Die Einsatzgebiete von Multitools

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Multitool ist ein Sammelbegriff für Werkzeuge, die viele Aufgaben in einem Gerät vereinen. Im Heimwerkerbereich ist damit meist das oszillierende Multifunktionswerkzeug gemeint, das mit wechselnden Aufsätzen sägt, schleift, schabt und trennt. Daneben heißen auch Taschenwerkzeuge mit Zange und Klappmessern sowie kompakte Fahrradwerkzeuge Multitool. Alle drei haben ihre Berechtigung, aber ganz verschiedene Einsatzgebiete.
Das oszillierende Multitool
Das Elektrowerkzeug bewegt sein Werkzeug nicht im Kreis, sondern lässt es mit sehr kleinem Winkel hin- und herschwingen, typisch sind etwa 3 bis 4 Grad und 10 000 bis 20 000 Schwingungen pro Minute. Dadurch schneidet ein Sägeblatt nur dort, wo es aufliegt, und reißt nichts mit. Das Gerät kommt an Stellen, an die keine andere Maschine herankommt: bündig an der Wand, in Ecken, mitten in eine Fläche hinein.
Bekannt wurde es als Multifunktionssäge, oft auch Oszillationssäge genannt. Mehr zur Technik steht im Beitrag Multifunktionssäge.
Die typischen Einsatzgebiete
- Türzargen und Sockelleisten kürzen, etwa um darunter einen neuen Boden zu verlegen. Das Blatt liegt flach auf einem Reststück des neuen Belags und schneidet exakt in der richtigen Höhe.
- Ausschnitte in eingebauten Teilen, zum Beispiel eine Steckdosenöffnung in einer Holzverkleidung oder eine Aussparung in einer montierten Arbeitsplatte.
- Nägel und Schrauben bündig abtrennen, mit einem Bimetallblatt.
- Fugen auskratzen, alte Silikonfugen, Fliesenfugen mit Hartmetall- oder Diamantsegment.
- Schleifen in Ecken und an Profilen mit dem dreieckigen Schleifteller, ähnlich einem Deltaschleifer.
- Kleber, Teppichreste und Lack abschaben mit einem starren Spachtelaufsatz.
Welcher Aufsatz wofür
| Tauchsägeblatt Holz | Gerade Zähne, für Holz, Gipskarton und Kunststoff. Schnell, aber empfindlich gegenüber Nägeln. |
| Bimetall-Blatt | Für Holz mit Nägeln, Metall, Rohre und Schrauben. Langsamer, aber robust. |
| Segmentsägeblatt | Rundes Blatt für lange gerade Schnitte, zum Beispiel in Paneelen. Siehe Segmentsägeblatt. |
| Hartmetall- oder Diamantsegment | Für Fliesenfugen, Mörtel und Porenbeton. |
| Dreieck-Schleifteller | Mit Klett-Schleifpapier für Ecken, Fensterrahmen und Möbelprofile. |
| Schaber | Starr für Kleber und Beläge, flexibel für Silikon und Farbe. |
Wichtig ist die Werkzeugaufnahme. Viele Hersteller nutzen inzwischen das Starlock-System oder eigene Aufnahmen, ältere Geräte haben verschiedene Lochbilder. Prüfen Sie vor dem Kauf von Zubehör, ob es auf Ihr Gerät passt.
Wo das oszillierende Multitool an Grenzen stößt
Es ist ein Spezialist für kurze, präzise Schnitte, kein Ersatz für Stichsäge oder Handkreissäge. Lange Schnitte dauern ewig, und die Blätter werden dabei heiß und stumpf. Für große Flächen ist ein Exzenterschleifer deutlich schneller als der kleine Dreieckteller.
Die Sägeblätter sind Verschleißteile und kosten je nach Qualität einige Euro pro Stück. Wer viel in Holz mit Nägeln arbeitet, verbraucht sie schnell.
Das Taschen-Multitool
Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ist das zusammenklappbare Taschenwerkzeug. Es hat meist eine Zange als Kern, um die herum Messer, Säge, Feile, Schraubendreher, Dosenöffner und Bithalter angeordnet sind. Solche Werkzeuge wiegen oft 200 bis 300 g und sind zusammengeklappt etwa 10 bis 12 cm lang.
Sie ersetzen keinen Werkzeugkasten, aber sie sind da, wenn der Werkzeugkasten es nicht ist: beim Camping, im Auto, bei der Montage beim Nachbarn. Achten Sie auf Klingen, die sich arretieren lassen, und auf Edelstahl. Beim Mitführen in der Öffentlichkeit gelten die Regeln des Waffengesetzes für Messer, einhändig feststellbare Klingen sind beim Führen verboten, sofern kein berechtigtes Interesse besteht. Im Zweifel die aktuelle Rechtslage prüfen.
Werkzeuge für Fahrrad und unterwegs
Fahrrad-Multitools sind flache Klappwerkzeuge mit Innensechskant- und Torx-Schlüsseln in den gängigen Größen, oft ergänzt um Kettennieter, Speichenschlüssel und Reifenheber. Für Pannen unterwegs sind sie unverzichtbar, für Reparaturen in der Werkstatt aber zu klein, um Schrauben mit dem richtigen Drehmoment anzuziehen. Für Carbonteile gehört zu Hause ein Drehmomentschlüssel dazu.
Kleine Motorwerkzeuge
Eine vierte Gruppe sind rotierende Feinwerkzeuge im Stiftformat, bekannt unter Markennamen wie Dremel. Sie drehen mit sehr hoher Drehzahl kleine Fräser, Schleifkörper, Trennscheiben und Polierfilze. Sie sind ideal für Modellbau, Gravuren und feine Metallarbeiten. Mehr dazu unter Feinwerkzeuge.
Sicher arbeiten mit dem oszillierenden Multitool
- Blatt fest montieren. Ein lockeres Blatt vibriert aus der Aufnahme.
- Schutzbrille tragen. Beim Fugen auskratzen und Schleifen fliegen Partikel.
- Staubmaske bei Fugen und Gipskarton. Mineralischer Staub ist fein und belastet die Lunge.
- Vor dem Schnitt in Wände Leitungen prüfen. Das Tauchen ist gerade die Stärke des Geräts, und genau deshalb trifft es leicht ein Kabel.
- Nicht drücken. Die Schwingung braucht Freiraum, zu viel Druck bremst sie und erhitzt das Blatt.
Häufige Fragen
Akku oder Kabel?
Für gelegentliche Arbeiten ist ein Akkugerät bequemer. Wer lange Fugen auskratzt oder viel schleift, profitiert von der Dauerleistung eines Netzgeräts. Beispiele für beide Varianten sind das Einhell TE-MG 200 CE und das Einhell TE-MG 12 Li.
Kann ich mit dem Multitool Metall schneiden?
Ja, dünne Bleche, Nägel, Schrauben und Rohre mit Bimetallblättern. Dicke Profile trennt ein Winkelschleifer schneller.
Was kostet ein oszillierendes Multitool?
Einfache Geräte gibt es ab etwa 40 Euro, gute Heimwerkergeräte mit Zubehör kosten 80 bis 200 Euro, Profigeräte deutlich mehr.



