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Heimwerker-Berater

Winkelwasserwaage

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Winkelwasserwaage
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die Pfosten- oder Eckwasserwaage
  2. Wasserwaagen mit Winkelanzeige
  3. Wie eine Libelle funktioniert
  4. Wofür man sie braucht
  5. Richtig anlegen
  6. Genauigkeit und Grenzen
  7. Winkelwasserwaage, Wasserwaage, Laser
  8. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  9. Was sie kostet
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Mit dem Begriff Winkelwasserwaage sind im Handel meist Wasserwaagen gemeint, die in zwei Richtungen gleichzeitig messen: eine L-förmige Pfosten- oder Eckwasserwaage, die an Pfosten, Rohren und Balken anliegt. Daneben heißen auch Wasserwaagen mit Winkelanzeige so, etwa mit drehbarer Libelle oder digitaler Gradanzeige. Gemeinsam ist beiden: Sie messen mehr als nur waagerecht und senkrecht.

Die Pfosten- oder Eckwasserwaage

Diese Form hat zwei rechtwinklig zueinander stehende Anlageflächen und meist drei Libellen: je eine senkrechte auf jeder Fläche und eine waagerechte. Legen Sie sie an einen Pfosten, sehen Sie auf einen Blick, ob er in beide Richtungen lotrecht steht. Mit einer normalen Wasserwaage müssten Sie dafür zweimal anlegen und dazwischen nachkorrigieren.

Der Vorteil zeigt sich beim Einbetonieren: Solange der Beton weich ist, halten Sie die Waage am Pfosten und richten ihn in beiden Achsen zugleich aus. Gummibänder oder Magnete halten die Waage fest, sodass Sie beide Hände für Pfosten und Stützlatten frei haben. Einzelheiten stehen bei der Pfostenwasserwaage.

Wasserwaagen mit Winkelanzeige

Die zweite Bedeutung meint Waagen, mit denen sich Neigungen messen und übertragen lassen:

  • Drehbare Libelle: Eine Libelle mit Gradskala wird auf den gewünschten Winkel eingestellt. Steht die Blase mittig, stimmt die Neigung.
  • Feste Winkellibellen: Zusätzliche Libellen für 45°, häufig bei Eckwasserwaagen.
  • Digitale Anzeige: Ein Sensor zeigt den Winkel in Grad, Prozent oder mm/m. Mehr dazu bei der digitalen Wasserwaage.
  • Klappbare Winkelmesser mit Libelle: Zwei Schenkel mit Gelenk und Skala, oft mit eingebauter Libelle.
Die Libelle einer Winkelwasserwaage
Die Libelle einer Winkelwasserwaage. | Foto: Ensuper / Depositphotos.com

Wie eine Libelle funktioniert

Die Libelle ist ein leicht gekrümmtes Röhrchen, gefüllt mit einer gefärbten Flüssigkeit, meist auf Alkoholbasis, und einer Luftblase. Die Flüssigkeit friert nicht ein und bewegt sich auch bei Kälte leicht. Die Blase steigt immer zum höchsten Punkt der Krümmung. Liegt sie zwischen den Markierungsstrichen, ist die Fläche waagerecht bzw. senkrecht. Je stärker die Krümmung, desto unempfindlicher die Libelle – präzise Libellen sind nur ganz schwach gebogen.

Wofür man sie braucht

  • Zaunpfosten, Pfostenträger, Carport- und Pergolastützen ausrichten.
  • Fallrohre, Abwasserrohre und Heizungsrohre senkrecht montieren.
  • Briefkastenständer, Wäschespinnen und Schilderpfosten einbetonieren.
  • Geländer und Handläufe in der Neigung der Treppe übertragen.
  • Dachschrägen und Rampen mit der Winkelanzeige messen.

Richtig anlegen

  1. Kontaktflächen reinigen. Erde und Beton an Pfosten und Waage verfälschen die Messung.
  2. Waage fest andrücken oder mit Gummiband bzw. Magnet fixieren.
  3. Zuerst eine Richtung ausrichten, dann die zweite prüfen – und danach noch einmal die erste. Oft verstellt die Korrektur in der einen Achse die andere leicht.
  4. Pfosten abstützen, bevor Sie loslassen. Schräg angeschraubte Latten halten ihn, bis der Beton angezogen hat.
  5. Nach dem Verdichten nachkontrollieren. Beim Verdichten des Betons verschiebt sich der Pfosten oft um einige Millimeter.

Genauigkeit und Grenzen

Pfostenwasserwaagen sind kurz und klein. Sie zeigen die Lage des Pfostens an der Stelle, wo sie anliegen. Bei krummen Holzpfosten führt das in die Irre, weil der Pfosten oben anders steht als in der Mitte. Prüfen Sie lange oder unregelmäßige Pfosten deshalb zusätzlich mit einer langen Wasserwaage. Für hohe Genauigkeit über größere Strecken sind eine 2-m-Wasserwaage oder ein Laser besser.

Die Genauigkeit einfacher Winkelwasserwaagen liegt meist unter der von hochwertigen Profilwasserwaagen. Für Zaun und Pergola reicht das völlig, für Maschinenaufstellung und Möbelbau nicht.

Winkelwasserwaage, Wasserwaage, Laser

WerkzeugStärkeGrenze
Winkelwasserwaagezwei Richtungen auf einmal, Hände freikurz, nur lokale Messung
Normale Wasserwaagegenau, lange Messstreckenur eine Richtung je Messung
LaserLinien über ganze Räume und Gärtenteurer, draußen bei Sonne schwer sichtbar

Wie die Grundtechnik mit der Wasserwaage funktioniert, zeigt der Beitrag zum richtigen Umgang mit der Wasserwaage.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Material: Kunststoff ist leicht und günstig, Aluminium robuster.
  • Libellen: Gut ablesbar, geschützt eingesetzt und nicht zu empfindlich gekrümmt.
  • Befestigung: Gummiband für Holz, Magnete für Stahlrohre und Metallpfosten.
  • Größe: Anlageflächen, die zu Ihren Pfostenmaßen passen.
  • Digitale Anzeige nur, wenn Sie wirklich Winkel messen müssen.

Was sie kostet

Einfache Pfostenwasserwaagen aus Kunststoff gibt es ab etwa 5 bis 10 Euro, Aluminiumausführungen mit Magneten ab etwa 15 Euro. Digitale Winkelmesser und Wasserwaagen mit Gradanzeige kosten je nach Genauigkeit 20 bis 100 Euro.

Häufige Fragen

Ist Winkelwasserwaage dasselbe wie Pfostenwasserwaage?

Im Handel wird der Begriff meist so verwendet. Manchmal sind auch Wasserwaagen mit Winkelanzeige gemeint.

Wie prüfe ich die Libelle?

Wie bei jeder Wasserwaage: an einer Fläche anlegen, Blase merken, um 180° drehen und erneut anlegen. Stimmt beides überein, misst sie richtig.

Kann ich damit Gefälle messen?

Mit einer Pfostenwasserwaage kaum. Dafür eignen sich eine lange Wasserwaage mit untergelegtem Klotz oder ein digitales Messgerät.

Video zum Thema

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