut zehn Prozent, vor allem durch Absenkung und Fensterfunktion. Wer vorher schon diszipliniert von Hand geregelt hat, spart weniger.

Was kostet ein digitales Raumthermostat?

Einfache Geräte ab etwa 30 Euro, smarte Thermostate mit App meist 60 bis 150 Euro, dazu gegebenenfalls eine Zentrale.

Kann ich smarte und einfache Geräte mischen?

Innerhalb eines Systems ja. Verschiedene Hersteller zusammen funktionieren nur, wenn beide denselben Standard sprechen.

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