Energiekostenmessgerät

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Ein Energiekostenmessgerät kommt zwischen Steckdose und Elektrogerät und zeigt, wie viel Strom das Gerät verbraucht und was das im Jahr kostet. Damit finden Sie die Stromfresser im Haushalt – meist nicht dort, wo man sie vermutet. Die wichtigste Eigenschaft beim Kauf ist eine Zahl, die kaum jemand beachtet: die kleinste Leistung, die das Gerät noch zuverlässig misst.
Wie es funktioniert
Im Gerät messen Elektronikbausteine laufend Spannung und Strom. Daraus berechnet es die Wirkleistung in Watt, also die Leistung, die tatsächlich verbraucht und vom Stromzähler abgerechnet wird. Über die Zeit summiert, ergibt das die Energie in Kilowattstunden. Mit dem eingegebenen Strompreis rechnet das Gerät die Kosten aus.
Anders als ein Multimeter muss man dafür nichts aufschrauben und keine Leitung anfassen. Das Messgerät wird einfach eingesteckt – das macht es auch für Laien sicher.

Was es anzeigt
| Wirkleistung (W) | Was das Gerät gerade verbraucht. Die wichtigste Anzeige. |
| Energie (kWh) | Der aufsummierte Verbrauch seit Messbeginn. |
| Kosten | Energie mal Strompreis, oft hochgerechnet auf ein Jahr. |
| Spannung, Strom, Frequenz | Netzwerte, zur Kontrolle. |
| Leistungsfaktor | Verhältnis von Wirk- zu Scheinleistung. Interessant bei Netzteilen und Motoren. |
| Messzeit | Wie lange schon gemessen wird. |
Worauf es beim Kauf ankommt
- Untere Messgrenze. Das Gerät sollte ab 0,5 W, besser ab 0,1 W genau messen. Viele einfache Geräte zeigen erst ab einigen Watt verlässliche Werte – und übersehen damit genau die Stand-by-Verbräuche, die man finden will.
- Obere Messgrenze. 3680 W, das entspricht einer Schuko-Steckdose mit 16 A.
- Genauigkeit. Eine Abweichung von wenigen Prozent ist für den Haushalt ausreichend.
- Eigenverbrauch. Gute Geräte liegen deutlich unter 1 W.
- Speicher. Behält das Gerät die Werte, wenn es ausgesteckt wird? Viele tun es nicht.
- Ablesbarkeit. Ein beleuchtetes Display hilft hinter Schränken und unter dem Schreibtisch.
Einzelne Geräte beschreiben die Beiträge zum ELV Energy Master Basic, zum Brennenstuhl PM 231 E und zum Tevigo 90670.
So messen Sie richtig
- Strompreis eintragen. Den Arbeitspreis je Kilowattstunde aus der letzten Stromrechnung, ohne Grundpreis.
- Dauerläufer lange messen. Kühlschrank und Gefriertruhe mindestens 24 Stunden, besser eine Woche – sie schalten sich zyklisch ein und aus.
- Programmgeräte einen ganzen Durchlauf. Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler vom Start bis zum Ende.
- Stand-by getrennt messen. Gerät ausschalten, einige Minuten warten, Wert ablesen.
- Steckdosenleisten als Ganzes messen. Fernseher, Receiver, Konsole und Soundbar hängen oft an einer Leiste. Das Messgerät davor zeigt den Gesamtverbrauch der Ecke.
Wo die Stromfresser sitzen
- Alte Kühl- und Gefriergeräte, besonders der Zweitkühlschrank im Keller.
- Umwälzpumpen und Aquarien, die rund um die Uhr laufen.
- Unterhaltungselektronik mit Receiver, Router, Konsole im Dauer-Stand-by.
- Computer mit Peripherie, besonders ältere Desktoprechner.
- Elektrische Heizgeräte, Heizlüfter und kleine Warmwasserboiler.
- Schein-Aus-Geräte: Sie wirken ausgeschaltet, das Netzteil zieht aber weiter Strom. Eine warme Steckerleiste ist ein Hinweis.
Die Rechnung im Beispiel
Ein Watt Dauerverbrauch sind im Jahr 8,76 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 35 Cent sind das gut 3 Euro. Ein Fernseher, der im Stand-by 10 W zieht, kostet damit rund 30 Euro im Jahr, ohne dass er ein Bild zeigt. Eine Ecke mit Receiver, Soundbar und Konsole kann leicht 20 bis 30 W zusammenbringen.
Ein 20 Jahre alter Kühlschrank verbraucht oft zwei- bis dreimal so viel wie ein aktuelles Gerät. Liegt der Mehrverbrauch bei 200 kWh im Jahr, sind das rund 70 Euro – der Austausch rechnet sich dann nach einigen Jahren.

Kaufen oder ausleihen
Viele Verbraucherzentralen, Stadtwerke und öffentliche Bibliotheken verleihen Energiekostenmessgeräte kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr. Für eine einmalige Bestandsaufnahme reicht das. Wer regelmäßig misst oder mehrere Geräte über Wochen beobachten will, kauft besser selbst. Gute Geräte kosten 20 bis 40 Euro, einfache gibt es ab 10 Euro.
Smarte Steckdosen und Smart Meter
Smarte Zwischenstecker messen ebenfalls den Verbrauch und schicken die Werte aufs Smartphone, oft mit Verlaufsgrafik. Sie eignen sich für Langzeitmessungen, sind aber nicht immer so genau im Bereich weniger Watt. Ein Smart Meter, also ein intelligenter Stromzähler im Zählerschrank, zeigt dagegen nur den Gesamtverbrauch des Haushalts, nicht den einzelner Geräte. Für die Suche nach dem einen Stromfresser bleibt das Steckdosenmessgerät das Werkzeug der Wahl. Weitere Spartipps stehen im Beitrag Strom sparen als Heimwerker.
Häufige Fragen
Kann ich damit auch den Herd messen?
Nein. Herd, Durchlauferhitzer und andere fest angeschlossene Geräte über 3680 W lassen sich mit einem Steckdosengerät nicht messen. Hier hilft der Stromzähler im Keller mit einer Vergleichsmessung.
Wie genau sind die Geräte?
Gute Geräte weichen nur wenige Prozent ab. Bei sehr kleinen Leistungen und stark verzerrten Strömen, etwa bei Netzteilen, schwanken einfache Geräte stärker.
Verbraucht das Messgerät selbst Strom?
Ja, meist unter einem Watt. Nach der Messung sollte es wieder aus der Steckdose.



