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Heimwerker-Berater

Pfostenwasserwaage

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Pfostenwasserwaage
Inhalt9 Abschnitte
  1. Der Aufbau
  2. Wofür Sie sie brauchen
  3. Warum eine normale Wasserwaage nervt
  4. So setzen Sie einen Pfosten lotrecht
  5. Mehrere Pfosten in einer Flucht
  6. Genauigkeit
  7. Typische Fehler
  8. Varianten
  9. Häufige Fragen

Eine Pfostenwasserwaage ist eine kleine, winkelförmige Wasserwaage, die sich an einen Pfosten oder ein Rohr klemmen lässt und dort beide senkrechten Richtungen gleichzeitig anzeigt. Sie haben also beide Hände frei, um den Pfosten auszurichten, und sehen sofort, ob er in alle Richtungen im Lot steht. Mit einer normalen Wasserwaage müssen Sie dafür ständig um den Pfosten herumlaufen.

Der Aufbau

Eine Pfostenwasserwaage besteht aus zwei Schenkeln, die im rechten Winkel zueinander stehen – wie ein L im Grundriss. Beide Schenkel liegen am Pfosten an: einer an der Vorderseite, einer an der Seite. Meist sind drei Libellen eingebaut:

  • Zwei senkrechte Libellen, je eine pro Schenkel. Sie zeigen, ob der Pfosten nach vorn oder zur Seite kippt.
  • Eine waagerechte Libelle auf der Oberseite, um zum Beispiel einen Querriegel oder die Oberkante zu prüfen.

Befestigt wird die Wasserwaage mit einem Gummiband oder Klettband, das um den Pfosten gelegt wird. Viele Modelle haben zusätzlich Magnete für Stahlrohre und Metallpfosten. Das Gehäuse ist meist aus Kunststoff, seltener aus Aluminium – das Werkzeug soll leicht sein, sonst rutscht es.

Pfostenwasserwaage
Pfostenwasserwaage mit Digitalanzeige. | Foto: Melica / Depositphotos.com

Wofür Sie sie brauchen

  • Zaunpfosten aus Holz, Metall oder Beton setzen.
  • Pfosten für Carport, Pergola und Terrassenüberdachung ausrichten.
  • Briefkastenständer, Wäschespinne, Sonnenschirmhalter und Hausnummernstelen einbetonieren.
  • Fallrohre, Standrohre und Geländerpfosten montieren.
  • Pfostenträger und Einschlaghülsen beim Einschlagen kontrollieren.
  • Spielgeräte wie Schaukelgestelle und Basketballkörbe senkrecht stellen.

Überall dort, wo ein Pfosten einzeln steht und von zwei Seiten gleichzeitig kontrolliert werden muss, spielt sie ihre Stärke aus.

Warum eine normale Wasserwaage nervt

Mit einer normalen Wasserwaage halten Sie eine Hand am Messgerät und eine am Pfosten. Sie richten nach vorn aus, drehen die Wasserwaage um 90 Grad, richten zur Seite aus – und dabei kippt der Pfosten wieder nach vorn. Bei frisch eingefülltem Beton, der in wenigen Minuten anzieht, ist das nervenaufreibend. Die Pfostenwasserwaage hängt einfach dran und zeigt beide Richtungen, während Sie den Pfosten mit Streben fixieren. Wie man mit der klassischen Wasserwaage sauber arbeitet, erklärt der Beitrag Damit es gerade wird.

So setzen Sie einen Pfosten lotrecht

  1. Loch ausheben und Pfosten einstellen. Für Zaunpfosten sind 60 bis 80 cm Tiefe üblich, frostfrei in vielen Regionen ab 80 cm.
  2. Pfostenwasserwaage anlegen und mit dem Band fixieren – auf halber Höhe oder etwas darüber, nicht ganz unten.
  3. Zwei Streben ansetzen, je eine pro Richtung. Dachlatten mit einer Schraube reichen.
  4. Pfosten ausrichten, bis beide senkrechten Libellen mittig stehen. Die Streben am Boden mit einem Pflock sichern.
  5. Beton einfüllen und dabei die Libellen im Blick behalten. Beim Verdichten kann der Pfosten sich verschieben.
  6. Nach zehn Minuten nachkontrollieren, solange der Beton noch nachgibt.

Wer statt Beton Schraubfundamente verwendet, legt die Pfostenwasserwaage beim Eindrehen auf das Rohr der Hülse und korrigiert, solange noch gedreht wird.

Mehrere Pfosten in einer Flucht

Die Pfostenwasserwaage sagt Ihnen, ob jeder einzelne Pfosten senkrecht steht – nicht aber, ob alle Pfosten in einer Linie und auf gleicher Höhe stehen. Dafür spannen Sie eine Richtschnur zwischen den Endpfosten, einmal unten und einmal oben. Für die Höhe hilft eine Schlauchwaage oder eine Laser-Wasserwaage. Erst die Kombination ergibt einen geraden Zaun.

Genauigkeit

Die Libellen einer Pfostenwasserwaage sind einfacher als die einer guten langen Wasserwaage. Für Pfosten reicht das völlig: Ein Zaunpfosten, der auf einem Meter um einen Millimeter abweicht, fällt niemandem auf. Für Präzisionsarbeiten wie Türzargen oder Fenster ist sie dagegen nicht gedacht. Prüfen Sie ein neues Exemplar einmal an einer sicher senkrechten Kante, etwa einer Hausecke, die Sie vorher mit einer guten Wasserwaage kontrolliert haben.

Typische Fehler

  • Auf rauem Holz angesetzt. Splitter und Astlöcher verfälschen die Anlage. Wählen Sie eine glatte Stelle.
  • Band zu locker. Die Wasserwaage kippt leicht ab und zeigt falsch an.
  • Nur oben gemessen. Verzogene Holzpfosten sind nicht überall gerade. Bei krummem Holz auf halber Höhe messen.
  • Zu früh abgenommen. Solange der Beton weich ist, kann ein Windstoß oder eine Strebe den Pfosten noch verschieben.

Varianten

Neben der klassischen Version gibt es digitale Pfostenwasserwaagen mit Anzeige in Grad oder Prozent sowie Winkelwasserwaagen mit Magnetleiste für Stahlrohre. Für Heimwerker genügt die klassische Version mit drei Libellen; digitale Modelle lohnen sich, wenn Sie Neigungen genau ablesen wollen. Die Verwandte mit festem Winkel beschreibt der Beitrag zur Winkelwasserwaage.

Häufige Fragen

Was kostet eine Pfostenwasserwaage?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 5 Euro, robuste Ausführungen mit Magneten kosten 10 bis 25 Euro.

Funktioniert sie auch an runden Pfosten?

Ja, die meisten Modelle haben eine V-förmige Anlage oder sitzen durch das Band sicher an Rundhölzern und Rohren.

Kann ich damit auch waagerecht messen?

Mit der oberen Libelle ja, allerdings nur auf kurzen Stücken. Für längere Strecken brauchen Sie eine längere Wasserwaage.

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