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Heimwerker-Berater

Mit einem Strommessgerät die eigenen Stromkosten senken

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Mit einem Strommessgerät die eigenen Stromkosten senken
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was das Gerät misst
  2. Leistung ist nicht Verbrauch
  3. So gehen Sie systematisch vor
  4. Typische Stromfresser
  5. Worauf es beim Gerät ankommt
  6. Ausleihen oder kaufen
  7. Grenzen der Steckdosenmessung
  8. Typische Fehler beim Messen
  9. Was sich mit dem Ergebnis anfangen lässt
  10. Häufige Fragen

Ein Strommessgerät für die Steckdose sitzt zwischen Steckdose und Verbraucher und zeigt, wie viel Leistung ein Gerät gerade zieht und wie viel Energie es über die Zeit verbraucht. Damit lässt sich die Stromrechnung Gerät für Gerät auseinandernehmen. Die größten Einsparungen finden sich selten beim neuen Fernseher, sondern bei alten Kühlgeräten und bei allem, was nie ganz ausgeht.

Was das Gerät misst

Übliche Zwischenstecker zeigen die momentane Leistung in Watt, die aufgelaufene Energie in Kilowattstunden, die Messdauer und – nach Eingabe des Strompreises – die Kosten. Bessere Geräte zeigen zusätzlich Spannung, Stromstärke und den Leistungsfaktor. Die Kosten-Anzeige ist bequem, aber nur so gut wie der eingegebene Preis je Kilowattstunde; tragen Sie den Arbeitspreis aus Ihrer letzten Abrechnung ein.

Leistung ist nicht Verbrauch

Die Wattanzeige ist eine Momentaufnahme. Ein Kühlschrank zieht beim Kompressorlauf vielleicht 80 W, dann minutenlang fast nichts. Eine Waschmaschine braucht beim Heizen über 2000 W und beim Schleudern ein paar hundert. Aussagekräftig ist nur die Energie über einen typischen Zeitraum, also Kilowattstunden über 24 Stunden oder eine Woche.

Die Umrechnung ist einfach: Watt mal Stunden geteilt durch 1000 ergibt Kilowattstunden. Ein Gerät, das dauerhaft 10 W zieht, verbraucht im Jahr 10 × 8760 / 1000 = 87,6 kWh. Bei einem Strompreis von 35 Cent sind das rund 30 Euro – für etwas, das scheinbar aus ist.

So gehen Sie systematisch vor

  1. Liste machen. Alle Geräte mit Stecker aufschreiben, die dauerhaft eingesteckt sind.
  2. Dauerläufer zuerst. Kühlschrank, Gefriertruhe, Router, Aquarium, Umwälzpumpe mit Stecker. Jeweils mindestens 24 Stunden messen, besser eine Woche.
  3. Standby messen. Fernseher, Receiver, Soundbar, Spielkonsole, Kaffeevollautomat im ausgeschalteten Zustand. Hier reichen wenige Minuten.
  4. Programmgeräte einen Durchlauf lang. Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner – ein komplettes Programm messen, Ergebnis mit der Zahl der Durchläufe im Jahr multiplizieren.
  5. Hochrechnen und sortieren. Wer die Jahreskosten aller Geräte nebeneinanderstellt, sieht sofort, wo es sich lohnt.

Typische Stromfresser

GerätWorauf achten
Alte Kühl- und GefriergeräteGeräte über 15 Jahre brauchen oft ein Mehrfaches eines neuen. Messen lohnt sich besonders hier.
Zweitkühlschrank im KellerLäuft oft halbleer das ganze Jahr.
UnterhaltungselektronikStandby von mehreren Geräten summiert sich schnell auf 20 W und mehr.
Alte HeizungspumpeUngeregelte Pumpen ziehen 50 bis 90 W, moderne Hocheffizienzpumpen einen Bruchteil.
Aquarium, TerrariumHeizung und Licht laufen dauerhaft.

Worauf es beim Gerät ankommt

Für Standby-Messungen muss das Gerät kleine Leistungen erfassen – ab 0,5 W ist brauchbar, manche billige Geräte beginnen erst bei 2 bis 5 W und zeigen darunter null. Die Abweichung sollte bei Energie und Leistung höchstens etwa fünf Prozent betragen. Der Eigenverbrauch des Messgeräts sollte unter 1 W liegen; er wird nicht mitgemessen, verbraucht aber trotzdem. Welche Merkmale beim Kauf zählen, steht ausführlich unter Stromzähler für die Steckdose.

Ausleihen oder kaufen

Viele Stadtwerke, Verbraucherzentralen und Bibliotheken verleihen Strommessgeräte kostenlos oder gegen kleine Gebühr. Für eine einmalige Bestandsaufnahme ist das ideal. Ein eigenes Gerät kostet ab etwa 10 Euro, gute Modelle 20 bis 40 Euro, und lohnt sich, wenn Sie nach Anschaffungen nachmessen oder über längere Zeit beobachten wollen. Einen Überblick über konkrete Geräte gibt die Seite Energiekostenmessgerät.

Grenzen der Steckdosenmessung

Alles, was fest angeschlossen ist, bleibt unsichtbar: Herd, Durchlauferhitzer, fest verdrahtete Beleuchtung, Heizungssteuerung. Hier hilft nur der Blick auf den Hauszähler – alle anderen Verbraucher so weit wie möglich abschalten, dann Zählerstand vorher und nachher ablesen. Eingriffe in die Hausinstallation oder den Zählerschrank sind Sache einer Elektrofachkraft.

Auch sehr große Lasten sind eine Grenze: Übliche Zwischenstecker sind für höchstens 16 A, also 3680 W ausgelegt. Heizlüfter und Wasserkocher liegen knapp darunter. Mehr gehört nicht über einen Zwischenstecker.

Typische Fehler beim Messen

  • Zu kurz gemessen. Zehn Minuten am Kühlschrank sagen nichts über den Tagesverbrauch.
  • Preis nicht eingegeben. Die Geräte haben oft einen veralteten Werkspreis voreingestellt.
  • Mehrfachsteckdose gemessen und vergessen, was dran hängt. Besser Gerät für Gerät.
  • Jahreszeit ignoriert. Kühlgeräte brauchen im Sommer mehr, Aquarienheizungen im Winter.

Was sich mit dem Ergebnis anfangen lässt

Standby-Verbraucher hängen Sie an eine schaltbare Leiste – etwa eine Steckdosenleiste mit Fußschalter. Bei Kühlgeräten rechnen Sie aus, wann sich ein neues Gerät amortisiert: Differenz der Jahreskosten mal erwartete Lebensdauer gegen den Anschaffungspreis. Weitere Hebel stehen unter Strom sparen als Heimwerker.

Häufige Fragen

Wie genau sind günstige Messgeräte?

Bei mittleren Leistungen meist ausreichend. Schwach sind viele bei sehr kleinen Lasten unter 2 W und bei Geräten mit Schaltnetzteilen, deren Leistungsfaktor schlecht ist.

Verbraucht das Messgerät selbst Strom?

Ja, typischerweise unter 1 W. Für eine Messung über ein paar Tage spielt das keine Rolle; dauerhaft eingesteckt lassen sollte man es nicht.

Kann ich damit ein Balkonkraftwerk messen?

Einige Geräte zeigen auch Einspeisung an, viele nicht. Wer die Erzeugung messen will, sollte im Datenblatt nachsehen, ob das Gerät beide Richtungen erfasst.

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