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Heimwerker-Berater

Sandstrahlgerät

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Sandstrahlgerät
Inhalt11 Abschnitte
  1. So funktioniert es
  2. Die Bauarten
  3. Der Kompressor entscheidet
  4. Welches Strahlmittel wofür
  5. Wo Strahlen sinnvoll ist
  6. Schutzausrüstung – nicht verhandelbar
  7. Was Sie nicht strahlen sollten
  8. Staub und Nachbarn
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Ein Sandstrahlgerät schleudert ein körniges Strahlmittel mit Druckluft auf eine Oberfläche und trägt dabei Rost, Lack und Schmutz ab. Es erreicht Ecken, Kanten und Profile, an denen jeder Schleifer versagt. Der Engpass ist fast nie das Strahlgerät selbst, sondern der Kompressor dahinter.

So funktioniert es

Druckluft strömt durch eine Düse und reißt das Strahlmittel mit. Die Körner treffen mit hoher Geschwindigkeit auf das Werkstück und schlagen dabei Rost, Farbe oder Zunder ab. Je nach Strahlmittel wird die Oberfläche aufgeraut, gereinigt oder fein mattiert. Industrielle Anlagen schleudern das Strahlmittel mit einem Schleuderrad statt mit Luft; für den Heimbereich spielt das keine Rolle.

Die Bauarten

BauartPrinzipGeeignet für
Strahlpistole mit BecherStrahlmittel fällt aus einem kleinen Behälter in den Luftstromkleine Flächen, Ausbesserungen
SaugstrahlerPistole saugt Strahlmittel über einen Schlauch aus einem EimerHobbywerkstatt, mittlere Flächen
DruckstrahlerStrahlmittel liegt in einem Druckkessel und wird hinausgedrücktgroße Flächen, Fahrzeugteile, Anhänger
Strahlkabinegeschlossener Kasten mit Handschuhdurchgriffen und AbsaugungKleinteile ohne Staub in der Werkstatt
NassstrahlerStrahlmittel wird mit Wasser vermischtstaubarmes Arbeiten, Fassaden
Arbeiter in Schutzkleidung reinigt eine Metallkonstruktion mit einem Sandstrahler
Arbeiter in Schutzkleidung reinigt eine Metallkonstruktion mit einem Sandstrahler. | Foto: blinow61 / Depositphotos.com

Der Kompressor entscheidet

Sandstrahlen verbraucht sehr viel Luft, und zwar ununterbrochen. Schon kleine Strahlpistolen brauchen 200 bis 400 Liter je Minute bei 4 bis 8 bar. Entscheidend ist die Liefermenge, nicht die Ansaugleistung, die auf vielen Kompressoren groß aufgedruckt ist. Die tatsächliche Liefermenge liegt meist bei 60 bis 70 Prozent davon.

Ein kleiner Heimwerkerkompressor mit 24-Liter-Kessel reicht für ein paar Sekunden Strahlen, dann bricht der Druck ein. Für sinnvolles Arbeiten brauchen Sie einen Kompressor mit mindestens 50 bis 100 Litern Kessel und einer echten Liefermenge von 250 l/min oder mehr. Mehr dazu bei Kolbenkompressor und Schraubenkompressor.

Welches Strahlmittel wofür

  • Korund (Aluminiumoxid): sehr hart, scharfkantig, schneller Abtrag. Für Rost und alte Lacke auf Stahl.
  • Glasperlen: rund, verdichten die Oberfläche und mattieren fein. Für Aluminium, Edelstahl, Vergaser.
  • Glasgranulat und Hochofenschlacke: günstige Allrounder für Stahl.
  • Nussschalen, Kunststoff, Soda: weich, tragen Lack ab, ohne das Grundmaterial anzugreifen. Für Holz, Aluminium, Motorteile.
  • Stahlkies: für geschlossene Anlagen mit Rückgewinnung.

