Fuchsschwanzsäge

Inhalt10 Abschnitte
Der Fuchsschwanz ist die klassische Handsäge mit breitem, einseitig eingespanntem Blatt und geschlossenem Griff. Er schneidet auf Stoß, also beim Vorschieben, und ist das Werkzeug für Bretter, Kanthölzer und Platten, wenn keine Maschine greifbar ist oder sich das Auspacken nicht lohnt. Mit dem richtigen Blatt und etwas Technik schneidet er erstaunlich gerade.
Was einen Fuchsschwanz ausmacht
Das Blatt ist hinten breiter als vorne und hat keinen Rücken, der die Schnitttiefe begrenzt. Damit lassen sich auch breite Platten durchsägen. Die Zähne sind geschränkt, also abwechselnd leicht nach links und rechts gebogen, damit der Schnitt breiter als das Blatt wird und das Blatt nicht klemmt.
Übliche Blattlängen liegen zwischen 400 und 600 mm; kleinere Modelle um 300 mm passen in die Werkzeugkiste. Längere Blätter machen längere Züge und sind bei dicken Hölzern schneller, kürzere sind handlicher.
Den Namen hat die Säge wohl von der Form: Das Blatt verjüngt sich zur Spitze hin wie ein Fuchsschwanz.
Die Zahnteilung
Die Zahnteilung wird oft in Zähnen pro Zoll (TPI) angegeben.
| Zahnung | Eigenschaft | Geeignet für |
| grob, 5–7 TPI | schnell, raue Kante | Bauholz, Kanthölzer, Gartenarbeiten |
| mittel, 8–9 TPI | Allrounder | Bretter, Latten, Leimholz |
| fein, 10–12 TPI | langsamer, glatte Kante | Platten, Laminat, Leisten |
Moderne Sägen haben oft einen Dreifacetten-Schliff, der sowohl längs als auch quer zur Faser gut schneidet. Die klassische Unterscheidung zwischen Längs- und Querschnittzahnung spielt für Heimwerker kaum noch eine Rolle.
Hardpoint oder nachschärfbar
Hardpoint-Zähne sind induktiv gehärtet und erkennbar an ihrer dunklen, bläulichen Farbe. Sie bleiben lange scharf, lassen sich aber nicht nachfeilen. Ist die Säge stumpf, wird sie ersetzt. Für Heimwerker ist das der Normalfall.
Ungehärtete Zähne werden schneller stumpf, lassen sich aber mit einer Sägefeile nachschärfen und neu schränken. Das lohnt bei hochwertigen Sägen, erfordert aber Übung und das passende Werkzeug.
Für Metall gibt es Bimetallblätter, bei denen ein zäher Grundkörper mit harten Schnellarbeitsstahl-Zähnen verbunden ist. Für Metall ist aber die Eisensäge mit eingespanntem Blatt die bessere Wahl.
Fuchsschwanz oder Japansäge
Die Japansäge schneidet auf Zug, nicht auf Stoß. Weil ein gezogenes Blatt nicht knicken kann, darf es viel dünner sein. Das ergibt eine schmalere Schnittfuge, weniger Kraftaufwand und sehr saubere Schnitte.
Fuchsschwanz
| Japansäge
|
Für Bau- und Gartenarbeiten ist der Fuchsschwanz praktischer, für Möbel und feine Verbindungen die Japansäge.
Richtig sägen
- Werkstück fest einspannen oder auf einen Bock legen und mit dem Knie sichern. Wackeln ist die häufigste Ursache für schiefe Schnitte.
- Anriss auf zwei Seiten. Oben und an der Stirnseite, damit Sie senkrecht bleiben.
- Anschnitt mit dem Daumen führen. Den Daumen der freien Hand seitlich an das Blatt legen, oberhalb der Zähne, und mit kurzen Zügen eine Kerbe ziehen.
- Im flachen Winkel sägen. Etwa 45 Grad zum Werkstück bei Brettern, bei Platten flacher.
- Mit langen, lockeren Zügen arbeiten. Die ganze Blattlänge nutzen, nicht drücken. Das Gewicht der Säge reicht meist.
- Am Ende abstützen. Das abfallende Stück halten, sonst reißt es die letzten Fasern aus.
Wenn der Schnitt verläuft
Weicht der Schnitt trotz guter Technik immer zur selben Seite ab, ist meist die Schränkung ungleich: Auf einer Seite stehen die Zähne weiter heraus, zum Beispiel weil die Säge einmal über einen Stein oder Nagel gegangen ist. Bei Hardpoint-Sägen hilft dann nur ein Austausch. Wechselt die Abweichung dagegen, liegt es an der Führung. Stellen Sie sich so, dass Unterarm, Säge und Schnittlinie eine Linie bilden, und schauen Sie von oben auf das Blatt, nicht seitlich darauf. Korrigieren Sie früh und in kleinen Schritten – ein verlaufener Schnitt lässt sich nach wenigen Zentimetern kaum noch zurückholen.
Der Griff als Winkelmaß
Viele Fuchsschwänze haben einen Griff, dessen Kanten zum Blattrücken 90° und 45° bilden. Legen Sie die Säge mit dem Griff an die Brettkante, und Sie können einen Winkel anreißen. Das ersetzt keinen Anschlagwinkel, hilft aber auf der Baustelle.
Für genaue Winkelschnitte ist eine Gehrungslade oder Gehrungssäge die bessere Wahl.
Typische Fehler
- Zu viel Druck. Die Säge verläuft, das Blatt verbiegt sich.
- Blatt verkantet. Wer zu kurz sägt oder den Winkel wechselt, klemmt die Säge im Schnitt.
- Feuchtes Holz mit feiner Zahnung. Die Zahnlücken setzen sich zu, die Säge bleibt stecken. Für nasses Holz grob wählen.
- Nägel übersehen. Ein einziger Nagel ruiniert ein Hardpoint-Blatt.
Pflege
Nach der Arbeit Harz und Späne mit einer Bürste entfernen. Ein dünner Ölfilm schützt vor Rost. Beim Transport gehört ein Zahnschutz auf das Blatt – schützt die Zähne und Ihre Hände.
Häufige Fragen
Welche Alternativen gibt es?
Für Äste die Gestellsäge oder eine Klappsäge, für Metall die Eisensäge, für viele Schnitte eine Stich- oder Säbelsäge. Letztere wird umgangssprachlich manchmal auch elektrischer Fuchsschwanz genannt.
Was kostet ein guter Fuchsschwanz?
Solide Sägen mit Hardpoint-Zahnung kosten 10 bis 30 Euro. Hochwertige Sägen zum Nachschärfen liegen darüber.
Kann ich Laminat damit sägen?
Ja, mit feiner Zahnung und der Dekorseite nach oben, weil der Fuchsschwanz auf Stoß schneidet und unten ausreißt.



