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Heimwerker-Berater

Handfräse

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Handfräse
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was eine Handfräse von der Bohrmaschine unterscheidet
  2. Die Familie der Handfräsen
  3. Worauf es beim Kauf ankommt
  4. Die richtige Vorschubrichtung
  5. In mehreren Durchgängen fräsen
  6. Welche Fräser man wirklich braucht
  7. Zubehör, das sich lohnt
  8. Sicherheit und Staub
  9. Häufige Fragen

Mit Handfräse ist fast immer die Oberfräse gemeint: ein handgeführter Motor mit hoher Drehzahl, der einen Fräser in die Holzoberfläche oder an der Kante entlangführt. Mit ihr entstehen Nuten, Falze, Profile, abgerundete Kanten und exakte Kopien nach Schablone. Die Maschine ist schnell gekauft – die Kunst liegt in der richtigen Vorschubrichtung und in Durchgängen, die klein genug sind.

Was eine Handfräse von der Bohrmaschine unterscheidet

Eine Bohrmaschine bewegt ihr Werkzeug in einer Richtung, in die Tiefe. Beim Fräsen bewegt sich der Fräser zusätzlich seitlich durch das Material und schneidet dabei mit seinen Flanken. Deshalb dreht die Oberfräse so schnell, je nach Modell zwischen etwa 8000 und über 25.000 Umdrehungen je Minute. Die Frästiefe stellt man am Tauchkorb ein, die seitliche Führung übernehmen Anschläge, Kopierringe oder Schablonen.

Die Familie der Handfräsen

GerätLeistungStärke
Oberfräse1000–2300 WNuten, Profile, Schablonenarbeit
Kantenfräse / Einhandfräse500–800 WKanten runden, Umleimer bündig fräsen
Flachdübelfräse600–900 WSchlitze für Flachdübel
Mauernutfräse1500–2500 WSchlitze für Leitungen in Mauerwerk

Die Unterschiede zwischen den drei Holzfräsen erklärt der Beitrag Oberfräse, Kantenfräse und Einhandfräse. Die Kantenfräse hat einen eigenen Beitrag, ebenso die Flachdübelfräse. Mit Holz hat nur die Mauernutfräse nichts zu tun; sie trägt den Namen, ist aber ein Trennschleifer mit zwei Scheiben.

Worauf es beim Kauf ankommt

Leistung. Für Kanten und kleine Profile genügen 1000 bis 1200 Watt. Wer tiefe Nuten in Hartholz fräst oder große Profilfräser einsetzt, nimmt 1400 Watt und mehr.

Spannzange. Üblich sind 6 und 8 mm Schaftdurchmesser, größere Maschinen nehmen auch 12 mm oder ½ Zoll. Kaufen Sie Fräser immer passend zur Spannzange, nie mit Reduzierhülse, wenn es sich vermeiden lässt.

Drehzahlregelung und Sanftanlauf. Große Fräser brauchen niedrige Drehzahl, kleine eine hohe. Eine Elektronik, die die Drehzahl unter Last hält, verbessert das Fräsbild spürbar.

Tauchkorb und Tiefenanschlag. Der Korb soll leicht und ohne Kippeln gleiten. Ein Revolveranschlag mit drei oder mehr Stufen macht das Fräsen in mehreren Durchgängen bequem.

Absaugung. Ein Anschluss für Sauger ist Pflicht, siehe unten.

Anwendung einer Hanfräse in einer Schreinerei
Anwendung einer Handfräse in einer Schreinerei | Foto: DragonImages / Depositphotos.com

Die richtige Vorschubrichtung

Der Fräser dreht, von oben gesehen, im Uhrzeigersinn. Geführt wird die Maschine gegen die Drehrichtung des Fräsers – das nennt man Gegenlauf. Dann zieht der Fräser die Maschine nicht nach vorn, sondern arbeitet sich kontrolliert ins Holz.

Praktisch heißt das: Außenkanten umfährt man gegen den Uhrzeigersinn, Innenkanten eines Ausschnitts im Uhrzeigersinn. An der Kante vor Ihnen führen Sie die Maschine von links nach rechts. Wer es umgekehrt macht, erlebt, wie die Fräse davonläuft und eine Kerbe ins Werkstück reißt.

In mehreren Durchgängen fräsen

Eine tiefe Nut in einem einzigen Durchgang überlastet Motor und Fräser, verbrennt das Holz und lässt die Maschine rucken. Stellen Sie die Endtiefe am Anschlag ein und arbeiten Sie sich in Schritten von wenigen Millimetern hinunter. Als Anhalt gilt: je Durchgang nicht tiefer als der halbe Fräserdurchmesser, in Hartholz weniger. Der letzte Durchgang ist ein dünner Schlichtdurchgang, der eine saubere Oberfläche hinterlässt.

Welche Fräser man wirklich braucht

Fräsersätze mit 30 Teilen sehen gut aus, die Hälfte davon wird nie benutzt. Für den Anfang genügen:

  • Nutfräser in 6, 8 und 12 mm für Nuten und Ausschnitte.
  • Bündigfräser mit Anlaufkugellager für Kanten und Schablonenkopien.
  • Abrundfräser mit Anlauflager, etwa Radius 6 mm, für Tischkanten.
  • Fasefräser 45 Grad.

Hartmetallbestückte Fräser (HM) halten in Spanplatte, MDF und Hartholz um ein Vielfaches länger als HSS-Fräser. Für Holzwerkstoffe mit Leim sind sie praktisch Pflicht.

Zubehör, das sich lohnt

Der Parallelanschlag führt die Fräse im festen Abstand zur Kante. Kopierhülsen laufen an einer Schablone entlang, mehr dazu bei der Frässchablone. Eine Führungsschiene ermöglicht lange gerade Nuten mitten in der Platte. Und wer die Maschine umgedreht unter eine Tischplatte schraubt, hat einen Frästisch – wie das geht, steht unter Frästisch selber bauen.

Sicherheit und Staub

Oberfräsen erreichen leicht über 90 dB(A); Gehörschutz gehört zur Grundausstattung, eine Schutzbrille ebenso. Holzstaub von Eiche und Buche gilt als krebserzeugend, und die Fräse erzeugt feinen Staub in großer Menge. Arbeiten Sie deshalb immer mit Absaugung, bei Hartholz zusätzlich mit einer Staubmaske der Klasse FFP2. Werkstücke werden fest eingespannt, nie mit der Hand gehalten. Den Fräser wechseln Sie nur bei gezogenem Stecker.

Häufige Fragen

Was kostet eine Handfräse?

Einsteigergeräte liegen unter 100 Euro und genügen für gelegentliche Kantenarbeiten. Für regelmäßiges Arbeiten sind Geräte zwischen 100 und 200 Euro sinnvoll. Profimaschinen mit feinfühliger Tiefeneinstellung und hoher Leistung kosten ab 200 Euro aufwärts.

Welche Materialien kann man fräsen?

Vollholz, Sperrholz, MDF, Spanplatte, Kunststoffe wie Acrylglas und mit geeigneten Fräsern und niedriger Drehzahl auch weiches Aluminium. Mineralwerkstoff und Kunststein gehen mit Hartmetallfräsern ebenfalls.

Ist ein Absaugadapter sinnvoll?

Ja, ohne ihn liegt die Späne-Staub-Mischung überall, und man sieht den Anriss nicht mehr. Die meisten Maschinen haben ihn im Lieferumfang; einen Werkstattsauger braucht man trotzdem.

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