Schieferhammer
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Der Schieferhammer ist das Hauptwerkzeug des Schieferdeckers. Mit ihm werden Schieferplatten zugerichtet, gelocht und genagelt – drei Arbeitsgänge mit einem einzigen Werkzeug. Er ist Hammer, Locheisen und Schneidwerkzeug in einem, und entsprechend eigenwillig sieht er aus.
Aufbau
Der geschmiedete Kopf hat drei Funktionsteile:
- Die Bahn – die flache Schlagfläche am einen Ende. Mit ihr werden die Schiefernägel oder Schieferstifte eingeschlagen.
- Die Spitze – ein langer, spitz zulaufender Dorn am anderen Ende. Mit ihm werden die Nagellöcher in den Schiefer geschlagen.
- Die Schneide – die geschärfte Unterkante am Blatt zwischen Stiel und Spitze. Mit ihr wird der Schiefer auf Form gehauen.
Viele Modelle haben zusätzlich einen Nagelschlitz, mit dem sich falsch gesetzte Nägel herausziehen lassen. Der Kopf sitzt auf einem Stiel aus Holz oder Stahl, oft mit einem Griff aus Leder, der Schweiß aufnimmt und auch mit feuchten Händen sicher hält.
Wie Schiefer zugerichtet wird
Schiefer wird nicht gesägt, sondern gehauen. Die Platte liegt dabei auf der Haubrücke, einem schmalen Stahlamboss, der mit einem Dorn in die Dachlatte oder einen Holzbock gesteckt wird. Der Dachdecker führt die Schneide des Hammers mit kurzen, kontrollierten Schlägen an der Kante der Haubrücke entlang. Der Schiefer bricht dabei entlang der Schlaglinie und erhält eine leicht schräge, gebrochene Kante – den typischen Hieb, der die Schieferdeckung so lebendig aussehen lässt.
Die gehauene Kante bleibt bei der fertigen Deckung sichtbar. Deshalb kommt es beim Zurichten darauf an, von der richtigen Seite zu hauen und gleichmäßig zu arbeiten – jede ausgebrochene Ecke sieht man später vom Garten aus.
Das Lochen
Mit der Spitze schlägt der Dachdecker die Nagellöcher von der Rückseite in die Platte. Auf der Vorderseite platzt dabei ein kleiner Trichter aus, in dem der Nagelkopf später versenkt liegt. Die Lage der Löcher richtet sich nach Deckart und Plattengröße; die Regeln stehen in den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks.
Wofür Heimwerker ihn brauchen
Ganze Dächer mit Schiefer zu decken, ist Aufgabe von Fachbetrieben – die Deckarten sind anspruchsvoll, und am Dach geht es um Absturzsicherheit. Heimwerker brauchen den Schieferhammer vor allem für:
- Einzelne Platten ersetzen an Dach, Fassade oder Gaube
- Gartenmauern, Beeteinfassungen und Wandverkleidungen aus Schiefer
- Dekorative Arbeiten wie Schieferplatten für Hausnummern, Tafeln oder Untersetzer
Mehr zum Material steht unter Schieferplatten am Dach.
Schieferhammer oder Schieferschere
Für gerade Schnitte und viele gleiche Platten ist die Schieferschere schneller: Sie schneidet mit einem Hebel und erzeugt ebenfalls die gebrochene Kante. Der Hammer ist vielseitiger, weil er zusätzlich lochen und nageln kann, und bei Rundungen und Bögen unverzichtbar. Viele Dachdecker nutzen beides.
Unterschied zum Geologenhammer
Der Geologenhammer sieht ähnlich aus, hat aber keine Schneide. Er dient dem Spalten von Gestein und der Probennahme und hat einen kräftigen, schweren Kopf mit Spitze oder Meißelende. Zum Zurichten von Dachschiefer ist er ungeeignet.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Geschmiedeter Kopf aus gehärtetem Werkzeugstahl; die Schneide muss sich nachschleifen lassen.
- Rechts- oder Linkshänder-Ausführung – die Schneide ist einseitig angeschliffen.
- Stiel: Stahlstiele sind unverwüstlich, Holzstiele dämpfen Schläge besser. Ein Ledergriff gibt Halt.
- Gewicht: so leicht wie möglich, so schwer wie nötig. Am Dach zählt jede Minute Armarbeit.
Schieferhämmer von Fachherstellern kosten meist zwischen 50 und 120 Euro; eine Haubrücke kommt dazu.
Sicherheit
Schutzbrille ist Pflicht. Beim Hauen und Lochen springen scharfe Splitter ab. Handschuhe schützen vor den scharfen Kanten der Platten. Am Dach gilt: Arbeiten nur mit Absturzsicherung, Dachleiter und festem Stand; siehe Dachleiter. Der Hammer gehört in eine Hammerschlaufe am Gürtel, nicht lose auf die Dachfläche – ein herabfallender Schieferhammer mit Spitze ist lebensgefährlich für jeden, der unten steht.
Pflege
Die Schneide mit einem Schleifstein oder einer Feile scharf halten, ohne sie heiß werden zu lassen. Holzstiele gelegentlich mit Leinöl behandeln, Lederbezüge fetten. Den Kopf nach der Arbeit trocken abwischen, damit er nicht rostet.
Häufige Fragen
Wie wird eine einzelne gebrochene Platte ersetzt?
Die Nägel der kaputten Platte sitzen unter den darüberliegenden Platten. Sie werden mit einem Nagelreißer gekappt, der unter die Deckung geschoben wird. Die neue Platte lässt sich dann nicht mehr normal nageln und wird mit einem Haken oder einem Kupferstreifen gehalten. Am Dach ist das eine Arbeit für den Fachbetrieb.
Kann ich Schiefer auch sägen?
Mit einer Nassschneidemaschine und Diamantblatt ja, etwa für Bodenplatten. Die Kante ist dann glatt und gerade – für eine Dachdeckung ist die gehauene Kante aber erwünscht.
Welcher Nagel für Schiefer?
Schieferstifte oder -nägel aus Kupfer oder Edelstahl, damit sie nicht rosten und keine Rostfahnen auf dem Schiefer hinterlassen.
Gibt es den Schieferhammer auch für Linkshänder?
Ja, weil die Schneide einseitig geschliffen ist, bieten Fachhersteller eigene Ausführungen an.



