Einhand Winkelschleifer

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Ein Einhand-Winkelschleifer ist die kleine, schlanke Bauform des Winkelschleifers, meist für Scheiben mit 115 oder 125 mm Durchmesser. Der Name führt in die Irre: Man kann ihn mit einer Hand umfassen, benutzen sollte man ihn trotzdem mit zwei. Für Trennen, Entgraten und Schleifen an Metall, Stein und Fliesen ist er das Standardgerät in jeder Werkstatt.
Was ihn vom großen Winkelschleifer unterscheidet
Große Winkelschleifer für 180 oder 230 mm Scheiben haben einen Bügelgriff hinten und wiegen 5 bis 7 kg. Der Einhand-Winkelschleifer hat einen stabförmigen Motor, der zugleich der Griff ist, und wiegt je nach Leistung 1,5 bis 2,5 kg. Er ist das Gerät für Arbeiten über Kopf, in Ecken und auf der Leiter, wo ein Zweihandgerät zu schwer und zu sperrig wäre.
Üblich sind Leistungen von 500 bis 1400 W. Für gelegentliches Trennen von Rohren und Profilen reichen 700 bis 900 W, wer regelmäßig Steinplatten schneidet oder Schweißnähte schruppt, sollte über 1000 W wählen.
Die Scheibengröße
| Scheibe | Schnitttiefe etwa | Passend für |
| 115 mm | 28–30 mm | dünne Bleche, Fliesen, feine Arbeiten |
| 125 mm | 33–35 mm | der Standard, größtes Zubehörangebot |
| 150 mm | 40–45 mm | Steinplatten, dickere Profile, selten |
Nehmen Sie 125 mm, wenn Sie unsicher sind. Scheiben in dieser Größe gibt es überall, in jeder Qualität und für jeden Werkstoff.
Sicherheitsfunktionen, die zählen
- Schutzhaube. Muss immer dran sein, verstellbar ohne Werkzeug ist praktisch.
- Wiederanlaufschutz. Nach einem Stromausfall oder beim Einstecken mit gedrücktem Schalter läuft das Gerät nicht von selbst an.
- Sanftanlauf. Verhindert den Ruck beim Einschalten, der das Gerät aus der Hand reißen kann.
- Rückschlagabschaltung. Sensoren erkennen, wenn die Scheibe verkantet und das Gerät schlagartig ausbricht, und schalten ab. Bei Profigeräten verbreitet, bei günstigen Modellen selten.
- Totmannschalter. Das Gerät läuft nur, solange der Schalter gedrückt ist. Bei Arbeiten mit hohem Risiko die sicherste Lösung.
- Zusatzhandgriff. Gehört zur Grundausstattung und wird benutzt – auch bei kurzen Schnitten.

Die richtige Scheibe
- Trennscheibe für Metall. Dünn, etwa 1 mm, für schnelle, saubere Schnitte in Blech, Rohr und Profil.
- Trennscheibe für Stein. Mit Siliziumkarbid oder als Diamantscheibe. Diamant hält um ein Vielfaches länger.
- Diamantscheibe mit geschlossenem Rand für Fliesen und Feinsteinzeug, damit die Glasur nicht ausbricht.
- Schruppscheibe. Dick, zum Abtragen von Schweißnähten. Nie zum Trennen, nie seitlich mit einer Trennscheibe schruppen.
- Fächerschleifscheibe. Für Schleifen und Entrosten mit feinerem Schliff.
- Topfbürste aus Draht. Zum Entrosten, mit der passenden Drehzahl.
Die Höchstdrehzahl auf der Scheibe muss immer über der Leerlaufdrehzahl des Geräts liegen. Eine 125-mm-Scheibe für 80 m/s ist bis etwa 12.200 Umdrehungen pro Minute zugelassen – genau der typische Wert eines Einhand-Winkelschleifers.
Akku oder Kabel
Akku-Winkelschleifer mit 18 V sind inzwischen ernsthafte Werkzeuge. Sie sind ideal für Arbeiten ohne Steckdose in der Nähe, auf dem Dach, am Zaun oder an der Baustelle. Ihre Grenze ist die Ausdauer: Ein Trennschnitt durch eine Betonplatte leert einen Akku schnell, und bei Dauerbelastung werden Akku und Motor heiß.

Für lange Schnitte in Stein oder Fliesen bleibt das Kabelgerät die bessere Wahl. Wer schon ein Akkusystem besitzt, fährt mit einem Akku-Winkelschleifer als Ergänzung aber gut – vorausgesetzt, es sind mindestens zwei Akkus mit 4 Ah oder mehr vorhanden.
Richtig arbeiten
- Scheibe prüfen. Keine Risse, kein Ablaufdatum überschritten – kunstharzgebundene Scheiben tragen eines.
- Gerät kurz leerlaufen lassen, abgewandt von Personen. Eine beschädigte Scheibe zerbricht meist in den ersten Sekunden.
- Werkstück sicher spannen. Nie mit der Hand oder dem Fuß halten.
- Mit beiden Händen führen, die Schnittrichtung so wählen, dass die Funken vom Körper weg fliegen.
- Nicht verkanten. Der Schnitt muss gerade bleiben; bei klemmender Scheibe ausschalten, nicht herausreißen.
- Auslaufen lassen, bevor Sie das Gerät ablegen.
Typische Fehler
- Schutzhaube abgebaut, weil sie angeblich stört. Sie ist das Einzige, was zwischen einer zerberstenden Scheibe und Ihnen steht.
- Falsche Scheibe. Eine Metalltrennscheibe in Stein nutzt sich in Sekunden ab, eine Steinscheibe in Metall wird heiß und glasig.
- Große Scheibe auf kleinem Gerät. Eine 230-mm-Scheibe auf einem 125-mm-Gerät ist lebensgefährlich, weil sie für die hohe Drehzahl nicht zugelassen ist.
- Fliesen trocken im Innenraum geschnitten. Der Staub legt sich in jede Ritze. Für viele gerade Schnitte ist ein elektrischer Fliesenschneider die sauberere Lösung, für Profile und Rohre eine Metallkappsäge.
Schutzausrüstung
Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, feste Handschuhe, eng anliegende Kleidung ohne Schnüre. Beim Trennen von Stein oder Beton zusätzlich eine FFP2- oder FFP3-Maske, denn Quarzstaub schädigt die Lunge dauerhaft. Brennbare Stoffe aus dem Funkenflug räumen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Einhand-Winkelschleifer?
Einfache Geräte gibt es ab 30 Euro, solide Heimwerkergeräte für 50 bis 100 Euro, Profigeräte mit Rückschlagabschaltung für 100 bis 250 Euro. Akkugeräte ohne Akku liegen meist bei 70 bis 200 Euro.
Kann ich damit Holz bearbeiten?
Nur mit spezieller Schleifscheibe oder Fächerscheibe. Sägekettenscheiben und Kreissägeblätter auf dem Winkelschleifer sind extrem gefährlich und in der Anleitung meist ausdrücklich verboten.
Brauche ich eine Drehzahlregelung?
Für Trennen nicht, für Schleifen, Polieren und Bürsten ja. Niedrige Drehzahlen verhindern, dass Lack oder Kunststoff verschmieren.
Wie verhindere ich den Rückschlag?
Scheibe nie im Schnitt verkanten, Werkstück spannen, nicht mit dem oberen Scheibenrand arbeiten. Ein Gerät mit Rückschlagabschaltung gibt zusätzliche Reserve. Wer oft an Metall schleift und einen großen Kompressor hat, findet beim Druckluftschleifer die pneumatische Alternative.



