Bohrmaschinenständer

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Ein Bohrmaschinenständer macht aus einer normalen Bohrmaschine eine kleine Ständerbohrmaschine. Die Maschine wird in einen Halter gespannt, der an einer Säule auf und ab gleitet. Das ergibt senkrechte Löcher, eine genaue Bohrtiefe und saubere Serienbohrungen – für einen Bruchteil des Preises einer echten Ständerbohrmaschine.
Was er besser kann als die freie Hand
Wer frei Hand bohrt, erwischt den rechten Winkel selten genau. Bei einem 10 cm tiefen Loch in Hartholz sieht man jede Abweichung am Austritt. Im Ständer läuft der Bohrer exakt senkrecht zur Grundplatte, und der Tiefenanschlag sorgt dafür, dass alle Löcher gleich tief werden.
Typische Arbeiten sind Dübellöcher für Möbelverbindungen, Bohrungen für Topfscharniere mit Forstnerbohrer, Löcher in Rundstäben und Rohren, Durchgangsbohrungen in Flachstahl und Serienbohrungen für Regalbodenträger. Bei Metall ist der Ständer besonders nützlich, weil der Bohrer dort nicht verlaufen darf.
Die wichtigen Maße
| Spannhals | Die meisten Bohrmaschinen haben einen genormten Spannhals mit 43 mm Durchmesser. Der Ständer muss dazu passen, sonst braucht es einen Adapter. |
| Hub | Wie weit sich die Maschine absenken lässt, meist 50 bis 90 mm. Er bestimmt die maximale Bohrtiefe in einem Zug. |
| Ausladung | Abstand zwischen Bohrermitte und Säule. Bestimmt, wie weit vom Rand entfernt man bohren kann. |
| Säulenhöhe | Bestimmt die maximale Werkstückhöhe unter dem Bohrer. |
| Grundplatte | Aus Stahl oder Guss, mit Nuten für Schraubstock oder Spannmittel. |
Worauf es beim Kauf ankommt
Säulendurchmesser und Führung. Je dicker und stabiler die Säule, desto weniger gibt sie unter Last nach. Einfache Ständer mit dünner Säule haben spürbares Spiel, das die Genauigkeit zunichtemacht.
Zahnstange und Hebel. Die Absenkung über Zahnstange und Hebel ist gleichmäßiger als eine reine Federführung. Eine Rückholfeder zieht die Maschine nach dem Bohren wieder hoch.
Tiefenanschlag. Mit Skala und Feststellung, damit sich Serienbohrungen exakt wiederholen lassen.
Neigbarkeit. Manche Ständer lassen sich um bis zu 45 oder 90 Grad neigen. Das erlaubt Schrägbohrungen, kostet aber etwas Steifigkeit.
Gewicht. Leichte Ständer wiegen gut 1 kg, schwere bis etwa 7 kg. Schwere Ständer stehen ruhiger, sollten aber trotzdem auf der Werkbank befestigt werden.
Zubehör, das sich lohnt
- Maschinenschraubstock. Hält kleine Werkstücke fest. Metallteile dürfen nie mit der Hand gehalten werden, weil der Bohrer sie beim Durchbrechen mitreißen kann. Siehe Schraubstock.
- V-Nut oder Prisma. Hält Rundmaterial wie Stäbe und Rohre sicher unter dem Bohrer.
- Anschlagleiste. Für Serienbohrungen im gleichen Abstand zur Kante.
- Opferplatte. Ein Stück Sperrholz unter dem Werkstück verhindert Ausrisse beim Durchbohren und schont die Grundplatte.
So arbeiten Sie mit dem Ständer
- Ständer befestigen. Auf der Werkbank festschrauben oder mit Zwingen sichern.
- Maschine einspannen. Den Spannhals fest in den Halter klemmen, die Maschine darf sich nicht drehen.
- Rechtwinkligkeit prüfen. Mit einem Anschlagwinkel zwischen Bohrer und Grundplatte kontrollieren.
- Werkstück spannen. Mit Schraubstock oder Zwingen. Nie mit der Hand halten, besonders nicht bei Metall.
- Tiefenanschlag einstellen und die Drehzahl an Bohrer und Material anpassen.
- Gleichmäßig absenken. Bei tiefen Bohrungen zwischendurch ausfahren, damit die Späne herauskommen.
Ständer oder Ständerbohrmaschine
Bohrmaschinenständer
| Ständerbohrmaschine
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Für gelegentliche genaue Bohrungen ist der Ständer die sinnvolle Einstiegslösung. Wer regelmäßig in Metall bohrt oder große Durchmesser braucht, ist mit einer Ständerbohrmaschine oder Tischbohrmaschine besser bedient.
Die richtige Drehzahl
Im Ständer fällt die Drehzahl stärker ins Gewicht als beim Bohren aus der Hand, weil der Vorschub gleichmäßiger ist und man Fehler schneller am Ergebnis sieht. Die Faustregel: je größer der Bohrer und je härter das Material, desto langsamer. Ein 3-mm-Bohrer in Holz verträgt die volle Drehzahl, ein 10-mm-Bohrer in Stahl braucht nur einen Bruchteil davon, und ein großer Forstnerbohrer läuft am besten sehr langsam, damit er nicht brennt.
Eine Bohrmaschine mit elektronischer Drehzahlvorwahl ist deshalb im Ständer besonders praktisch. Bei Maschinen, deren Drehzahl nur über den Druck auf den Schalter geregelt wird, hilft eine Feststelltaste mit Stellrad. Zweigang-Getriebe sind ein Vorteil, weil der langsame Gang mehr Drehmoment für große Durchmesser liefert. Beim Bohren in Metall gehört außerdem ein Tropfen Schneidöl an die Bohrstelle, das verlängert die Standzeit des Metallbohrers spürbar.
Auch zum Fräsen?
Einige Ständer werden als Fräsständer angeboten. Für leichte Arbeiten mit kleinen Fräsern funktioniert das. Die Lager einer normalen Bohrmaschine sind aber nicht für Seitenkräfte gebaut, und die Drehzahl ist für saubere Fräsergebnisse meist zu niedrig. Für echte Fräsarbeiten gehört eine Oberfräse in eine passende Führung.
Typische Fehler
- Spiel ignoriert. Wackelt die Maschine im Halter, bringt der Ständer keine Präzision.
- Werkstück mit der Hand gehalten. Der häufigste Unfall am Bohrständer.
- Handschuhe getragen. Sie können vom drehenden Bohrer erfasst werden.
- Zu schnell abgesenkt. Überhitzt den Bohrer und lässt ihn verlaufen.
Häufige Fragen
Passt jede Bohrmaschine?
Fast alle Maschinen mit 43-mm-Spannhals. Akkuschrauber haben meist keinen Spannhals und passen nicht.
Wie teuer ist ein Bohrmaschinenständer?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 30 Euro, stabile Ständer mit dicker Säule und Neigefunktion für 60 bis 120 Euro.
Kann ich damit auch mit Schlag bohren?
Nein, der Ständer ist für Bohren ohne Schlag gedacht. Die Schläge würden Halter und Führung beschädigen.



