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Heimwerker-Berater

Raumthermostat Fußbodenheizung

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Raumthermostat Fußbodenheizung
Inhalt10 Abschnitte
  1. Das Zusammenspiel im System
  2. Warum die Fußbodenheizung träge ist
  3. Der Selbstregeleffekt
  4. Analog oder digital
  5. Wasser oder Strom
  6. Grenzwerte für die Oberfläche
  7. Montageort
  8. Anschluss und Einregulierung
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Bei einer Fußbodenheizung regelt das Raumthermostat nicht die Heizung selbst, sondern den Durchfluss des warmen Wassers in den Heizkreisen des jeweiligen Raums. Weil der Estrich die Wärme stundenlang speichert, braucht diese Regelung Geduld – wer sie wie einen Heizkörper bedient, heizt am Bedarf vorbei. Wer die Trägheit versteht, spart Energie und friert nicht.

Das Zusammenspiel im System

Eine wassergeführte Fußbodenheizung besteht aus drei Teilen, die zusammenarbeiten müssen:

HeizkreisverteilerVerteilt das Heizwasser auf die Heizkreise der Räume, meist in einem Kasten in der Wand.
StellantriebSitzt auf dem Ventil jedes Heizkreises und öffnet oder schließt es, meist thermoelektrisch.
RegelleisteVerbindet Thermostate und Stellantriebe, oft mit Pumpenlogik.
RaumthermostatMisst die Raumtemperatur und gibt das Signal zum Öffnen oder Schließen.

Die meisten Stellantriebe sind stromlos geschlossen: Sie öffnen, wenn das Thermostat Wärme anfordert, und brauchen dafür einige Minuten, weil sich ein Dehnstoffelement erst erwärmen muss.

Warum die Fußbodenheizung träge ist

Die Heizrohre liegen im Estrich, der viele Zentimeter dick ist und große Mengen Wärme speichert. Vom Öffnen des Ventils bis zur spürbar wärmeren Luft vergehen oft ein bis mehrere Stunden, und nach dem Schließen gibt der Boden noch lange Wärme ab. Die Folge: Kurzfristiges Hoch- und Runterdrehen bringt nichts. Eine Nachtabsenkung um viele Grad ebenfalls wenig, weil der Raum morgens noch warm ist und die Heizung dann mit Verzögerung nachholt. Bewährt haben sich kleine Absenkungen um 1 bis 2 °C und stabile Sollwerte.

Der Selbstregeleffekt

Eine gut eingestellte Fußbodenheizung regelt sich teilweise selbst. Die Oberfläche ist nur wenig wärmer als die Raumluft. Steigt die Raumtemperatur, etwa durch Sonne, sinkt der Temperaturunterschied und damit die abgegebene Wärme automatisch. Bei niedrigen Vorlauftemperaturen, wie sie Wärmepumpen liefern, ist dieser Effekt stark. Das Raumthermostat ist dann eher Feinsteuerung als Hauptregler. In manchen Häusern mit Wärmepumpe werden die Stellantriebe in den Haupträumen sogar dauerhaft offen gelassen, damit die Anlage gleichmäßig arbeitet.

Raumthermostat für die Fußbodenheizung an der Wand angebracht
Raumthermostat für die Fußbodenheizung an der Wand angebracht. | Foto: dstaerk / Depositphotos.com

Analog oder digital

Analoge Thermostate haben ein Drehrad und schalten den Stellantrieb über ein Bimetall oder eine einfache Elektronik. Sie sind günstig, robust und reichen für Räume, in denen immer dieselbe Temperatur gewünscht ist. Digitale Thermostate haben ein Display, zeigen die Isttemperatur an und bieten Zeitprogramme, PI-Regelung und oft App-Steuerung. Die Grundlagen stehen beim digitalen Raumthermostat. Für die Fußbodenheizung ist vor allem die PI-Regelung wertvoll, weil sie die Trägheit einrechnet.

Wasser oder Strom

Bei elektrischen Fußbodenheizungen, etwa Heizmatten unter Fliesen im Bad, heizen Heizleiter direkt im Kleber oder Estrich. Hier braucht das Thermostat meist einen Bodenfühler, der im Estrich liegt und die Oberflächentemperatur begrenzt. Das schützt empfindliche Beläge wie Parkett oder Vinyl vor Überhitzung. Viele Geräte kombinieren Raum- und Bodenfühler. Elektrische Bodenheizungen sind für Zusatzwärme im Bad gedacht; als Hauptheizung sind sie im Betrieb teuer.

Grenzwerte für die Oberfläche

Die Norm für Fußbodenheizungen, DIN EN 1264, setzt Obergrenzen für die Oberflächentemperatur: etwa 29 °C in Aufenthaltszonen, 33 °C im Bad und 35 °C in Randzonen, in denen man selten steht. Darüber wird es unangenehm an den Füßen. Parkett, Laminat und Vinyl haben oft eigene, niedrigere Grenzen des Herstellers. Moderne Anlagen liegen im Normalbetrieb deutlich darunter.

Montageort

  • An einer Innenwand, etwa 1,5 m hoch.
  • Nicht in der Sonne, nicht neben Lampen, Kamin oder Kühlschrank.
  • Nicht hinter Vorhängen oder Möbeln, sonst misst das Thermostat einen Luftstau.
  • Nicht direkt neben der Tür zu einem kalten Flur.

Ein falsch platziertes Thermostat regelt korrekt – nur eben auf die falsche Temperatur.

Anschluss und Einregulierung

Das Verdrahten von 230-V-Thermostaten und Regelleisten ist Aufgabe einer Elektrofachkraft. Genauso wichtig ist die heizungsseitige Einstellung: der hydraulische Abgleich, bei dem die Durchflussmengen der Heizkreise an die Raumgröße angepasst werden. Ohne ihn werden kurze Kreise warm und lange Kreise nie, und kein Thermostat kann das ausgleichen. Den Abgleich macht der Heizungsbauer, er ist bei vielen Förderprogrammen Pflicht.

Typische Fehler

  • Thermostat ständig verstellt. Die Heizung kommt nie zur Ruhe und verbraucht eher mehr.
  • Starke Nachtabsenkung. Morgens kalt, mittags zu warm.
  • Teppich auf dem Fühlerbereich. Dicke Teppiche bremsen die Wärmeabgabe erheblich.
  • Vorlauftemperatur zu hoch. Dann taktet das Thermostat hart und die Räume schwanken. Die Heizkurve gehört angepasst.

Häufige Fragen

Welche Temperatur ist richtig?

Für Wohnräume sind 20 bis 21 °C üblich, im Bad 22 bis 24 °C, in Schlafzimmern oft 17 bis 18 °C. Mit Fußbodenheizung empfinden viele Menschen etwas niedrigere Lufttemperaturen als angenehm.

Brauche ich in jedem Raum ein Thermostat?

Die Einzelraumregelung ist in Deutschland grundsätzlich vorgeschrieben. Kleine Nebenräume wie Flure hängen aber oft an einem gemeinsamen Thermostat.

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