Gaslötkolben
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Ein Gaslötkolben heizt seine Spitze mit Butangas statt mit Strom. Er braucht keine Steckdose und kein Kabel und ist damit das Lötgerät für Auto, Boot, Wohnmobil, Dachboden und Garten. Er ist ein hervorragendes Werkzeug für unterwegs, ersetzt aber keine regelbare Lötstation.
Wie er funktioniert
Im Griff sitzt ein kleiner Tank, der mit Feuerzeuggas befüllt wird. Das Gas strömt zur Spitze, wird gezündet und heizt einen Katalysator, der danach flammenlos glüht und die Lötspitze erwärmt. Die Temperatur wird über die Gasmenge geregelt, meist mit einem Schieber oder Drehrad. Nach der Zündung ist der Kolben innerhalb von Sekunden bis etwa einer halben Minute betriebsbereit.
Viele Gaslötkolben haben wechselbare Aufsätze:
- Lötspitzen in verschiedenen Formen, von spitz bis meißelförmig.
- Heißluftdüse zum Schrumpfen von Schrumpfschläuchen.
- Flammdüse als kleiner Brenner für Hartlöten kleiner Teile oder zum Erhitzen.
- Heißmesser zum Schneiden von Kunststoffseilen und Folien.
Was er kann
Kabel verlöten im Auto, an der Außenbeleuchtung oder am Boot, wo keine Steckdose in der Nähe ist.
Schrumpfschläuche schrumpfen, sauber und gezielt mit der Heißluftdüse.
Reparaturen unterwegs: Kopfhörerkabel, Modellbau, Fahrradbeleuchtung.
Seile versiegeln. Kunststoffseilenden mit dem Heißmesser abschneiden und gleichzeitig verschmelzen.
Was er nicht kann
Feine Elektronik. Die Temperatur lässt sich nur grob einstellen und nicht ablesen. Bei SMD-Bauteilen und empfindlichen Platinen ist das zu ungenau; dafür gehört eine Lötstation mit Temperaturregelung her.
Große Werkstücke. Die Wärmeleistung reicht für Drähte bis zu mittleren Querschnitten und kleine Blechteile. Für Dachrinnen, Kupferrohre oder dicke Kabel braucht es einen Lötbrenner mit Propangas.
Die Heißluftpistole ersetzen. Die Heißluftdüse genügt für Schrumpfschläuche, aber nicht für das Ablösen von Lack oder das Verformen größerer Kunststoffteile.
Temperatur und Lot
Weichlote schmelzen je nach Legierung um 180 bis 230 °C. Arbeitstemperaturen an der Spitze liegen üblicherweise etwa 100 °C darüber, also bei rund 300 bis 380 °C. Gaslötkolben erreichen deutlich höhere Spitzentemperaturen. Zu heiß ist genauso schlecht wie zu kalt: Das Flussmittel verbrennt, die Spitze oxidiert, und das Lot perlt ab. Drehen Sie die Gaszufuhr so weit herunter, dass das Lot zügig fließt, aber nicht raucht.
Welches Lot für welche Arbeit passt, steht im Beitrag zum Lötzinn, zur Vorbereitung beim Lötfett.
Betrieb und Gasverbrauch
Eine Tankfüllung reicht je nach Modell und Einstellung für etwa 30 bis 120 Minuten Lötzeit. Befüllt wird mit handelsüblichem Feuerzeuggas aus der Nachfüllflasche, der Adapter passt meist direkt. Den Kolben beim Befüllen senkrecht halten und nicht in der Nähe offener Flammen befüllen. Nach dem Befüllen einige Minuten warten, bis sich das Gas stabilisiert hat.
Bei Kälte sinkt der Gasdruck, und der Kolben wird schwächer. Im Winter hilft es, den Kolben vor der Arbeit in der Jackentasche anzuwärmen.
Eine Kabelverbindung löten
- Schrumpfschlauch zuerst aufschieben. Wer ihn vergisst, muss die Lötstelle wieder öffnen – der Klassiker.
- Adern abisolieren auf etwa 1 cm und die Litzen verdrillen.
- Beide Enden vorverzinnen. Kolben an die Litze halten, Lot an die erhitzte Litze geben, bis sie sich vollsaugt.
- Enden aneinanderlegen und mit der Spitze kurz erhitzen, bis das Lot beider Seiten zusammenfließt. Nicht bewegen, bis es erstarrt ist.
- Schrumpfschlauch über die Lötstelle schieben und mit der Heißluftdüse gleichmäßig schrumpfen.
Eine gute Lötstelle glänzt und ist glatt. Matt, körnig oder kugelig heißt: zu kalt gelötet oder beim Erstarren bewegt.
Sicherheit
- Die Spitze ist lange heiß. Nach dem Abschalten einige Minuten abkühlen lassen, bevor die Schutzkappe aufgesetzt wird. Die Kappe hat meist einen Clip, der auch den Gasfluss abschaltet.
- Die Flamme ist bei Tageslicht kaum sichtbar. Bei der Flammdüse aufpassen, dass sie nicht an Kabel oder Kleidung kommt.
- Lötrauch nicht einatmen. Das Flussmittel im Lot verdampft und reizt die Atemwege. Lüften, den Kopf nicht direkt über die Lötstelle halten.
- Nicht in geschlossenen Behältern oder engen Räumen ohne Lüftung arbeiten. Brennendes Gas verbraucht Sauerstoff.
Typische Fehler
- Zu viel Gas. Die Spitze glüht, das Lot verbrennt.
- Spitze nicht verzinnt. Eine blanke, oxidierte Spitze nimmt kein Lot an. Nach dem Aufheizen gleich etwas Lot aufschmelzen.
- Lötstelle nicht vorgewärmt. Das Lot auf die erhitzte Lötstelle geben, nicht auf die Spitze tupfen und dann auf die Stelle tragen.
- Nass gelagert. Feuchtigkeit schadet dem Katalysator. Trocken aufbewahren.
Gaskolben, Akkukolben oder Lötstation
Gaslötkolben
| Lötstation
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Akku-Lötkolben liegen dazwischen: bequem, aber mit begrenzter Leistung. Für die meisten Heimwerker ist die Kombination aus Lötstation für die Werkbank und Gaslötkolben für unterwegs ideal.
Häufige Fragen
Was kostet ein Gaslötkolben?
Einfache Geräte gibt es ab etwa 15 Euro, Markengeräte mit Aufsatzset liegen bei 30 bis 80 Euro.
Kann ich damit Kupferrohre löten?
Kleine Rohre bis etwa 10 mm eventuell mit der Flammdüse, größere nicht. Dafür ist ein Lötbrenner die richtige Wahl.
Warum geht er immer aus?
Meist zu wenig Gas, Kälte oder Luft im Tank. Tank vollständig füllen, vorwärmen, Katalysator auf Verschmutzung prüfen.



