Kreuzlaser

Inhalt9 Abschnitte
Ein Kreuzlaser projiziert eine waagerechte und eine senkrechte Linie gleichzeitig an die Wand. Wo sie sich kreuzen, entsteht ein Bezugspunkt, an dem sich Fliesen, Profile, Regale oder Bilderreihen ausrichten lassen. Für die meisten Arbeiten im Innenausbau ist er das Gerät, das die Wasserwaage ablöst – nicht weil er genauer wäre, sondern weil er beide Hände freilässt.
Wie das Kreuz entsteht
Im Gerät sitzen zwei Laserdioden, deren Strahl durch eine Zylinderlinse zu einer Linie aufgefächert wird. Eine Diode erzeugt die horizontale, die andere die vertikale Linie. Bei einfachen Geräten decken die Linien einen Fächer von etwa 100 bis 130 Grad ab, bei 360-Grad-Geräten läuft die Linie einmal um den ganzen Raum.
Die meisten Kreuzlaser nivellieren sich selbst. Das Lasermodul hängt an einem Pendel, das sich durch die Schwerkraft ausrichtet und magnetisch gedämpft wird. Solange das Gerät nicht schiefer als etwa 4 Grad steht, sind die Linien exakt waagerecht und senkrecht. Steht es schiefer, blinken die Linien als Warnung.
Wofür er gebraucht wird
- Fliesen verlegen, an Wand und Boden, mit waagerechter Bezugslinie für die erste Reihe und senkrechter Linie für die Fugen.
- Trockenbau. Das Ausrichten von UW- und CW-Profilen an Boden, Wand und Decke.
- Küchenmontage, bei der Oberschränke auf einer Höhe hängen müssen.
- Bilder und Regale, besonders wenn mehrere in einer Reihe hängen sollen.
- Steckdosen und Schalter auf gleicher Höhe setzen.
- Fenster- und Türmontage, bei der Lot und Waage gleichzeitig stimmen müssen.

Die Genauigkeit
Die Angabe lautet meist ±0,3 bis ±0,5 mm/m. Das heißt: Auf 10 m Entfernung liegt die Linie höchstens 3 bis 5 mm über oder unter der wahren Waagerechten. Für Fliesen und Trockenbau reicht das. Für Estrich über große Flächen oder den Hausbau braucht man einen Rotationslaser.
Wichtig ist, dass die Angabe nur im Pendelbereich gilt und nur, wenn das Gerät nicht gestoßen wurde. Ein Kreuzlaser, der vom Stativ fällt, kann dejustiert sein. Prüfen Sie das mit dem einfachen Umschlagtest weiter unten.
Reichweite, rot oder grün
| Rote Linie | Grüne Linie | |
| Sichtbarkeit | gut in dunklen Räumen | für das Auge deutlich heller |
| Reichweite innen | etwa 10–15 m | etwa 15–25 m |
| Akkulaufzeit | länger | kürzer |
| Preis | günstiger | teurer |
Die Herstellerangaben zur Reichweite gelten für einen abgedunkelten Raum. In einem hellen Neubau mit Sonnenlicht durch große Fenster schrumpft die sichtbare Reichweite deutlich. Grüne Laser sieht das menschliche Auge bei gleicher Leistung erheblich heller, deshalb lohnen sie sich für helle Räume.
Draußen oder über größere Entfernungen hilft nur ein Empfänger. Dafür muss der Laser einen Pulsmodus haben, sonst erkennt der Empfänger die Linie nicht.
Was ein gutes Gerät ausmacht
Pendelarretierung. Beim Transport wird das Pendel verriegelt, das schützt die Mechanik. Viele Geräte bieten zudem einen Neigungsmodus: Pendel gesperrt, die Linien lassen sich schräg stellen – etwa für Treppengeländer.
Lotpunkte. Ein Punkt nach oben und unten erleichtert das Übertragen von Bodenmarkierungen an die Decke, etwa beim Setzen von Trockenbauprofilen.
Stativgewinde und Halterung. Ein 1/4-Zoll-Gewinde für Fotostative ist Standard, ein 5/8-Zoll-Gewinde für Baustative ein Plus. Eine Wandhalterung mit Feinhöhenverstellung ist Gold wert.
Schutzklasse. IP54 hält Staub und Spritzwasser ab und reicht für Baustellen.
Stromversorgung. Batterien oder Akku. Grüne Laser verbrauchen mehr Strom, ein Akku im Werkzeugsystem ist hier praktisch.
Richtig aufstellen
- Stativ oder feste Unterlage. Auf einer wackligen Leiter pendelt das Gerät ständig nach.
- Grob waagerecht ausrichten. Das Pendel gleicht aus, aber nur im Bereich von etwa 4 Grad.
- Pendel lösen, Gerät einschalten, warten, bis die Linien ruhig stehen.
- Höhe einstellen. Mit der Kurbel am Stativ oder der Feinverstellung der Halterung, nicht durch Anheben des Geräts.
- Markieren. Mit feinem Bleistift in der Mitte der Linie, nicht am Rand. Die Linie ist auf 5 m Entfernung schon 2 bis 3 mm breit.
Den Laser selbst prüfen
Stellen Sie den Laser etwa 5 m vor einer Wand auf, markieren Sie die Höhe der waagerechten Linie. Drehen Sie das Gerät um 180 Grad und projizieren Sie auf die gegenüberliegende Wand, markieren Sie auch dort. Dann den Laser nah an die zweite Wand stellen und beides wiederholen. Der Höhenunterschied zwischen den Markierungspaaren darf die Herstellertoleranz nicht überschreiten. Wird sie deutlich überschritten, gehört das Gerät zum Kundendienst.
Kreuzlaser oder etwas anderes?
Wer nur eine Linie braucht, ist mit einem einfachen Linienlaser oder einer Laser-Wasserwaage bedient. Wer Entfernungen misst, braucht einen Laser-Entfernungsmesser – das ist ein ganz anderes Gerät. Für Außenarbeiten, Fundamente und große Flächen führt kein Weg an einem Baulaser mit Rotationskopf vorbei.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kreuzlaser?
Einfache Geräte mit roter Linie gibt es ab etwa 40 Euro. Solide Markengeräte mit grüner Linie, Halterung und Akku liegen bei 100 bis 250 Euro, 360-Grad-Geräte darüber.
Ist der Laser gefährlich für die Augen?
Kreuzlaser haben in der Regel Laserklasse 2. Ein kurzer Blick in den Strahl wird durch den Lidschlussreflex abgefangen. Trotzdem nie absichtlich hineinschauen und das Gerät nicht in Augenhöhe auf andere Personen richten.
Welcher Laser für Trockenbau?
Ein Kreuzlaser mit Lotpunkten oder ein 360-Grad-Gerät. Mit dem Lotpunkt überträgt man die Bodenlinie der UW-Profile an die Decke, mit den umlaufenden Linien alle Wände auf einmal.