Quarzsand ist in Deutschland als Strahlmittel verboten. Der feine Quarzstaub verursacht Silikose, eine unheilbare Staublunge. Das gilt auch für Spielsand aus dem Baumarkt.

AR-15-Kompensator auf Sandstrahlmittel
AR-15-Kompensator auf Sandstrahlmittel. | Foto: gsagi / Depositphotos.com

Wo Strahlen sinnvoll ist

Typische Aufgaben in der Heimwerkstatt: rostige Anhängerteile, Gartenmöbel aus Schmiedeeisen, Felgen, Oldtimerteile vor dem Lackieren, Werkzeuge, Grillroste. Im Vergleich zum Druckluftschleifer oder einer Lackfräse erreicht das Strahlen jede Vertiefung und hinterlässt eine gleichmäßig raue Fläche, auf der neue Farbe gut haftet.

Weniger geeignet ist es für dünne Bleche: Sie verziehen sich unter dem Beschuss und werden wellig. Holz und weiche Steine vertragen nur weiche Strahlmittel und niedrigen Druck. Für empfindliche Oberflächen ohne Rückstände ist ein Trockeneisstrahler die schonendere Alternative.

Schutzausrüstung – nicht verhandelbar

  1. Atemschutz mindestens FFP3, bei längerem Arbeiten ein gebläseunterstützter Atemschutz oder ein Strahlhelm mit Frischluft.
  2. Gesichtsschutz oder Strahlhelm. Rückpraller treffen das Gesicht.
  3. Gehörschutz. Die Düse ist laut.
  4. Lederhandschuhe und geschlossene Kleidung. Der Strahl dringt durch dünnen Stoff und verletzt die Haut.
  5. Nie auf Menschen oder Tiere richten.

Was Sie nicht strahlen sollten

Alte Anstriche können Blei enthalten, besonders Mennige-Rostschutz auf alten Stahlteilen. Beim Strahlen wird das Blei zu feinem Staub. Ebenso gefährlich sind asbesthaltige Beschichtungen und Faserzement. Im Zweifel eine Probe untersuchen lassen oder die Arbeit einem Fachbetrieb überlassen.

Staub und Nachbarn

Freies Strahlen im Hof erzeugt eine Staubwolke, die sich weit verteilt – auf Autos, Wäsche und Beete der Nachbarn. Arbeiten Sie möglichst in einer Kabine oder in einem abgehängten Bereich mit Folie, und sammeln Sie das Strahlmittel wieder ein. Verbrauchtes Strahlmittel mit Lackresten ist Sondermüll, wenn Schadstoffe darin sind.

Typische Fehler

  • Feuchte Druckluft. Das Strahlmittel verklumpt, die Düse verstopft. Ein Wasserabscheider vor dem Gerät ist Pflicht.
  • Zu hoher Druck auf Blech. Das Blech verzieht sich.
  • Blanken Stahl stehen lassen. Gestrahlter Stahl rostet schon über Nacht an. Innerhalb weniger Stunden grundieren.
  • Verschlissene Düse. Die Öffnung wird größer, der Luftverbrauch steigt, der Strahl wird breiter und schwächer.

Häufige Fragen

Was kostet ein Sandstrahlgerät?

Strahlpistolen gibt es ab etwa 20 Euro, Druckstrahler mit Kessel ab etwa 100 Euro, Strahlkabinen für die Werkbank 150 bis 500 Euro. Der passende Kompressor kostet oft mehr als das Strahlgerät.

Kann ich Strahlmittel wiederverwenden?

Korund, Glasperlen und Stahlkies ja, mehrfach, wenn Sie es sieben. Schlacke und Glasgranulat zerfallen schneller.

Kann ich Sandstein damit reinigen?

Nur mit sehr weichem Strahlmittel und geringem Druck, sonst raut die Oberfläche auf. Schonendere Wege stehen unter Sandstein reinigen.

Video zum Thema

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