Radialarmsäge

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Eine Radialarmsäge ist eine Kreissäge, deren Motor mit dem Sägeblatt an einem Ausleger über dem Tisch hängt. Zum Schneiden ziehen Sie den Sägekopf über das feststehende Werkstück. Der Arm lässt sich schwenken, der Kopf neigen und drehen, dadurch schafft die Maschine Quer-, Gehrungs-, Schräg- und sogar Längsschnitte. Lange war sie die Universalsäge der Zimmereien und Tischlereien; heute haben Kapp-Zugsägen sie in vielen Werkstätten abgelöst, gebraucht und in Holzbetrieben ist sie aber weiterhin verbreitet.
So ist sie aufgebaut
Über dem Arbeitstisch ragt ein Ausleger, der an einer senkrechten Säule sitzt. Auf dem Ausleger läuft ein Schlitten, an dem der Motor mit dem Sägeblatt hängt. Der Tisch bleibt fest, das Werkstück liegt am Anschlag. Die Säge wird zum Schnitt nach vorn durch das Werkstück gezogen und danach wieder zurückgeschoben.
Die Besonderheit sind die Verstellmöglichkeiten:
- Arm schwenken für Gehrungsschnitte, meist in beide Richtungen.
- Sägekopf neigen für Schrägschnitte.
- Sägekopf um 90 Grad drehen, sodass das Blatt parallel zum Anschlag steht. Dann wird das Werkstück durch die Säge geschoben – ein Längsschnitt wie an der Tischkreissäge.
- Höhe verstellen über die Säule, für Nuten, Falze und Schnitte mit begrenzter Tiefe.
Wofür sie gemacht ist
Die Stärke der Radialarmsäge sind Querschnitte an langen, schweren Werkstücken: Balken, Bohlen, Kanthölzer, lange Bretter. Das Werkstück bleibt liegen, die Säge kommt zu ihm. Mit Anschlägen lassen sich viele Teile gleicher Länge schnell ablängen. Zimmereien, Holzhandlungen und Sägewerke setzen sie deshalb gern an langen Rollenbahnen ein.
Mit dem entsprechenden Werkzeug fräst sie auch Nuten und Falze, zum Beispiel mit einem Nutsägeblatt. Für präzise Längsschnitte in Plattenmaterial ist dagegen eine Formatkreissäge oder Tischkreissäge die bessere Wahl.
Blattgröße und Schnitttiefe
| Blattdurchmesser | Schnitttiefe (Richtwert) | Einsatz |
| 250 mm | etwa 70–80 mm | Werkstatt, Bretter und Kanthölzer |
| 300 mm | etwa 90–100 mm | Allround in Tischlerei und Zimmerei |
| 350 mm und mehr | etwa 100–120 mm | Balken, Bohlen, Holzhandel |
Die tatsächliche Schnitttiefe hängt von der Bauweise ab und steht im Datenblatt. Die Schnittlänge ergibt sich aus dem Auszug des Arms, oft 30 bis 60 cm.
Leistung und Stromanschluss
Kleinere Maschinen laufen mit 230 V und etwa 1500 bis 2000 Watt. Große Radialarmsägen für die Zimmerei arbeiten mit Drehstrom (400 V) und deutlich höherer Leistung. Unter 1500 Watt wird die Maschine bei dicken Balken und Hartholz zäh. Akkubetriebene Radialarmsägen gibt es praktisch nicht – bei diesen Leistungen ist das Netz die Regel.
Genau einstellen
Eine Radialarmsäge ist nur so genau wie ihre Einstellung. Weil Arm, Säule und Schlitten viele bewegliche Verbindungen haben, verstellt sich mit der Zeit etwas. Prüfen Sie regelmäßig mit einem Anschlagwinkel, ob das Blatt im rechten Winkel zum Anschlag und senkrecht zum Tisch steht, und machen Sie einen Probeschnitt an einem breiten Brett: Legen Sie beide Hälften gewendet aneinander, jede Abweichung verdoppelt sich und wird sichtbar. Eine schlecht eingestellte Radialarmsäge schneidet nicht nur ungenau, sie klemmt auch eher – und das ist der Moment, in dem es gefährlich wird.
Sicherheit: die eigentliche Herausforderung
Die Radialarmsäge hat einen Ruf als gefährliche Maschine, und der ist nicht unbegründet.
- Beim Querschnitt zieht das Blatt die Säge zu sich heran. Das Blatt dreht so, dass es sich in das Werkstück ziehen will. Führen Sie den Kopf kontrolliert und bremsen Sie ihn, statt zu ziehen. Blätter mit negativem Spanwinkel vermindern diesen Effekt deutlich.
- Beim Längsschnitt droht Rückschlag. Das Werkstück wird immer gegen die Drehrichtung eingeschoben, Spaltkeil und Niederhalter müssen eingestellt sein. Viele Anwender verzichten ganz auf Längsschnitte an der Radialarmsäge.
- Schutzhauben müssen vollständig vorhanden und funktionsfähig sein.
- Nach dem Schnitt den Kopf ganz in die Ausgangsposition hinter den Anschlag zurückführen.
Gehörschutz, Schutzbrille und eine Absaugung gehören immer dazu.
Radialarmsäge oder Kapp-Zugsäge?
Dafür
| Dagegen
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Für die meisten Heimwerker ist eine Kapp- und Gehrungssäge mit Zugfunktion die bessere Wahl. Sie ist kleiner, günstiger und einfacher zu bedienen. Eine Radialarmsäge lohnt, wenn regelmäßig lange Balken abgelängt werden oder eine gut erhaltene Maschine gebraucht zu haben ist.
Gebraucht kaufen
Viele Radialarmsägen sind jahrzehntealte Maschinen aus Betriebsauflösungen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Arm spielfrei auf der Säule sitzt, ob der Schlitten ohne Wackeln läuft und ob sich der Kopf exakt im rechten Winkel einstellen lässt. Fehlende Schutzhauben sind kein Detail: Ersatz ist für alte Modelle oft nicht mehr zu bekommen. Achten Sie außerdem auf den Stromanschluss, denn Drehstrom ist nicht in jeder Garage vorhanden.
Häufige Fragen
Was kostet eine Radialarmsäge?
Neue Maschinen sind selten geworden; Profigeräte kosten mehrere tausend Euro. Gebrauchte Maschinen gibt es je nach Größe und Zustand ab wenigen hundert Euro.
Welche Materialien kann sie schneiden?
Vor allem Massivholz und Holzwerkstoffe. Mit passendem Blatt auch Kunststoffe und Aluminiumprofile, dann mit Klemmung und niedrigerem Vorschub.
Ist eine Radialarmsäge dasselbe wie eine Kappsäge?
Nein. Bei der Kappsäge wird das Blatt von oben in das Werkstück geschwenkt, bei der Radialarmsäge fährt es auf einem Ausleger durch das Werkstück.