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Heimwerker-Berater

Alu löten - Tipps und Anleitung

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Alu löten - Tipps und Anleitung
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Aluminium sich wehrt
  2. Weichlöten oder Hartlöten
  3. Welches Lot
  4. Das Flussmittel
  5. Reiblöten: die Methode ohne Flussmittel
  6. Die Wärmequelle
  7. Schritt für Schritt
  8. Die Grenzen
  9. Häufige Fragen
  10. Video zum Thema

Aluminium lässt sich löten, aber nicht so wie Kupfer oder Messing. Wer es mit Lötkolben und Elektroniklot versucht, sieht das Zinn zu Kugeln zusammenlaufen und abrollen. Schuld ist eine hauchdünne, zähe Oxidschicht auf der Oberfläche. Wer Aluminium löten will, muss diese Schicht durchbrechen und am Nachwachsen hindern – mit dem richtigen Lot, einem passenden Flussmittel oder mechanisch.

Warum Aluminium sich wehrt

An der Luft überzieht sich Aluminium sofort mit Aluminiumoxid. Diese Schicht schützt das Metall vor Korrosion, schmilzt aber erst bei über 2000 °C – das Aluminium darunter schon bei rund 660 °C. Lot kann auf dem Oxid nicht benetzen. Schleift man die Schicht ab, bildet sie sich in Sekunden neu.

Hinzu kommt die hohe Wärmeleitfähigkeit. Aluminium verteilt die Wärme so schnell, dass die Lötstelle nicht heiß genug wird, wenn die Wärmequelle zu klein ist. Ein Lötkolben, der auf Kupferdraht mühelos lötet, reicht für ein Aluminiumblech oft nicht.

Weichlöten oder Hartlöten

WeichlötenHartlöten
Temperaturunter 450 °Cüber 450 °C, bei Alu knapp unter dem Schmelzpunkt
Typische LoteZinn-Zink, Zink-AluminiumAluminium-Silizium
Festigkeitgering bis mittelhoch
Schwierigkeitmachbar für Heimwerkeranspruchsvoll, schmales Temperaturfenster
Wärmequelleleistungsstarker Kolben, GasbrennerGasbrenner

Beim Hartlöten mit Aluminium-Silizium-Lot liegt die Arbeitstemperatur nur wenig unter dem Schmelzpunkt des Bauteils. Ein paar Grad zu viel, und das Werkstück schmilzt weg. Für Heimwerker ist deshalb meist das Weichlöten oder das Reiblöten der bessere Weg.

Welches Lot

Zinn-Zink-Lote mit speziellem Aluminium-Flussmittel sind die gängige Wahl für Weichlötungen an Aluminium. Normales Elektroniklot aus Zinn und Silber haftet dagegen ohne Spezialflussmittel kaum.

Reiblot auf Zink-Aluminium-Basis ist als Stab erhältlich und arbeitet ohne Flussmittel. Es schmilzt bei etwa 380 bis 400 °C.

Fülldraht- oder Flussmittel-Lote haben das Flussmittel bereits im Kern oder als Mantel. Sie sind bequem, aber nicht für alle Legierungen geeignet.

Finger weg von alten cadmiumhaltigen Loten. Cadmium ist giftig, und die Dämpfe beim Löten sind gefährlich. In der EU sind solche Lote für die meisten Anwendungen nicht mehr zulässig.

Das Flussmittel

Flussmittel für Aluminium lösen die Oxidschicht während des Erhitzens auf und schützen die Stelle vor neuer Oxidation. Es muss ausdrücklich für Aluminium sein – Lötwasser für Kupfer oder Lötfett für Elektronik wirken hier nicht.

Aluminium-Flussmittel sind meist korrosiv. Nach dem Löten müssen die Rückstände gründlich mit warmem Wasser und Bürste entfernt werden, sonst frisst sich die Lötstelle in den folgenden Wochen selbst an.

Alu löten mit Lötkolben
Alu löten mit Lötkolben. | Foto: AlexNazaruk / Depositphotos.com

Reiblöten: die Methode ohne Flussmittel

Beim Reiblöten wird die Lötstelle mit dem Gasbrenner erhitzt, bis das Lot beim Kontakt schmilzt. Dann reibt man mit dem Lotstab oder einer Edelstahlbürste unter dem flüssigen Lot über die Oberfläche. Das kratzt die Oxidschicht auf, und das flüssige Lot deckt die blanke Stelle sofort ab, bevor sich neues Oxid bilden kann.

Die Methode eignet sich gut für Reparaturen an Gussteilen, Profilen und Blechen. Sie erfordert etwas Übung beim Temperaturgefühl.

Die Wärmequelle

Für dünne Bleche, Drähte und Modellbauteile genügt ein leistungsstarker Lötkolben ab etwa 80 bis 100 Watt oder ein Gaslötkolben. Für alles Größere ist ein Lötbrenner mit Propan oder MAPP-Gas nötig. Erwärmen Sie das Werkstück großflächig, nicht punktuell – sonst fließt die Wärme ab, bevor die Lötstelle warm genug ist.

Schritt für Schritt

  1. Reinigen. Fett, Farbe und Schmutz entfernen, am besten mit Aceton oder Spiritus.
  2. Oxid entfernen. Mit Edelstahlbürste oder Schleifpapier blank machen, direkt vor dem Löten.
  3. Flussmittel auftragen, sofort nach dem Blankmachen, bei Reiblöten entfällt dieser Schritt.
  4. Werkstück fixieren. Mit Klemmen, nicht mit den Fingern – Aluminium wird überall heiß.
  5. Erwärmen. Das Bauteil erhitzen, nicht das Lot. Das Lot soll am Werkstück schmelzen.
  6. Lot zuführen. Es fließt in die Fuge, wenn die Temperatur stimmt. Perlt es ab, ist die Stelle zu kalt oder nicht blank.
  7. Abkühlen lassen und reinigen. Ohne Abschrecken abkühlen lassen, danach Flussmittelreste abwaschen.

Die Grenzen

Weichgelötete Aluminiumverbindungen sind deutlich weniger fest als geschweißte. Für tragende Teile, Druckleitungen oder hoch belastete Verbindungen ist Schweißen die richtige Technik, etwa mit einem WIG-Schweißgerät. Für nicht belastete Verbindungen kann auch ein 2K-Metallkleber eine Alternative sein.

Achten Sie auf gute Belüftung. Beim Löten mit Flussmitteln entstehen reizende Dämpfe.

Häufige Fragen

Kann man Aluminium mit normalem Lötzinn löten?

Nur mit speziellem Aluminium-Flussmittel und viel Wärme, und selbst dann haftet es schlecht. Besser sind Lote, die für Aluminium gedacht sind.

Wie heiß muss der Lötkolben sein?

Für Weichlote reichen Spitzentemperaturen um 350 bis 400 °C, entscheidend ist aber die Leistung. Ein kleiner Kolben bringt nicht genug Wärme ins Aluminium.

Lässt sich Aluminium mit Kupfer verlöten?

Grundsätzlich ja, mit passenden Loten und Flussmitteln. Die Verbindung zweier so unterschiedlicher Metalle neigt aber zu Korrosion, sobald Feuchtigkeit hinzukommt. Mehr zu anderen Metallen unter Messing löten.

Video zum Thema

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