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Heimwerker-Berater

Tischbohrmaschine

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Tischbohrmaschine
Inhalt11 Abschnitte
  1. Tisch-, Säulen- und Ständerbohrmaschine
  2. Wofür man sie braucht
  3. Die Kennwerte
  4. Die Drehzahl richtig wählen
  5. Der Bohrtisch
  6. Werkstück sicher spannen
  7. Sauber bohren Schritt für Schritt
  8. Sicherheit
  9. Typische Fehler
  10. Was sie kostet
  11. Häufige Fragen

Eine Tischbohrmaschine ist eine kleine Säulenbohrmaschine, die auf der Werkbank steht. Motor, Spindel und Bohrfutter sitzen an einer Säule über einem Bohrtisch; der Bohrer wird mit einem Hebel senkrecht nach unten geführt. Sie bohrt, was aus der Hand nie gelingt: exakt senkrechte Löcher in genau festgelegter Tiefe, auch in Serie.

Tisch-, Säulen- und Ständerbohrmaschine

Die Begriffe gehen durcheinander. Die Tischbohrmaschine ist das kompakte Modell für die Werkbank, mit Säulenhöhen um 60 bis 90 cm. Die Säulenbohrmaschine als Standgerät hat eine lange Säule und steht auf dem Boden; sie nimmt auch große Werkstücke auf. Die Ständerbohrmaschine ist oft ein Synonym, manchmal ist aber auch ein Bohrmaschinenständer gemeint, in den man eine normale Handbohrmaschine einspannt. Der ist günstiger, aber weniger steif und weniger genau.

Wofür man sie braucht

  • Holz: Dübellöcher für Möbelverbindungen, Topfbänder mit Forstnerbohrer, Serienbohrungen mit Anschlag.
  • Metall: Löcher in Flachstahl, Winkel und Profile, Kernlöcher für Gewinde, Senkungen.
  • Kunststoff und Acrylglas, wo Verlaufen und Ausreißen am Handgerät die Regel sind.
  • Modellbau und Feinmechanik mit kleinen Bohrern, die von Hand sofort abbrechen.

Die Kennwerte

LeistungEtwa 350 bis 750 W. Für Holz und gelegentliches Metall reichen 500 W.
BohrfutterSpannbereich meist bis 13 oder 16 mm. Das begrenzt den Schaft, nicht zwingend den Bohrdurchmesser.
BohrleistungIn Stahl typischerweise 13 bis 16 mm, in Holz mit Forstnerbohrer 35 mm und mehr.
PinolenhubWie tief in einem Zug gebohrt werden kann, meist 50 bis 90 mm.
AusladungAbstand Bohrmitte zu Säule. Bestimmt, wie weit innen in einer Platte gebohrt werden kann.
GewichtKleine Geräte um 15 kg, stabile Werkstattmaschinen bis etwa 50 kg. Schwer heißt ruhig.

Die Drehzahl richtig wählen

Tischbohrmaschinen haben meist fünf bis sechzehn Drehzahlstufen, die über einen Riemen umgelegt werden, bessere Geräte eine elektronische Regelung. Die Faustregel: je größer der Bohrer und je härter das Material, desto langsamer. Für HSS-Bohrer in Baustahl rechnet man mit etwa 25 m/min Schnittgeschwindigkeit. Daraus ergeben sich rund 2600 U/min für einen 3-mm-Bohrer, 1000 U/min für 8 mm und 600 U/min für 13 mm. In Holz darf es deutlich schneller sein, bei großen Forstnerbohrern aber wieder langsam, sonst verbrennt das Holz.

Der Bohrtisch

Ein guter Bohrtisch lässt sich in der Höhe verstellen, um die Säule schwenken und zur Seite neigen, meist bis 45 Grad. Nuten im Tisch nehmen einen Maschinenschraubstock oder Spannpratzen auf. Für Holzarbeiten lohnt sich ein aufgeschraubter Hilfstisch aus Multiplex mit Anschlagleiste – damit werden Serienbohrungen im gleichen Abstand zur Kante zum Kinderspiel.

Werkstück sicher spannen

Metall wird nie mit der Hand gehalten. Wenn sich ein Bohrer beim Durchbrechen verhakt, reißt er das Werkstück mit und dreht es wie einen Propeller. Das endet mit tiefen Schnittwunden. Kleine Teile gehören in einen Maschinenschraubstock, der wiederum am Tisch verschraubt oder gegen die Säule abgestützt ist. Bleche mit Zwingen auf einer Holzunterlage fixieren. Ein stabiler Schraubstock ist die wichtigste Zusatzanschaffung.

Sauber bohren Schritt für Schritt

  1. Ankörnen. Bei Metall mit einem Körner eine Mulde setzen, damit der Bohrer nicht wandert.
  2. Drehzahl einstellen passend zu Bohrer und Material.
  3. Tiefenanschlag setzen, wenn das Loch nicht durchgehen soll.
  4. Unterlage verwenden – eine Holzplatte unter dem Werkstück schützt den Tisch und verhindert Ausrisse beim Durchbohren.
  5. Gleichmäßig vorschieben und bei tiefen Löchern den Bohrer zwischendurch herausziehen, um Späne zu entfernen.
  6. Kühlen bei Stahl mit Bohröl oder Schneidpaste. Bei Holz und Aluminium ist das meist nicht nötig.

Sicherheit

  • Keine Handschuhe, keine weiten Ärmel, lange Haare zusammenbinden. Die rotierende Spindel wickelt Stoff blitzschnell auf.
  • Schutzbrille tragen, Späne fliegen besonders bei Metall.
  • Bohrfutterschlüssel nach dem Spannen sofort abziehen. Viele Unfälle entstehen, weil er beim Einschalten noch steckt.
  • Späne nie mit der Hand entfernen, sondern mit einem Pinsel und bei stehender Maschine.

Typische Fehler

  • Zu hohe Drehzahl in Stahl. Der Bohrer glüht aus und wird sofort stumpf. Wie man ihn rettet, steht unter Metallbohrer schärfen.
  • Säule nicht fest. Wacklige Säulen oder lose Tischklemmungen machen die Genauigkeit zunichte.
  • Bohrer ohne Unterlage durch das Werkstück. Der Tisch bekommt Löcher, das Werkstück Ausrisse.
  • Laser blind vertraut. Ein Kreuzlaser ist hilfreich, muss aber justiert werden. Vor wichtigen Bohrungen mit der Bohrerspitze kontrollieren.

Was sie kostet

Einfache Tischbohrmaschinen gibt es ab etwa 100 Euro. Solide Geräte mit Gussfuß, spielfreier Pinole und guter Drehzahlauswahl liegen bei 200 bis 400 Euro. Werkstattmaschinen mit Getriebe und größerer Bohrleistung kosten deutlich mehr. Das Spiel der Pinole ist wichtiger als die Wattzahl – eine wackelnde Spindel bohrt nie genau.

Häufige Fragen

Wie groß darf der Bohrer sein?

So groß, wie Futter und Leistung zulassen. In Stahl sind bei Heimwerkergeräten 13 bis 16 mm realistisch, größere Löcher mit Lochsäge oder Stufenbohrer bei niedriger Drehzahl.

Kann ich auf der Tischbohrmaschine fräsen?

Nein. Das Lager der Spindel ist nicht für seitliche Kräfte ausgelegt, und das Bohrfutter kann sich lösen.

Welche Bohrer brauche ich?

HSS-Bohrer für Metall, Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze für Holz und Forstnerbohrer für große, saubere Löcher. Einen Überblick gibt Bohrerarten.

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