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Heimwerker-Berater

Fugenfräse

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Geräte im Überblick
  2. Klinkerfassaden: Wann sich das Ausfräsen lohnt
  3. Wie tief ausräumen
  4. Fliesenfugen im Innenbereich
  5. Staub ist das Hauptproblem
  6. So gehen Sie vor
  7. Nach dem Fräsen: neu verfugen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Fugenfräse räumt alten, mürben Mörtel aus Fugen, damit neu verfugt werden kann. Am häufigsten wird sie bei der Sanierung von Klinker- und Ziegelfassaden eingesetzt, kleinere Geräte und Aufsätze dienen dem Ausräumen von Fliesenfugen. Das Ausfräsen ist schnell erledigt – die eigentliche Herausforderung ist der Staub.

Die Geräte im Überblick

GerätWerkzeugEinsatz
Fugenfräse für Mauerwerkeine oder zwei Diamantscheiben, oft 125 mmKlinker- und Ziegelfassaden, Lager- und Stoßfugen
Mauernutfräsezwei parallele DiamantscheibenSchlitze für Leitungen, bedingt Fugen
Elektrischer FugenreinigerBürstePflasterfugen im Freien, Unkraut
MultitoolHartmetall- oder DiamantsegmentFliesenfugen, kleine Flächen
Rotationswerkzeug mit FugenaufsatzHartmetallfräser, oft 1,6 mmschmale Fliesenfugen

Die Mauernutfräse ähnelt der Fugenfräse, ist aber für Schlitze gebaut: Zwischen ihren zwei Scheiben bleibt ein Steg, der ausgebrochen werden muss. Fugenfräsen arbeiten dagegen mit einer Scheibe in Fugenbreite oder mit speziellen Scheiben, die die ganze Fuge ausräumen.

Klinkerfassaden: Wann sich das Ausfräsen lohnt

Mörtelfugen sind die Verschleißteile einer Klinkerfassade. Sie verwittern schneller als die Steine, werden mürbe, reißen oder fallen heraus. Dann dringt Wasser ein und friert im Winter, und die Schäden beschleunigen sich. Erkennbar ist das an sandendem Mörtel, der sich mit dem Fingernagel auskratzen lässt, an Rissen entlang der Steine und an Feuchteflecken auf der Innenseite.

Einzelne Fehlstellen lassen sich punktuell ausbessern, großflächige Schäden erfordern eine komplette Neuverfugung. Dafür werden die Fugen gleichmäßig ausgeräumt, gereinigt, vorgenässt und mit Fugmörtel neu gefüllt.

Wie tief ausräumen

Als Faustregel gilt: Die Fuge wird auf etwa die doppelte Fugenbreite, mindestens aber rund 15 mm tief ausgeräumt, damit der neue Mörtel ausreichend Halt findet. Bei stark geschädigtem Mauerwerk kann es mehr sein, dann entscheidet der Fachbetrieb.

Wichtig ist eine gleichmäßige Tiefe mit rechtwinkligen Fugenflanken. Eine keilförmige Fuge hält den neuen Mörtel schlecht. Die Steinkanten dürfen dabei nicht beschädigt werden – eine angefräste Klinkerkante sieht man auf Jahrzehnte.

Fliesenfugen im Innenbereich

Für Bad und Küche reicht ein kleineres Werkzeug. Verfärbte oder bröselnde Fugen lassen sich mit einem Multitool und Hartmetallsegment oder mit einem Rotationswerkzeug und Fugenfräser auf 2 bis 3 mm Tiefe ausräumen und neu verfugen, ohne die Fliesen zu tauschen.

Vorsicht bei der Glasur: Sie ist hart, aber an den Kanten spröde. Arbeiten Sie in der Fugenmitte und lassen Sie einen dünnen Rest stehen, den Sie von Hand mit einem Fugenkratzer entfernen. Siehe auch Schimmel aus den Fugen entfernen – manchmal reicht eine Reinigung.

Silikonfugen in Ecken und Anschlüssen werden nicht gefräst, sondern herausgeschnitten, siehe Silikonfugen entfernen.

Staub ist das Hauptproblem

Mörtel, Zement und Klinker enthalten Quarz. Beim Fräsen entsteht alveolengängiger Quarzfeinstaub, der sich in der Lunge ablagert und zu Silikose führen kann. Quarzfeinstaub gilt als krebserzeugend.

  • Absaugung direkt am Gerät, mit einem Sauger der Staubklasse M oder H und Abreinigung. Ein Haushaltsstaubsauger ist nach Minuten verstopft und bläst den Feinstaub durch den Filter.
  • Atemschutz FFP3, auch mit Absaugung.
  • Schutzbrille und Gehörschutz.
  • Umgebung schützen. Fenster, Pflanzen und Autos in der Nähe der Fassade abdecken.

Viele Geräte haben eine Absaughaube mit Anschlussstutzen. Ohne sie ist eine Fugenfräse in bewohnter Umgebung nicht zumutbar.

So gehen Sie vor

  1. Probefläche. An einer unauffälligen Stelle Tiefe, Tempo und Staubentwicklung testen.
  2. Lagerfugen zuerst. Die waagerechten Fugen sind lang und gerade, hier arbeitet die Maschine am effizientesten.
  3. Stoßfugen danach. Die kurzen senkrechten Fugen sind fummelig. Manche Geräte haben dafür schmale Scheiben, sonst hilft ein Fugenmeißel.
  4. Reinigen. Fugen mit Druckluft oder Wasser von Staub befreien.
  5. Vornässen und neu verfugen, am besten nicht in praller Sonne und nicht bei Frost.

Nach dem Fräsen: neu verfugen

Die ausgeräumten Fugen werden gründlich entstaubt und kurz vor dem Verfugen vorgenässt, damit der trockene Stein dem frischen Mörtel nicht das Wasser entzieht. Der Mörtel wird in zwei Lagen eingebracht, wenn die Fuge tief ist, und mit dem Fugeisen verdichtet. Verdichten ist wichtiger als Glätten: Eine dicht gepresste Fuge nimmt kaum Wasser auf und hält Jahrzehnte. Frische Fugen bei Sonne und Wind feucht halten und vor Schlagregen schützen. Wer den Mörtel mit einer Pistole einbringt, arbeitet sauberer; mehr dazu bei der Fugenpistole.

Typische Fehler

  • Zu schnell gefräst. Die Scheibe wandert aus der Fuge und trifft den Stein.
  • Keine Absaugung. Staub, Ärger mit den Nachbarn, Gesundheitsschäden.
  • Falscher Mörtel. Neuer Fugmörtel muss zum Mauerwerk passen. Zu harter Zementmörtel in einer alten Kalkmörtelfassade führt zu Abplatzungen an den Steinen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fugenfräse?

Profi-Fugenfräsen mit Absaughaube kosten mehrere hundert Euro. Für ein einzelnes Haus lohnt sich der Verleih; Baumaschinenverleiher haben die Geräte samt passendem Sauger.

Mache ich das selbst oder beauftrage ich einen Fachbetrieb?

Kleine Flächen und Garagenwände schaffen geübte Heimwerker. Bei ganzen Fassaden, Gerüstarbeit und denkmalgeschützten Gebäuden ist der Fachbetrieb die bessere Wahl.

Welcher Mörtel kommt in die Fuge?

Ein Fugmörtel passend zum Stein, bei Altbauten oft ein weicher Kalkmörtel. Der Fugmörtel sollte nie härter sein als der Stein.

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