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Heimwerker-Berater

Bosch Mauernutfräse

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die beiden Modelle im Überblick
  2. GNF 35 CA: für Elektroschlitze
  3. GNF 65 A: für Rohre und tiefe Nuten
  4. Was man in eine Wand fräsen darf
  5. Staub: der eigentliche Gegner
  6. So wird geschlitzt
  7. Nach dem Schlitzen: Leitung einlegen und schließen
  8. Die Wahl der Trennscheiben
  9. Kaufen oder leihen
  10. Häufige Fragen

Mit einer Mauernutfräse fräsen Sie Schlitze in Mauerwerk und Beton, um Elektroleitungen, Wasser- oder Heizungsrohre unter Putz zu verlegen. Zwei parallele Diamanttrennscheiben schneiden die Seiten, der Steg dazwischen wird herausgebrochen. Bosch hat im Profibereich zwei Modelle, die sich vor allem in der Nuttiefe unterscheiden: bis 35 mm und bis 65 mm.

Die beiden Modelle im Überblick

MerkmalGNF 35 CAGNF 65 A
Leistung1400 Watt1670 Watt
Nuttiefe0–35 mm20–65 mm
Nutbreite3–39 mm3–40 mm
Leerlaufdrehzahl–5000 min⁻¹
EinsatzElektroinstallationRohre, tiefe und breite Schlitze
KofferKunststoffMetall

Beide Maschinen gehören zur blauen Profilinie von Bosch. Trennscheiben sind je nach Paket nicht immer im Lieferumfang enthalten und müssen dann separat gekauft werden.

GNF 35 CA: für Elektroschlitze

Die kleinere Fräse ist auf Leitungsschlitze ausgelegt. Eine NYM-Leitung braucht nur eine flache, schmale Nut, und dafür reichen 35 mm Tiefe mehr als aus. Mit sieben Distanzscheiben wird die Breite eingestellt, das Ausbrechwerkzeug holt den Steg zwischen den Schnitten heraus.

Zur Ausstattung gehören eine Constant-Electronic, die die Drehzahl unter Last hält, eine Wiederanlaufsperre nach Stromausfall und eine Eintauchsperre. Ein Staubsaugeranschluss ist vorhanden, das Staubdichtsystem schützt die Mechanik. Für grobe, tiefe Arbeiten ist die Maschine nicht gemacht.

GNF 65 A: für Rohre und tiefe Nuten

Die große Fräse schafft Schlitze von 20 bis 65 mm Tiefe und bis 40 mm Breite. Das reicht für Wasser- und Heizungsrohre mit Dämmung, Abwasserleitungen kleinerer Durchmesser und breite Kabelbündel. Der Motor mit 1670 Watt bringt es auf 5000 Umdrehungen pro Minute im Leerlauf.

Der Preis dafür ist das Gewicht. Die GNF 65 A ist spürbar schwerer als die kleine Schwester und ermüdet bei langen waagerechten Schlitzen oder Arbeiten über Schulterhöhe schneller. Dafür liegt sie ruhiger in der Nut.

Was man in eine Wand fräsen darf

Nicht jede Nut ist erlaubt. In tragenden Wänden sind Schlitze nur in begrenzter Tiefe und Lage ohne statischen Nachweis zulässig, geregelt im Eurocode 6 für Mauerwerk. Senkrechte Schlitze sind dabei meist unkritischer als waagerechte und schräge. Im Zweifel fragt man vor dem Fräsen einen Statiker.

Für Elektroleitungen gibt die DIN 18015-3 Installationszonen vor: waagerecht 15 bis 45 cm unter der Decke und über dem Fußboden, senkrecht 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Raumecken. Wer sich daran hält, weiß später, wo er nicht bohren darf. Die Arbeit an der Elektroinstallation selbst gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.

Staub: der eigentliche Gegner

Eine Mauernutfräse erzeugt beim Trockenschnitt erhebliche Mengen Quarzfeinstaub. Ohne Absaugung ist Schlitzen in bewohnten Räumen nicht vertretbar. Nötig ist ein Sauger der Staubklasse M mit automatischer Filterabreinigung, sonst setzt sich der Filter nach wenigen Metern zu. Mehr dazu beim Baustaubsauger.

Dazu kommen Atemschutz FFP2 oder FFP3, Schutzbrille und Gehörschutz. Die Scheiben laufen sehr laut, und das Ausbrechen des Stegs wirft Splitter.

So wird geschlitzt

  1. Leitungen suchen. Vorhandene Kabel und Rohre mit einem Leitungssucher orten, Stromkreise abschalten.
  2. Linie anzeichnen. Mit Wasserwaage oder Laser, innerhalb der Installationszonen.
  3. Tiefe und Breite einstellen. Distanzscheiben und Tiefenanschlag nach Leitung oder Rohr wählen.
  4. Sauger anschließen und einschalten.
  5. Eintauchen und gleichmäßig führen. Die Fräse ziehend führen, nicht drücken, bis zum Ende der Linie.
  6. Steg ausbrechen. Mit dem Ausbrechwerkzeug oder einem Meißel den Kern zwischen den Schnitten herauslösen.

Nach dem Schlitzen: Leitung einlegen und schließen

Ist der Schlitz fertig, wird er ausgefegt oder ausgesaugt und bei saugfähigem Mauerwerk leicht angefeuchtet oder grundiert. Leitungen werden meist mit Gipsbatzen oder Nagelschellen in der Nut fixiert, Rohre mit passenden Schellen. Für Leitungen, die später vielleicht getauscht werden sollen, lohnt ein Leerrohr, in das das Kabel eingezogen wird.

Zum Schließen verwendet man in trockenen Innenräumen meist Gips oder Fertigspachtel, in Feuchträumen und außen einen passenden Mörtel. Breite, tiefe Schlitze werden in mehreren Lagen gefüllt, damit nichts schwindet und reißt. Bevor verputzt wird, sollte die Füllung durchgetrocknet sein. Wer den Verlauf der Leitungen fotografiert und mit Maßband dokumentiert, erspart sich beim nächsten Bilderhaken ein böses Erwachen.

Die Wahl der Trennscheiben

Diamanttrennscheiben gibt es für verschiedene Materialien: für hartes Material wie Beton und für abrasives wie Kalksandstein, Ziegel oder Porenbeton. Eine Scheibe für Beton verschleißt in weichem, abrasivem Mauerwerk schneller, weil die Bindung nicht passt. Achten Sie außerdem darauf, dass beide Scheiben gleich abgenutzt sind; ungleiche Scheiben laufen unruhig.

Kaufen oder leihen

Die Bosch-Fräsen sind Profigeräte und entsprechend teuer. Für ein einzelnes Renovierungsprojekt lohnt sich meist das Leihen, oft zusammen mit dem passenden Sauger. Wer regelmäßig Installationen macht, spart mit einem eigenen Gerät. Eine günstigere Alternative für den Heimwerker ist eine Fräse aus dem Einsteigerbereich, siehe Mauernutfräse und Powerplus POWX0650.

Häufige Fragen

Welche Fräse für Elektroleitungen?

Die GNF 35 CA. Ihre Nuttiefe reicht für Leitungen und Leerrohre, und sie ist leichter zu führen.

Kann ich damit Schlitze in Beton fräsen?

Ja, mit passenden Diamantscheiben. Bei Stahlbeton kann die Bewehrung im Weg sein; Bewehrungsstahl darf nicht ohne Rücksprache mit einem Statiker durchtrennt werden.

Geht es ohne Sauger?

Technisch ja, praktisch nicht. Der Staub verteilt sich im ganzen Haus und ist gesundheitsschädlich.

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