Magazinschrauber
Inhalt10 Abschnitte
Ein Magazinschrauber setzt Schrauben vom Gurt: Das Gerät schiebt die nächste Schraube automatisch vor, Sie drücken nur noch an und schrauben. Das spart bei Hunderten gleicher Schrauben enorm Zeit und macht im Trockenbau den Unterschied zwischen einem Tag und zwei. Für zehn Schrauben am Regal lohnt er sich dagegen nicht.
Wie der Magazinschrauber arbeitet
Das Gerät besteht aus einem Schraubermotor und einem Magazinvorsatz. Die Schrauben stecken in einem Kunststoffgurt, der seitlich durch den Vorsatz läuft. Beim Andrücken schiebt sich der Vorsatz zurück, das Bit greift in den Schraubenkopf, und der Motor läuft an. Nach dem Eindrehen federt der Vorsatz nach vorn, und der Gurt transportiert die nächste Schraube in Position.
Die zweite Hand bleibt frei. Sie hält die Platte oder stützt sich ab, statt jede Schraube einzeln aufs Bit zu fädeln. Das ist der Kern des Zeitgewinns – nicht die Drehzahl.
Der Tiefenanschlag entscheidet über die Qualität
Im Trockenbau muss der Schraubenkopf knapp unter der Kartonoberfläche sitzen: tief genug zum Verspachteln, aber ohne den Karton zu durchstoßen. Eine Schraube, die durchgerissen ist, hält nicht mehr. Der Tiefenanschlag am Magazinvorsatz regelt das. Er lässt sich in feinen Stufen verstellen und sorgt dafür, dass jede Schraube gleich tief sitzt.
Stellen Sie ihn an einem Plattenrest ein und prüfen Sie die ersten Schrauben. Bei Gipsfaserplatten liegt der richtige Wert anders als bei Gipskarton. Mehr zu den Schrauben selbst unter Rigipsschrauben.
Typische Einsatzbereiche
- Trockenbau. Gipskarton- und Gipsfaserplatten auf Metall- oder Holzunterkonstruktion. Hier werden oft 20 bis 30 Schrauben je Quadratmeter gesetzt.
- Fußbodenverlegung. Trockenestrichelemente, OSB-Platten, Spanplatten auf Lattung.
- Holzbau. Beplankung von Wänden, Dachschalung, Terrassendielen mit gegurteten Terrassenschrauben.
- Metallbau. Blechverbindungen mit gegurteten Bohrschrauben, etwa bei Trapezblech.
Welche Schraube wohin gehört, zeigt der Beitrag Schraubenarten.
Netz oder Akku?
Das Netzgerät läuft den ganzen Tag ohne Ladepause und ist leichter. Das Kabel stört allerdings beim Arbeiten an der Decke und auf der Leiter. Akkugeräte haben sich deshalb weitgehend durchgesetzt. Moderne Lithium-Ionen-Akkus mit 18 V schaffen je Ladung mehrere Hundert Schrauben; mit einem zweiten Akku arbeiten Sie ohne Unterbrechung.
Nickel-Cadmium-Akkus, die man in älteren Geräten noch findet, sind in der EU für Elektrowerkzeuge seit 2016 nicht mehr zulässig. Wer gebraucht kauft, sollte deshalb auf Lithium-Ionen achten.
Vor- und Nachteile
Dafür
| Dagegen
|
Aufsatz oder Komplettgerät
Es gibt zwei Bauformen. Das Komplettgerät ist ein Trockenbauschrauber mit fest angebautem oder abnehmbarem Magazin. Daneben bieten mehrere Hersteller Magazinvorsätze für normale Trockenbauschrauber an; ohne Vorsatz arbeitet das Gerät dann als gewöhnlicher Schnellbauschrauber.
Die Vorsatzlösung ist die flexiblere. Für einen normalen Akkuschrauber mit Bohrfutter taugt sie allerdings selten, denn Trockenbauschrauber haben eine hohe Drehzahl von mehreren Tausend Umdrehungen je Minute und eine Kupplung, die erst beim Andrücken greift.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Gewicht. Wer einen Tag lang Decken beplankt, merkt jedes Hundert Gramm. Mit Akku liegen gute Geräte bei knapp 2 kg.
- Schraubenlängen. Das Magazin gibt vor, welche Längen passen, meist 25 bis 55 mm. Für Terrassen- oder Dachschrauben braucht es ein Langmagazin.
- Gurtsystem. Nicht jeder Gurt passt in jedes Magazin. Prüfen Sie, welche Schrauben es im Handel gibt, bevor Sie sich auf ein System festlegen.
- Tiefenanschlag. Fein einstellbar und ohne Werkzeug verstellbar.
- Gürtelclip. Klingt banal, spart aber auf der Leiter den Weg zum Boden.
Typische Fehler
- Schief ansetzen. Die Schraube läuft schräg ein und reißt den Karton. Den Vorsatz immer senkrecht zur Platte andrücken.
- Zu wenig Druck. Die Kupplung greift nicht voll, das Bit rutscht ab, der Schraubenkopf wird rund.
- Verschlissenes Bit. Ein abgenutztes Bit rutscht aus dem Kopf. Bits sind Verschleißteile und gehören regelmäßig getauscht.
- Gurt verdreht eingelegt. Dann klemmt das Magazin nach wenigen Schrauben.
Lohnt sich die Anschaffung?
Für eine einzelne Trockenbauwand eher nicht. Wer aber ein Dachgeschoss ausbaut oder mehrere Räume beplankt, spart mit einem Magazinschrauber viele Stunden. Viele Baumärkte und Werkzeugverleiher bieten ihn auch zur Miete an – eine gute Lösung für ein einmaliges Projekt.
Häufige Fragen
Kann ich lose Schrauben verwenden?
Im Magazin nicht. Nehmen Sie den Vorsatz ab, arbeitet das Grundgerät mit losen Schrauben wie ein normaler Schnellbauschrauber.
Wie viele Schrauben hat ein Gurt?
Meist 50 Stück. Die Gurte lassen sich bei vielen Systemen aneinanderstecken.
Eignet er sich für Holz auf Holz?
Ja, mit den passenden gegurteten Holzschrauben. Bei harten Hölzern kann Vorbohren nötig sein, dann verliert das Magazin seinen Zeitvorteil.


