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Heimwerker-Berater

Fünf Tipps für das Do-it-yourself-Projekt

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Fünf Tipps für das Do-it-yourself-Projekt
Inhalt9 Abschnitte
  1. Tipp 1: Ehrlich prüfen, was Sie selbst machen dürfen und können
  2. Tipp 2: Hilfe früh organisieren
  3. Tipp 3: Werkzeug kaufen, leihen oder mieten
  4. Tipp 4: Material genau prüfen und großzügig rechnen
  5. Tipp 5: Zeitplan mit Puffer
  6. Sicherheit ist kein Zusatz
  7. Wann der Fachbetrieb die bessere Wahl ist
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Die meisten Heimwerkerprojekte scheitern nicht am Können, sondern an der Planung: Material fehlt am Samstagabend, der Estrich ist noch nicht trocken, und der Schwager hat doch keine Zeit. Wer vorher ehrlich rechnet, spart am Ende Geld und Nerven. Diese fünf Regeln gelten für den Anstrich ebenso wie für den neuen Boden.

Tipp 1: Ehrlich prüfen, was Sie selbst machen dürfen und können

Nicht alles, was man auf Video gesehen hat, darf man auch selbst tun. Arbeiten am Stromnetz sind Elektrofachkräften vorbehalten, Eingriffe an Gasleitungen und Gasgeräten ebenso zugelassenen Fachbetrieben. Tragende Wände entfernt man nicht ohne Statiker, und bei Abdichtungen im Bad hängt die Gewährleistung oft am Fachbetrieb.

Dann die Frage nach dem Können. Streichen, Tapezieren, Klick-Laminat und Möbelbau sind für Einsteiger gut machbar. Fliesen, Trockenbau und Putz lassen sich lernen, verlangen aber Übung. Wer unsicher ist, übt an einer Stelle, die später niemand sieht – im Abstellraum statt im Wohnzimmer.

Tipp 2: Hilfe früh organisieren

Große Plattenformate, Rigipsplatten an der Decke, Türen einhängen und schwere Säcke in den dritten Stock – vieles geht zu zweit nicht nur schneller, sondern überhaupt erst. Fragen Sie rechtzeitig, nicht am Vorabend, und planen Sie die Aufgaben so, dass die Helfer an den Tagen kommen, an denen gehoben wird, nicht an denen, an denen der Kleber trocknet.

Eine zweite Person ist auch ein Sicherheitsfaktor. Auf der Leiter, beim Arbeiten mit Maschinen und bei allem, was sich verkanten kann, ist jemand in Rufweite Gold wert. Allein arbeitet man riskanter, als man denkt.

Tipp 3: Werkzeug kaufen, leihen oder mieten

Ein Grundstock gehört in jeden Haushalt: Akkuschrauber, Wasserwaage, Zollstock, Cuttermesser, Hammer, Schraubendreher, Spachtel. Was dazu gehört, steht bei der Grundausstattung einer Heimwerker-Werkstatt.

Teure Spezialgeräte, die Sie einmal im Leben brauchen – Parkettschleifer, Fliesenschneidmaschine, Bohrhammer mit großem Meißel, Estrichfräse –, mietet man besser. Baumärkte und Mietparks verleihen sie tage- oder wochenweise. Als Faustregel: Braucht man ein Gerät weniger als drei- bis viermal, ist Mieten meist günstiger, zumal Wartung und Verschleiß entfallen. Mehr zum Abwägen steht bei mieten oder kaufen.

Tipp 4: Material genau prüfen und großzügig rechnen

Innen oder außen, trocken oder nass – das entscheidet über das Material. Holzschutzlasur für den Innenraum hält draußen keinen Sommer, und nicht jeder Fliesenkleber verträgt Frost. Lesen Sie das Technische Merkblatt des Herstellers, nicht nur das Etikett. Dort stehen Einsatzbereich, Verbrauch, Verarbeitungstemperatur und Trocknungszeit.

Bei der Menge sollten Sie etwa zehn Prozent Reserve einplanen, bei Fliesen und Bodenbelägen mit vielen Ecken mehr. Nachkaufen ist teuer und oft ärgerlich: Farbtöne und Chargen weichen voneinander ab, und das Sonderangebot ist ausverkauft. Übrige Fliesen und Dielen heben Sie ohnehin für spätere Reparaturen auf.

Tipp 5: Zeitplan mit Puffer

Heimwerker unterschätzen fast immer die Zeit, und zwar nicht die der eigentlichen Arbeit, sondern die dazwischen: Einkaufen, Aufräumen, Trocknen. Grundierungen brauchen Stunden, Fliesenkleber einen Tag, Estrich Wochen. Wer das nicht einplant, arbeitet auf nicht tragfähigem Untergrund weiter und zahlt später dafür.

Schreiben Sie die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge auf und tragen Sie die Wartezeiten ein. Rechnen Sie dann noch einmal die Hälfte obendrauf. Das klingt pessimistisch, ist aber bei fast jedem Projekt realistisch.

Sicherheit ist kein Zusatz

Schutzbrille beim Bohren über Kopf, Gehörschutz bei Maschinen, Atemschutz beim Schleifen, feste Schuhe auf der Baustelle – das ist keine Übervorsicht. Die meisten Heimwerkerunfälle passieren mit Leitern, Messern und Winkelschleifern. Ziehen Sie vor jedem Werkzeugwechsel den Stecker oder nehmen Sie den Akku heraus. Mehr dazu unter Arbeitskleidung für Heimwerker und Sicherheitsschuhe.

In Häusern, die vor 1993 gebaut oder renoviert wurden, kann in Kleber, Spachtelmasse, Bodenbelägen und Fassadenplatten Asbest stecken. Vor dem Schleifen oder Abbrechen lohnt eine Laboranalyse.

Wann der Fachbetrieb die bessere Wahl ist

Es gibt Projekte, bei denen Eigenleistung sich nicht rechnet: wenn Spezialwerkzeug teuer ist, die Arbeit selten gebraucht wird und ein Fehler hohe Folgekosten hat. Eine undichte Duschabdichtung kostet leicht das Zehnfache der ursprünglichen Ersparnis. Eine gute Lösung ist oft die Aufteilung: Der Profi macht die kritischen Schritte, Sie die Vorarbeiten wie Abbruch, Aufräumen und Streichen. Viele Handwerker sind dafür offen, wenn man es vorher bespricht.

Typische Fehler

  • Ohne Skizze losgelegt. Maße auf Papier sparen Fehlschnitte.
  • Einmal gemessen. Zweimal messen, einmal schneiden, ist keine Floskel.
  • Das billigste Werkzeug gekauft. Stumpfe Klingen und wackelige Führungen machen die Arbeit schwerer und gefährlicher.
  • Trocknungszeiten ignoriert. Der Schaden zeigt sich erst Monate später.

Häufige Fragen

Welches Projekt eignet sich für den Einstieg?

Ein Anstrich, ein einfaches Regal oder ein Klick-Boden in einem kleinen Raum. Dabei lernen Sie Messen, Planen und den Umgang mit Werkzeug, ohne dass ein Fehler teuer wird.

Muss ich Eigenleistung beim Vermieter anmelden?

Bauliche Veränderungen in der Mietwohnung brauchen die Zustimmung des Vermieters. Streichen und Möbel aufbauen gehören in der Regel nicht dazu. Im Zweifel fragen Sie vorher.

Lohnt sich Eigenleistung finanziell?

Oft ja, bei Arbeiten mit hohem Lohnanteil wie Streichen, Abbruch oder Bodenverlegen. Weniger bei Arbeiten mit teurem Material, bei denen Fehler das Material kosten.

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