Säulenbohrmaschine

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Eine Säulenbohrmaschine bohrt senkrecht, wiederholgenau und auf Anschlag – alles, was mit der Handbohrmaschine nur mit Glück gelingt. Motor, Getriebe und Bohrspindel sitzen an einer Stahlsäule über einem Tisch, das Werkstück liegt fest darunter. Für Metallarbeiten ist sie das Werkzeug, das den größten Qualitätssprung bringt.
Aufbau
Die Säule steht auf einem schweren Fuß aus Gusseisen. An ihr sind der Bohrkopf mit Motor und der höhenverstellbare Bohrtisch befestigt. Über einen Drehhebel mit drei Armen senken Sie die Pinole ab, die Hohlwelle, in der die Spindel mit dem Bohrfutter läuft. Die Drehzahl wird bei den meisten Geräten über Keilriemen auf Stufenscheiben eingestellt, bei besseren elektronisch oder über ein Getriebe.
Es gibt Tischmodelle, die auf der Werkbank stehen, und Standmodelle mit langer Säule für große Werkstücke. Die Begriffe Säulen-, Ständer- und Tischbohrmaschine werden im Handel nicht einheitlich benutzt; mehr dazu unter Ständerbohrmaschine und Tischbohrmaschine.
Die wichtigsten Kennwerte
| Motorleistung | Hobbygeräte 350 bis 800 Watt, Werkstattgeräte 750 bis 1500 Watt. |
| Drehzahlbereich | Etwa 200 bis 3000 U/min. Wichtig ist vor allem ein niedriger unterster Wert für große Bohrer in Stahl. |
| Bohrfutter | Spannbereich meist 1,5–13 oder 3–16 mm. Größere Geräte haben eine Morsekegelaufnahme. |
| Pinolenhub | Wie tief Sie in einem Zug bohren können, bei Hobbygeräten 50 bis 80 mm. |
| Ausladung | Abstand von Bohrmitte zur Säule. Bestimmt, wie weit innen in einer Platte Sie bohren können. |
| Gewicht | Tischmodelle 15 bis 40 kg, Standmodelle deutlich mehr. Schwer heißt ruhig. |
Die richtige Drehzahl
Die Faustregel lautet: Je größer der Bohrer und je härter das Material, desto langsamer. Ein 3-mm-Bohrer in Holz verträgt die höchste Stufe, ein 13-mm-Bohrer in Stahl braucht die niedrigste.
Für HSS-Bohrer in Baustahl gelten etwa diese Werte:
- 3 mm: um 2500 U/min
- 6 mm: um 1300 U/min
- 10 mm: um 800 U/min
- 13 mm: um 600 U/min
Edelstahl braucht etwa die Hälfte, Aluminium und Messing vertragen deutlich mehr. Beim Bohren in Stahl hilft Schneidöl. Welche Bohrer sich eignen, steht unter Metallbohrer.
Der Bohrtisch
Ein guter Bohrtisch ist höhenverstellbar, schwenkbar und neigbar, meist bis 45 Grad in beide Richtungen. Schlitze im Tisch nehmen Spannpratzen oder einen Maschinenschraubstock auf. Achten Sie darauf, dass die Neigung eine Skala hat und sich zuverlässig auf null zurückstellen lässt – ein Tisch, der unbemerkt ein halbes Grad schief steht, macht jede Bohrung schräg.
Nützliche Extras
- Tiefenanschlag: unverzichtbar für Sacklöcher und Serienbohrungen.
- Laser-Kreuz: hilft beim Anzeichnen, ersetzt aber keinen Körnerpunkt.
- LED-Arbeitslicht: sehr praktisch, der Bohrkopf wirft sonst Schatten.
- Digitale Drehzahlanzeige: bei elektronisch geregelten Geräten.
- Späneschutz: eine Klarsichthaube vor dem Bohrfutter.
Wofür sie sich eignet
Löcher in Stahl, Aluminium und Kunststoff senkrecht und maßgenau bohren, Senkungen und Gewindekernlöcher setzen, mit Forstnerbohrern saubere Löcher in Holz fräsen, Serienteile mit Anschlag bohren. Mit Stufenbohrern lassen sich Löcher in Blech sauber aufweiten. Für großflächige Stahlträger vor Ort gibt es die Magnetbohrmaschine.
Sicher arbeiten
- Werkstück immer spannen. Ein Blech, das der Bohrer mitreißt, wird zum rotierenden Messer. Ein Maschinenschraubstock gehört zur Grundausstattung; siehe Schraubstock.
- Keine Handschuhe. Handschuhe können vom Bohrer erfasst werden und ziehen die Hand mit. An Bohrmaschinen gilt deshalb ein Handschuhverbot.
- Lange Haare zusammenbinden, keine weiten Ärmel, keine Ketten.
- Bohrfutterschlüssel sofort abziehen. Nie im Futter stecken lassen – beim Einschalten fliegt er durch die Werkstatt.
- Schutzbrille tragen. Metallspäne sind scharf und heiß.
Typische Fehler
- Zu hohe Drehzahl in Stahl. Der Bohrer glüht aus und ist stumpf.
- Kein Körnerpunkt. Der Bohrer verläuft auf glattem Metall.
- Durchbohren in den Tisch. Immer eine Holzunterlage unterlegen.
- Maschine auf wackeliger Werkbank. Die Vibrationen machen Bohrungen unrund. Tischmodelle an der Werkbank festschrauben.
Was sie kostet
Einfache Tischmodelle gibt es ab etwa 100 Euro, solide Geräte mit Gusstisch und stabiler Pinole kosten 200 bis 500 Euro. Werkstatt-Standmodelle mit Getriebe und Morsekegel beginnen bei etwa 600 Euro. Wer nur selten senkrecht bohren muss, kommt mit einem Bohrmaschinenständer für die vorhandene Bohrmaschine günstiger weg – mit Abstrichen bei Genauigkeit und Drehzahlbereich.
Der Preisunterschied steckt vor allem in zwei Dingen, die kein Datenblatt verrät: im Spiel der Pinole und im Rundlauf der Spindel. Wackelt die ausgefahrene Pinole spürbar, wenn Sie das Bohrfutter seitlich anfassen, werden Bohrungen größer als der Bohrer und kleine Bohrer brechen. Prüfen Sie das im Laden, bevor Sie kaufen.
Häufige Fragen
Kann ich damit fräsen?
Nein. Bohrfutter und Lager sind nur für Kräfte in Längsrichtung ausgelegt. Seitliche Belastung beim Fräsen löst das Futter oder beschädigt die Lager.
Welche Leistung brauche ich?
Für Holz und gelegentliche Metallbohrungen bis 10 mm reichen etwa 400 bis 500 Watt. Wer regelmäßig 13 mm in Stahl bohrt, sollte 600 Watt und mehr wählen.
Brauche ich einen Morsekegel?
Nur, wenn Sie große Bohrer mit Kegelschaft verwenden wollen. Für den Hobbybereich genügt ein gutes Zahnkranz- oder Schnellspannbohrfutter.



